Was hilft gegen einen Kater? Ratgeber, Rezepte, Tipps und Tricks

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Was hilft gegen einen Kater? So, der Sommer nimmt langsam aber sicher Fahrt auf. Die ersten Corona-Lockerungen treten in Kraft, und die Biergärten, Bars und Restaurants haben wieder geöffnet. Und da wir Sportler ja trotz aller Liebe zur Leibesertüchtigung dem ein oder anderen Bier nicht abgeneigt sind, haben auch wir gelegentlich mit den Folgen des übermäßigen Alkoholgenusses zu kämpfen. Wir sprechen in diesem Fall von einem Kater (ohne Muskel)!

Was kann man gegen den Kater tun?

Wie viele Stunden unseres Lebens gehen wohl unwiederbringlich verloren, weil uns ein lähmender Kater unfähig macht, irgendetwas anderes zu tun, als hilflos und gottergeben an die Decke zu starren? Während wir mit pelziger Zunge darauf warten, dass die Wirkung der Kopfschmerztablette endlich einsetzt oder – noch schlimmer – bemerken, dass es zwei verkaterte Personen im Haus, aber leider nur noch eine Aspirin gibt. Und die einzigen Wege, zu denen wir an solchen Tagen fähig sind, die zur Toilette, zum Fernseher und zum Kühlschrank sind, aber das auch nur taumelnd und hilflos durchs Dasein tastend.

Warum saufen wir Menschen eigentlich?

»Ich trinke keinen Alkohol, ich trinke Wein, Bier oder Whiskey« – der Klugscheißersatz derer, die behaupten, wegen des Geschmacks zu trinken. Weil der Whiskey so malzig, so torfig, so rauchig schmeckt. Der Rotwein so blumig, so holzig, so ledrig im Abgang. Ja, ja, klar trinken wir zum Teil auch, weil es schmeckt.

Aber würden wir diese Getränke ebenso zu uns nehmen – zumindest in diesen Mengen –, wenn sie keinen Alkohol enthalten würden? Baileys, die kleine, aber feine Zucker-Sahne-Bombe vielleicht schon. Aber Wodka? Ich bitte dich. Kein Mensch würde Wodka trinken, wenn er nicht so herrlich knallen würde.

Und da wären wir nun bei dem Grund, weshalb wir trotz der vielen Katerzustände, die wir im Laufe unseres Säuferdaseins bereits erlebt haben, immer wieder zum Glas greifen: Alkohol sorgt dafür, dass in unserem Gehirn unter anderem die Glückshormone Dopamin und Endorphin ausgeschüttet werden. Wenn wir trinken, fühlen wir uns glücklich, als wäre wirklich etwas Großartiges passiert. Außerdem dämpft Alkohol die Erregbarkeit bestimmter Nervenzellen und vermindert die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol – wir fühlen uns also entspannter, sorgloser. Wenn das mal kein guter Grund zum Trinken ist.

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Was ist ein Kater?

Leider beginnt unser Körper schon kurz nachdem wir mit dem Trinken angefangen haben mit dem Abbau des Zellgifts und legt damit den Grundstein für den Kater, der uns am nächsten Tag quälen wird. Hauptverantwortliche für den Abbau: die Leber. Damit sie wirklich volle Leistung bringen kann, braucht sie vor allem eines, und zwar Glucose. Und die zieht die Leber ab, wo sie nur kann. Zum Beispiel aus dem Gehirn.

Da wären wir dann schon bei Katersymptom Nummer eins: Wir fühlen uns müde, erschöpft, unkonzentriert. Dazu kommt, dass der Alkohol die erholsamen REM-Phasen des Schlafes verkürzt. Egal also, wie lange wir schlafen, wir fühlen uns immer unausgeschlafen. Bei der Umwandlung von Alkohol in Kohlenstoffdioxid und Essigsäure entsteht als Zwischenprodukt das hochgiftige – ja sogar krebserregende – Acetaldehyd, das die Bildung von Sauerstoffradikalen fördert, die wiederum die Zellmembranen angreifen. Dies unter anderem mit den Folgen Kopfschmerzen, Hitzewallungen und Übelkeit. Und langfristig: Leberzirrhose.

Ethanol und Methanol

Außerdem enthalten viele unserer alkoholischen Getränke nicht nur Ethanol (die Art Alkohol, von der hier immer die Rede ist), sondern auch Methanol – das kennst du von dem gepanschten Selbstgebrannten, an dem immer wieder mal Menschen sterben. Bei dessen Abbau entstehen Formaldehyd und Ameisensäure, hochgiftige Stoffe, die die klassischen Vergiftungserscheinungen nach sich ziehen. Dazu kommt, dass Alkohol die Ausschüttung des Hormons Vasopressin hemmt.

Dieses Hormon sorgt dafür, dass die Niere noch einmal gründlich kontrolliert, wie viel Wasser nun wirklich ausgeschieden werden muss. Ohne dieses Hormon tut sie das nicht, und es kommt zu einem erhöhten Verlust von Flüssigkeit inklusive wertvoller Mineralien, die dem Körper so abhandenkommen. Das macht dem Kopf aua, und deine Zunge fühlt sich dadurch an wie eine alte, vertrocknete Schuhsohle.

Sie sieht vermutlich auch so aus. Und wenn dann der Körper noch verzweifelt versucht, das restliche im Körper verbleibende Wasser besser zu verteilen, kann es zu Schwindelanfällen und Gleichgewichtsstörungen kommen. Klingt nach dem vollen Katerprogramm, oder?

Warum wird der Kater mit dem Alter immer schlimmer?

»Früher habe ich drei Tage lang getrunken und war einen Tag verkatert. Heute ist es umgekehrt.« Ja, das stimmt wohl. Kaum ein Mittdreißiger, der diese traurige Wahrheit nicht bestätigen wird. Aber woran liegt das nur? Zunächst mal: Man wird ja nicht jünger und damit auch die Leber nicht. Die ist beim Abbau des Ethanols nicht mehr so fix, weshalb es viel länger dauert, bis das gemeine Zwischenprodukt Acetaldehyd weiter abgebaut wird.

Das heißt für den kleine Fiesling: mehr Zeit, um im Körper Schaden anzurichten. Dazu kommt, dass du als gesetzter Angestellter im mittleren Dienst durchaus nicht mehr die Trinkqualitäten aufweisen kannst wie damals im Sommer nach dem Abi, als du jeden Abend drei Dosen Faxe gestochen hast.

Dein Körper ist nicht mehr in Übung, und wenn es hart auf hart kommt, ist auf ihn kein Verlass. Vermutlich bist du auch ein kleines bisschen dicker geworden. Dafür musst du dich nicht schämen. Denn das geht den meisten von uns so und ist eher so eine Stoffwechselsache. Aber: Je höher der Körperfettanteil, desto niedriger der verhältnismäßige Anteil des Körperwassers, und genau darin löst sich der Alkohol. Weniger Wasser, in dem sich der Alkohol auflösen kann, höhere Blutalkoholkonzentration. Und entsprechend schlimmer der Kater.

Fünf effektive Tipps gegen einen akuten Kater

  1. Kalt duschen! Ungewöhnliche Situationen erfordern eben manchmal ungewöhnliche Maßnahmen – in diesem Fall eine Schocktherapie. Eine kalte Dusche bringt deinen Kreislauf verlässlich wieder in Schwung, die Frage ist nur, wie lange. Beginne am besten bei den Füßen und lass den Strahl langsam nach oben wandern.
  2. Raus an die frische Luft! Lass dich einfach einmal komplett durchpusten – nicht nur, aber natürlich besonders, wenn du zu den Kandidaten gehörst, die im Suff nicht auf Zigaretten oder andere rauchbare Dinge verzichten können. Gönn deinen Lungen die volle Dosis Sauerstoff.
  3. Pfefferminzöl! Aber bitte nicht schlucken, sondern auf die pochenden Schläfen massieren. Hilft ein bisschen gegen die Kopfschmerzen. Manchmal.
  4. Petersilie! Die hilft weniger gegen den Kater, eher gegen die Fahne. Während nämlich ein Großteil des Alkohols über die Leber abgebaut wird, wandert so einiges auch über die Haut oder den Atem nach draußen. Einfach ein bisschen Petersilie kauen, dann stinkt es dabei wenigstens nicht so sehr.
  5. Wenn es schon Kopfschmerztabletten sein müssen: Finger weg von Paracetamol. Denn das belastet die Leber noch zusätzlich. Andererseits geht Ibuprofen auf den Magen. Pest oder Cholera also.

Hilft fettes Essen gegen den Kater?

Die Antwort eines echten Diplomaten: Es kommt darauf an. Wenn man es im Vorfeld isst, kann das Fett dafür sorgen, dass der Alkohol nicht unkontrolliert in die Blutbahn gelangt. Deshalb ergibt es absolut Sinn, nicht auf leeren Magen zu trinken, sondern sich mit einer deftigen Pizza, einem Döner oder Käsefondue eine gute – weil fettige – Grundlage zu schaffen.

Am nächsten Morgen, wenn der Kater zuschlägt, ist allzu fettes Essen jedoch nicht unbedingt die erste Wahl. Da ist die Leber nämlich noch mit dem Alkoholabbau beschäftigt, und man muss ihr mit reichlich Fett nicht noch mehr zu arbeiten geben.

Was hingegen hilft: Lebensmittel, die reichlich Wasser enthalten und so die leeren Speicher wieder auffüllen. Kalium, das dazu beiträgt, den Wasserhaushalt ins Gleichgewicht zu bringen. Magnesium, das von der übereifrigen Niere mit zahlreichen anderen Mineralstoffen aus dem Körper geschwemmt worden ist. Basische Lebensmittel, die helfen, den übersäuerten Körper wieder runterzubringen und, und, und.

Welches Essen hilft bei einem Kater?

Dir geht es so schlecht, dass an größere Kochaktionen nicht zu denken ist – gleichzeitig brauchst du dringend irgendetwas, um dem schrecklichen Gefühl, gleich sterben zu müssen, entgegenzuwirken? Dann probiere es doch einmal damit. Hoffen wir, dass das Ganze drinbleibt.

1. Datteln, die schnelle Hilfe aus der Hand

5 Datteln – getrocknet oder frisch, je nachdem, was du gerade zur Hand hast, 1 Glas Wasser

Iss die Datteln langsam, eine nach der anderen. Kaue gründlich und trinke zwischendurch immer wieder einen Schluck Wasser, um den zähen Brei herunterzuspülen. Mache eine Pause, falls dir schlecht wird, doch versuche, die Datteln drin zu behalten. Diese sind nämlich reich an Vitaminen und Mineralstoffen und sorgen dafür, dass es dir schnell wieder besser geht. Wobei »besser« ja Definitionssache ist … Sagen wir so: Das Gefühl, gleich sterben zu müssen, lässt nach. Achtung! Getrocknete Pflaumen sind hier als Alternative nicht geeignet. Wenn du Pech hast, kommt zu deinem Brechreiz dann auch noch Durchfall hinzu – keine gute Idee!

2. Essiggurken

Gurken bestehen zu 97 Prozent aus Wasser. Das heißt, schon wenn du eine Salatgurke essen würdest, würde das deinem Körper richtig guttun – aber bei der Essiggurke kommen noch Salz und zahlreiche wertvolle Gewürze dazu. Der perfekte erste Schritt auf deinem Weg zum Wohlfühlgesicht. Glas auf. Gurken raus. Knack. Und vielleicht… solltest du jetzt ein bisschen Wasser nachtrinken.

3. Kraftmüsli

Ich bin ja nicht so der Müsli-Fan. Die guten – also die mit »Tripleschokocrunch« – sind nicht gesund und die gesunden schmecken, gelinde gesagt, kacke.  Kannst du aber mit Müsli etwas anfangen, dann hast du Glück, denn dieser Mix ist klasse bei Kater. Nicht nur, weil das Getreide allein schon deinem gemarterten Körper Unmengen an wertvollen Nährstoffen bringt. Honig hilft zudem beim Alkoholabbau.

Die Nüsse füllen deinen Vitamin-B1-Speicher wieder auf. Und jede der Obstsorten, die du mit reinschnippeln kannst, hat irgendetwas Positives. Bananen enthalten reichlich Kalium und Magnesium, das ist gut gegen die Kopfschmerzen. Kiwis helfen mit Eisen und den Vitaminen A, C, D, B12, und Äpfel liefern Vitamin C und viel Kalium.

4. Ingwertee

Du hast dich schon dreimal übergeben, aber dir geht es – sprechen wir es doch ruhig aus – immer noch so richtig dreckig? Dann ist es Zeit für einen Ingwertee, um den Brechreiz zu lindern. Schäle den Ingwer und schneide ihn in ganz feine Stücke oder kleine Würfel. Gib ihn in eine große Tasse und überbrühe ihn mit dem heißen – am besten kochenden – Wasser. Lass das Ganze nun mindestens 5 Minuten abgedeckt ziehen. Rühr zum Schluss noch den Honig ein, der, wie du inzwischen ja weißt, beim Alkoholabbau hilft.

Voller Magen? Auch dann hilft ein Ingwertee, weil er dafür sorgt, dass der Mageninhalt schneller in den Darm gelangt. Das nur als Info am Rande – falls du in deinem Leben jemals wieder etwas essen kannst.

Wie vermeidet man einen Kater? 7 einfache aber effektive Tipps!

Den ersten Punkt kennst du bereits. Während nämlich fettiges Essen bei der Katerbekämpfung nicht wirklich ideal ist, leistet es bei der Prophylaxe große Hilfe!

1. Eine ordentliche Grundlage schaffen

Niemals auf leeren Magen trinken – denn sonst tröpfelt der Alkohol nicht ganz langsam, zum Teil über eine ganze Stunde oder länger hinweg in die Blutbahn, sondern erwischt dich innerhalb einer Viertelstunde wie ein Vorschlaghammer. Eine Gemüsepfanne oder ein Süppchen ist in diesem Fall nicht wesentlich besser als ein leerer Magen. Da muss stattdessen Reichhaltiges her.

2. Das Richtige trinken

Der Alkohol aus warmen, süßen oder kohlensäurehaltigen Getränken gelangt schneller ins Blut. Das heißt nicht, dass du deinen Glühwein jetzt kalt und sauer trinken sollst, aber diese Infos solltest du beim Trinken schon mal im Hinterkopf behalten.

Außerdem sorgt Zucker dafür, dass du mehr trinkst, als du eigentlich willst. Zum einen, weil dein Getränk so herrlich süß schmeckt, zum anderen, weil du den Alkohol gar nicht merkst. Die Finger lassen solltest du außerdem von allen Getränken, die reichlich Fuselöle enthalten. Berücksichtige am besten die Regel »Nur Klares ist Wahres«, damit fährst du schon mal ganz gut. Und da wären wir beim wichtigsten klaren Getränk …

3. Wasser marsch!

Trinke zwischendurch immer wieder Wasser.

4. Bestimme deine Mischungen selbst

»Woah! Voll die 1:1-Mischung!« Hier freuen sich nur zwei: dein Kumpel, der dir die
Mischung gemacht hat, und der Kater. Mische deine Getränke also selbst und entscheide,
ob du wirklich 100 Milliliter Wodka in deinem Energydrink haben möchtest.

5. Trinke nicht durcheinander

Nicht, weil es irgendwelche geheimen chemischen Reaktionen zwischen den Alkoholsorten gibt, die dafür sorgen, dass dein Kater schlimmer und schlimmer wird. Nein – einfach weil wir, wenn wir durcheinander trinken, dazu neigen, mehr zu trinken. Denn der Körper liebt die Abwechslung.

Einfaches Deppenbeispiel: Wenn du beim Bier bleibst und die Shots an der Bar in der Zwischenzeit rauslässt, konsumierst du viel weniger Alkohol.

6. Finger weg von den Kippen

Sogar manche Nichtraucher greifen, wenn sie so richtig schön besoffen sind, zur Zigarette. Lass es. Das verschlimmert den Kater nur noch.

7. Rette dich vor dem Schlafengehen

Du hast den ganzen Abend reichlich Wasser getrunken? Sehr gut. Jetzt wird es Zeit für ein letztes großes Glas davon. Und wenn du noch irgendwelche Nahrungsergänzungsmittel im Haus hast, dann ist nun der richtige Augenblick dafür. Egal ob Magnesium, Kalzium, Vitamin B6. Dein Körper braucht in deiner Lage sowieso alles, da kannst du im Grunde nichts falsch machen.

Vor allem hilft auch: essen. Das kann der klassische Döner auf dem Heimweg sein, du kannst aber auch bereits auf einen der Snacks aus diesem Buch zurückgreifen. Schon ein Honigbrot wirkt Wunder, weil der Honig sofort deinen Körper beim Alkoholabbau unterstützen kann.

Unser Tipp aus der Redaktion bei akutem Kater

Das Hangover Survival Handbuch – Die besten Rezepte und Tipps gegen deinen Kater

Was tun gegen Kater: Tipps und Tricks

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Dein Kopf brummt, dein Magen rebelliert, und irgendwie ist die ganze Welt ein bisschen trostloser als sonst – ein Kater ist furchtbar.

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Trainingsworld

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