So stimulieren Sie den Vagusnerv! Immunsystem, Stress, Übungen

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Vagusnerv – schwaches Immunsystem, Stress, Unruhe, Angst! Viele Menschen sind aufgrund der aktuellen Situation wegen dem Corona-Virus verunsichert. Welche körperlichen Faktoren, speziell im Gehirn, dabei eine Rolle spielen, und was Sie gegen die Angst und den Stress tun können, erfahren Sie hier im Artikel.

Neuronale Heilung

Durch das gezielte Training von Vagusnerv und der neuronalen Komponenten unserer inneren Wahrnehmung können Sie Ängste, Stresssymptome, Depressionen, Verdauungsprobleme, aber auch Schmerzen und Bewegungsstörungen einfach und effektiv selbst behandeln!

Vagusnerv, Sympathikus und Parasympatikus

Unser Gehirn wird permanent mit Informationen konfrontiert. Alle diese Informationen werden zu jeder Millisekunde analysiert und bestimmen die empfundene Bedrohungs- und Gefahrenlage für Ihr Gehirn zu großen Teilen mit. Dabei geht es nicht nur darum, eine reale Gefahr zu erkennen. Sondern auch, um die Vorhersagbarkeit der Situation zu beurteilen was durch die Qualität und Quantität aller gleichzeitig eingehenden Signale gegeben ist. Oder aber auch nicht.

Was ist der Sympathikus?

Der Sympathikus ist ein bestimmter Bereich im Nervensystem: Er ist dafür verantwortlich, dass unser Körper in Gefahren-, Stress- oder Leistungssituationen aufmerksamer und wachsamer ist.

Was ist der Parasymphatikus?

Den Gegenspieler dazu nennt man Parasympathikus. Er beruhigt und unterstützt die Regeneration. Obwohl beide gleichzeitig und im stetigen Wechselspiel miteinander agieren sollen und müssen, kann es hierdurch schnell zu einer Dysbalance auf Kosten des Parasympathikus kommen.

Ohne genügend Ruhezeiten und Erholung gelingt es dem Gehirn dann nach und nach nicht mehr, ausreichend regulierend oder kompensierend auf die Stressfaktoren einzuwirken.

Typische Stresssymptome

Die verschiedenen möglichen »Stresssymptome« können von Verdauungsbeschwerden über erhöhten Blutdruck, ungewollte Gewichtszunahme, Angst- und Erschöpfungszustände viele Ebenen betreffen. Stresssymptome sind aus einer neuronalen Perspektive das Endresultat vieler Vorgänge und Verarbeitungsprozesse in Gehirn und Nervensystem.

Die wichtigste Frage ist nun: Wie kann ein gesundes Verhältnis von Sympathikus und Parasympathikus unterstützt und Ihre Resilienz erhöht werden? Denn dies ist die Grundlage für ein harmonisches Verhältnis aus Anspannung und Entspannung. Und somit die Basis von Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit.

Damit diese beiden wichtigen Anteile des Nervensystems wieder ins Gleichgewicht gebracht werden, wird eine Art »Vermittler« benötigt. Die sogenannte Inselrinde, auch Cortex insularis genannt.

Sie ist erst in jüngster Zeit wieder mehr und mehr in den Fokus der Wissenschaft gerückt. Man hat erkannt, welche bedeutende Rolle sie für unsere Gefühlswelt und die innere Wahrnehmung spielt. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, das Verhältnis von Parasympathikus und Sympathikus zu regulieren.

Um Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden zu verbessern, müssen Sie also für eindeutige und gute Informationen aus der Umwelt, der eigenen Bewegung und dem Körperinneren sorgen. So ermöglichen Sie Ihrem Gehirn eine klare Vorhersehbarkeit und vermitteln ihm Sicherheit. Auf dieser Basis kann Ihr Gehirn alle Prozesse optimal regulieren und damit die Grundlage für Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit schaffen.

Die Resilienz steigern – mit einer starken Inselrinde

Was »Stress« eigentlich genau ist, ist schwer zu definieren, ebenso seine Auswirkungen. Häufig denken wir, Stress sei etwas, das von außen kommt, wie Dinge, die erledigt, oder Ansprüche, die erfüllt werden müssen. Daher der Ausdruck »Stress haben«. Genauso beinhaltet der Begriff aber auch das Gefühl des Gestresstseins. Was wiederum die eigene körperliche und emotionale Reaktion auf diese äußeren (und inneren) Umstände beschreibt.

Warum aber reagieren manche Menschen auf schwierige Situationen mit (chronischem) Stress, andere scheinen sich mühelos davon zu erholen? Die Fähigkeit, mit Stressfaktoren umzugehen und auf Erlebnisse, die einen aus der Bahn werfen, gut zu reagieren, nennt sich »Resilienz«. Dieses Thema ist in den letzten Jahren vermehrt ins Zentrum des Interesses gerückt, insbesondere, da immer klarer wird, wie schwierig es ist, sich eine Welt zu schaffen, in der es keine Probleme oder unvorhergesehene Ereignisse gibt.

Äußeren Stressfaktoren besser widerstehen

Und hier kommt der faszinierende Teil: Es zeigt sich, dass es einen Zusammenhang zwischen Resilienz und der Fähigkeit, Informationen aus dem Körperinneren gut zu interpretieren, gibt. Das bedeutet, dass Menschen, die in der Lage sind, ihren Körper und dessen inneren Zustand besser und akkurater wahrzunehmen und zu deuten, eine größere Resilienz haben und äußeren Stressfaktoren besser widerstehen können – eine wünschenswerte Eigenschaft.

Wie Sie noch sehen werden, ist die Fähigkeit, Vorgänge im Körperinneren wahrzunehmen und ihnen eine Bedeutung zuzuordnen, in der Inselrinde beheimatet. Funktioniert diese also einwandfrei und ist sie ausreichend aktiv, sind Sie gewappnet für die Widrigkeiten des Lebens mit seinen kleinen und großen Unebenheiten.

Der Vagusnerv – wichtigster Bote für Informationen aus dem Körperinneren

Um einen Ausgleich zur Aktivität des sympathischen Nervensystems zu schaffen, ist es wichtig, das parasympathische Nervensystem positiv zu beeinflussen. Und somit das Verhältnis von Sympathikus und Parasympathikus optimal zu regulieren.

Hierbei zeigt sich der Vagusnerv – als größter und wichtigster Nerv im parasympathischen System. Und, wie wir später noch sehen werden, als einer der Hauptinformationsgeber für die Inselrinde. Also als besonders bedeutend! Um den Vagusnerv gezielt einsetzen zu können, muss man verstehen, wie dieser Nerv in das Gesamtkonstrukt des Nervensystems einzuordnen ist. Und welche Rolle er dort einnimmt.

Was sind die Aufgaben des Vagusnervs?

Warum ist er von so großer Bedeutung? Der Vagusnerv nimmt in erster Linie Informationen aus dem Körper auf und sendet diese zum Gehirn. Zudem transportiert der Vagusnerv auch Informationen vom Gehirn zu den Organen, dies ist jedoch eher eine Nebenaufgabe. Nur circa 20 Prozent seiner Fasern sind sogenannte absteigende (efferente) Fasern.

Sie senden Informationen und Handlungsanweisungen vom Gehirn in den Körper. Nämlich um dort die autonomen Prozesse wie die bereits erwähnten Organtätigkeiten einzuleiten und zu regulieren. Auf diesem absteigenden Weg werden zum Beispiel auch entzündungshemmende Signale in den Körper gesendet. Dies ist unter anderem bei Rheuma, Allergien und sämtlichen entzündungsbedingten Symptomen der inneren Organe ein nicht zu vernachlässigender Aspekt und von großer Bedeutung für die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden.

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Wie verläuft der Vagusnerv?

Schaut man sich den Verlauf des Vagusnervs an, so fällt auf, dass er den Bauchraum, das Herz, die Lunge, große Teile des Mundes und des Rachens, der Kopfhaut und der Ohren umspannt, diese innerviert und somit für den Informationsaustausch dieser Bereiche mit dem Gehirn sorgt. Dies ist außergewöhnlich für einen einzigen Nerv – und tatsächlich ist der Vagusnerv der einzige Nerv des Körpers, der sowohl als peripherer Nerv den Körper durchzieht als auch ein Hirnnerv ist, der zusätzlich Bereiche des Kopfes innerviert.

Seinem weitverzweigten und verästelten Verlauf verdankt dieser Nerv auch seinen Namen. Denn das Wort »Vagusnerv« kommt vom Lateinischen vagari, was »umherschweifen« oder »wandern« bedeutet. Der Vagusnerv ist also der »wandernde Nerv«, da seine vielen kleinen Ausläufer den Körper großflächig durchziehen.

Interozeption – unsere innere Wahrnehmung

Unabhängig von seiner Größe und Verzweigung ist jedoch die Art der Informationen, die von diesem Nerv aufgenommen und übermittelt werden, von besonderer Bedeutung. Die Wichtigkeit der Informationen aus dem Körperinneren kann kaum hoch genug eingestuft werden. So liefert dieser Nerv zum Beispiel Information über die Atmung – einen, wenn nicht den lebenswichtigsten Prozess schlechthin.

Weiterhin liefert er Informationen über die Veränderung der Blutgase, den Herzschlag, den Blutdruck sowie die Tätigkeiten und den Zustand der Organe. So geben Mechanorezeptoren, welche die Dehnung des Magens registrieren, Rückmeldung über die Sättigung und sind damit an der Stärke und Regulierung des Hungergefühls beteiligt. Chemorezeptoren leiten Informationen chemischer Prozesse wie etwa Veränderungen des pH-Werts und des Sauerstoffgehalts im Blut weiter, während Thermorezeptoren Temperaturen und Temperaturunterschiede aus den verschiedenen Geweben des Körpers melden.

Was ist die Interozeption?

Über die Informationen aus dem Vagusnerv erschafft sich das Gehirn quasi ein Bild davon, was genau in den unbewusst ablaufenden Prozessen im Inneren des Körpers geschieht. Die Wahrnehmung dieser Informationen im Gehirn nennt sich »Interozeption«, von lateinisch inter, »inmitten von«, und recipere, »aufnehmen«. Die Interozeption ist ein Modell, das die Wahrnehmung und Regulierung des inneren Zustands des Körpers beschreibt.

An diesem System sind außer dem Vagusnerv noch zahlreiche andere Komponenten beteiligt. Zur Interozeption gehören alle Systeme, die Informationen aus dem Inneren aufnehmen und weiterleiten, alle Hirnareale, die diese Informationen verarbeiten und integrieren, sowie alle Systeme, die an der Auswertung und Beurteilung dieser Informationen beteiligt sind. Das interozeptive System hat jedoch nicht nur eine aufnehmende und verarbeitende Funktion. Es ist auch stark daran beteiligt, Regulationsprozesse auf der Basis der eingehenden Informationen einzuleiten und zu veranlassen.

Im Normalfall geht es darum, den inneren Zustand konstant zu halten beziehungsweise ihn den wechselnden Anforderungen, zum Beispiel unter Belastung, beim Sport oder Training oder auch bei Wetteränderungen, anzupassen. Ist die Wahrnehmung des inneren Zustands jedoch nicht eindeutig und akkurat, das heißt, ist eine gute Vorhersagbarkeit der inneren Situation nicht gegeben, so ist auch die Reaktion, der Output des Gehirns, nicht optimal und der Situation angemessen. Das große Konzept der Interozeption oder »inneren Wahrnehmung«, in dem der Vagusnerv eine so wichtige Rolle spielt, bildet die Grundlage für ein effektives Programm zur neuronalen Heilung.

Die Verbesserung der Interozeptionsfähigkeit

Die Verbesserung der Interozeptionsfähigkeit durch eine bessere Informationsaufnahme und -verarbeitung und damit eine genauere Vorhersagbarkeit der aktuellen Situation ist somit das Hauptanliegen des Trainings zur neuronalen Heilung. Die Aktivierung des Vagusnervs ist hier eine sehr wichtige Komponente zur Verbesserung des Inputs, da der Vagusnerv einer der bedeutendsten Informationsübermittler der inneren Wahrnehmung ist. Wie Sie den Vagusnerv gezielt aktivieren können, erfahren Sie im Buch unserer Autoren Lars Lienhard und Ulla Schmidt-Fetzer.

Übungen gegen Stress und Angst

Übungen zur Achtsamkeit und Körperwahrnehmung können helfen um Ihre körperliche, geistige und emotionale Gesundheit verbessern und Stress vermeiden!

Zwei effektive Übungen haben wir Ihnen hier zusammengefasst!

Autoren: Lars Lienhard, Ulla Schmidt-Fetzet, Dr. Eric Cobb

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Neuronale Heilung

Mit einfachen Übungen den Vagusnerv aktivieren – gegen Stress, Depressionen, Ängste, Schmerzen und Verdauungsprobleme

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Eine zentrale Rolle spielt dabei der Vagusnerv. Er ist an der Regulation fast aller Organe beteiligt und hat großen Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden. Er bildet die Grundlage unserer Selbstwahrnehmung. Gemeinsam mit der Inselrinde. Dem Hirnareal, in dem Informationen aus dem Körperinneren mit Sinneseindrücken abgeglichen werden,

Durch ein gezieltes Training des Vagusnervs und der neuronalen Komponenten unserer inneren Wahrnehmung können Sie Depressionen, Ängste, Verdauungsprobleme, aber auch Schmerzen, Bewegungsstörungen und Stresssymptome einfach und effektiv selbst behandeln. Auf Basis neuester Forschung zeigen die Autoren über 100 Übungen. Mit diesen können Sie Vagusnerv und Inselrinde trainieren und so Ihre Selbstheilungskräfte aktivieren.

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