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Helfen Antibiotika gegen Corona und andere Viren? Ratgeber | Hilfe

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Antibiotika gegen Corona? Erkältungen belasten die Gesellschaft auch heute noch schwer – nicht nur die Menschen selbst, auch die Volkswirtschaft leidet darunter. Corona, Erkältungen, Grippe und über 95 Prozent aller akuten Erkrankungen werden von Viren verursacht. Doch helfen Antibiotika bei Virenerkrankungen überhaupt?

Corona, Grippe und Co.: Antibiotika töten keine Viren!

Das ist wichtig zu wissen, weil eines der größten Probleme bei Erkältungen und Grippe nicht die Krankheit als solche ist, sondern die Unzahl der Therapien. Zu oft belasten diese angeblichen Heilmethoden unser Immunsystem und verlängern die Krankheit oder verschlimmern sie sogar – womöglich so sehr, dass sie lebensgefährlich wird. Wir alle sollten inzwischen wissen, dass Antibiotika keine Viren töten und den Kampf gegen Virusinfekte daher nicht unterstützen.

Weiterführender Artikel: Ernährung bei Corona und Grippe – So stärken Sie Ihr Immunsystem!

Der Einsatz von Antibiotika bei Viruskrankheiten

Dennoch werden mehr als 90 Prozent aller verordneten Antibiotika in den USA falsch eingesetzt, nämlich gegen Viruskrankheiten. Ja, es stimmt – 90 Prozent! Ärzte verordnen Antibiotika routinemäßig bei Krankheiten wie Schnupfen und Bronchitis, deren Ursache in der Regel nicht Bakterien, sondern Viren sind.[1]

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Corona wird von Viren ausgelöst

Einer Studie zufolge verließen mehr als die Hälfte aller Patienten, die in den Vereinigten Staaten mit Schnupfensymptomen einen Arzt aufsuchten, dessen Praxis mit einem Rezept für ein Antibiotikum.[2] Das ist unvernünftig und gefährlich. Erkältungen werden von Viren ausgelöst, vor allem von Rhinoviren, aber auch von Coronaviren, Parainfluenzaviren, respiratorischen Synzytialviren, Adenoviren, Echoviren und Coxsackieviren.

Wie kann ich mich mit Viruserkrankungen wie Corona anstecken?

Meist stecken wir uns an, wenn wir einen kontaminierten Gegenstand anfassen oder Kranken die Hand schütteln und danach die Augen, die Nase oder den Mund berühren. Die Erreger der echten Grippe sind Influenzaviren vom Typ A, B oder C. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion: Eine infizierte Person hustet oder niest, und wir atmen die Erreger ein.

Fast alle Halsentzündungen (Pharyngitis), Nebenhöhlenentzündungen (Sinusitis) und Entzündungen der Bronchien (Bronchitis) werden von Viren verursacht. Es ist bekannt, dass Antibiotika in solchen Fällen nicht helfen; sie wirken nur in relativ seltenen Fällen, zum Beispiel wenn lungenkranke Raucher oder ehemalige Raucher an Bronchitis erkranken und Bakterien sich in ihren Lungen stark vermehren.[3]

Virenerkrankung: Der Missbrauch von Antibiotika

Der Missbrauch von Antibiotika bringt den Pharmakonzernen der USA jährlich mehrere Milliarden Dollar ein. Es gibt ein häufiges Missverständnis bei Menschen, die an Erkältungen oder Grippesymptomen leiden: Sie glauben, gelblicher oder grünlicher Schleim deute auf Bakterien hin und erfordere daher eine Behandlung mit Antibiotika.

Dies ist ein wichtiger Aspekt. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Patienten auch dann nicht von Antibiotika profitieren, wenn ihr Sputum grün oder sehr zäh ist.[4]

Die Farbe des Schleims ist kein Hinweis auf Bakterien. Auch Viren veranlassen die Schleimhäute, einen gelblichen oder grünlichen dicken Schleim abzusondern. Wenn Sie also an Schnupfen, Fieber, Halsentzündungen, Schmerzen und verstopfter Nase leiden und zähen gelben oder grünen Schleim abhusten, sind Medikamente aus medizinischer Sicht nicht angezeigt.

Arzneimittel helfen Ihnen nicht, schneller gesund zu werden, und beugen möglichen Komplikationen nicht vor. Abgesehen von ihrer Unwirksamkeit gibt es weitere zwingende Gründe, Antibiotika zu meiden. Sie können Ihre Krankheit sogar verlängern und, schlimmer noch, in Zukunft zu noch schwereren Krankheiten führen.

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Gefährliche Reaktionen auf Antibiotika

Das Problem ist: Wenn wir krank werden und uns körperlich unwohl fühlen, streben wir nach Abhilfe. Das ist ganz natürlich. Niemand will leiden, und wir alle sind ja sehr beschäftigt. Also suchen wir Zuflucht bei rezeptfreien Arzneien, oder wir gehen zu einem Arzt und lassen uns stärkere Medikamente verschreiben.

Leider sind die meisten Ärzte zu nachgiebig, weil sie die Wünsche ihrer Patienten erfüllen möchten. Sie spielen die Rolle des Retters. Obwohl die Antibiotika, die sie verordnen, nicht nur unwirksam sind, sondern langfristig die Gesundheit der Patienten untergraben können. In den USA kosten Klinikaufenthalte wegen gefährlicher Nebenwirkungen von Medikamenten jährlich mehrere Milliarden Dollar. Mehr als 140 000 Menschen kommen jedes Jahr in die Notaufnahmen, weil sie heftig auf Antibiotika reagieren. Das kostet nicht nur viel Geld, sondern hat zum Teil schwerwiegende oder gar tragische Folgen.[5]

Unangenehme Nebenwirkungen von Antibiotika

Unangenehme Nebenwirkungen von Antibiotika machen bei Krankenhauspatienten fast 25 Prozent aller Arzneimittelnebenwirkungen aus.[6] Wenn all diese Argumente Sie noch nicht überzeugt haben, dann denken Sie daran, dass Antibiotika auch Krebs verursachen können. Bei Menschen, die als Kinder mehr als zehnmal Antibiotika eingenommen haben, ist das Risiko, am Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) zu erkranken, um 80 Prozent erhöht. Das zeigt die zurzeit größte Fall-Kontroll-Studie über Medikamente und das NHL-Risiko.[7]

Andere Studien, die sich mit dem gleichen Thema befassen, bestätigen einen Zusammenhang mit Krebs, einschließlich Brustkrebs, der umso häufiger vorkommt, je öfter die Patientinnen Antibiotika eingenommen haben.[8]

Brustkrebsrisiko bei Frauen durch Antibiotika

Die Wissenschaftler stellten fest, dass das Brustkrebsrisiko im gleichen Umfang stieg wie die Gesamtzahl der Tage, an denen Antibiotika verabreicht wurden. Gleiches galt für die Gesamtzahl der Antibiotikarezepte. Frauen, die am häufigsten Antibiotika einnahmen (26 bis 50 Rezepte), hatten ein mehr als doppelt so hohes Brustkrebsrisiko wie die Frauen in der Kontrollgruppe.

Antibiotika gehören zu den Medikamenten, die schwangere Frauen am häufigsten einnehmen. Jetzt stellt eine neue Studie einen überzeugenden Zusammenhang zwischen der Einnahme von Antibiotika während der Schwangerschaft und dem Auftreten von Geburtsfehlern her. Schwangere, die Sulfonamide und Nitrofurantoin einnahmen (sie werden bei Harnwegsinfekten oft verordnet), bekamen zwei- bis viermal häufiger Babys mit Herzfehlern.[9]

Antibiotika kann Asthma und Allergien verursachen

Noch gebräuchlichere Antibiotika wie Penicillin, Erythromycin und Cephalosporine wurden jeweils ebenfalls mit mindestens einem Geburtsfehler in Verbindung gebracht. Wir wissen außerdem, dass Kleinkinder, die im ersten Lebensjahr Antibiotika bekommen, später in der Kindheit häufiger an Asthma und Allergien erkranken.[10]

Trotzdem bekommen mehr als die Hälfte aller Babys noch vor ihrem ersten Geburtstag Antibiotika verschrieben! Antibiotika sind gefährliche Medikamente, die man nur bei schweren (und einwandfrei nachgewiesenen) bakteriellen Infektionen verwenden darf – also bei Infektionen, die, wenn sie unbehandelt blieben, die Gesundheit eines Patienten ernsthaft gefährden würden.

Wir haben ein starkes Immunsystem, das mit allen banalen Erkältungen ohne Medikamente fertig wird, sofern wir uns gesund ernähren. (Vergessen Sie aber nicht den Hintergrund: Die meisten Antibiotika werden fälschlicherweise verordnet und eingenommen; und selbst eine berechtigte Verordnung wäre wahrscheinlich nicht notwendig gewesen, wenn der Patient sich richtig ernährt und dadurch ein starkes Immunsystem aufgebaut hätte.)

Typische Nebenwirkungen von Antibiotikum

Zu den Nebenwirkungen der Antibiotika gehören Durchfall, andere Verdauungsstörungen, Hefepilzinfektionen, Knochenmarkdepression, Krämpfe, Nierenschäden, schwere blutige Kolitis und lebensgefährliche allergische Reaktionen. Außerdem tötet ein Antibiotikum auch zahlreiche nützliche Bakterien ab, die im Dickdarm leben und die Verdauung unterstützen.

Es vernichtet zwar »böse« Bakterien – zum Beispiel jene, die bei einer Infektion Komplikationen hervorrufen –, aber auch »gute« Bakterien, die den Verdauungstrakt auskleiden und uns vor Krankheiten schützen. Es kann über ein Jahr dauern, bis diese Darmflora sich von einer Behandlung mit Antibiotika erholt hat. Das alles sind individuelle Auswirkungen.

Antibiotika resistente Bakterienstämme

Der Missbrauch von Antibiotika in den letzten Jahrzehnten wird dafür verantwortlich gemacht, dass sich neuerdings tödliche Bakterienstämme entwickeln, die gegen Antibiotika resistent sind. Indem wir Antibiotika verordnen, wenn sie nicht notwendig sind, schwächen wir die Wirkung von Medikamenten, die notwendig sind. Die Fakten liegen auf dem Tisch. Dennoch sind sich zu viele Menschen der Gefahr nicht bewusst – oder sie kennen die Gefahr und bleiben gleichgültig.

Fazit: Was hilft und was nicht?

Informieren Sie sich über medizinische und nichtmedizinische Heilmittel für Erkältungen und Grippe. Es sind viele Märchen und Theorien im Umlauf. Sie werden bald entdecken, dass Sie mit Ihrer Gesundheit keine Achterbahnfahrt unternehmen müssen. Ein gesundes Immunsystem wird Ihnen helfen, Erkältungen und Grippe zu verhindern. Und wenn Sie trotzdem erkranken sollten, gibt es echte, bewährte Heilmittel.

Autor: Joel Fuhrman

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Quellenangaben

  1. Linder JA, Singer DE. Desire for antibiotics and antibiotic prescribing for adults
    with upper respiratory tract infections. J Gen Intern Med 2003; 18(10): 795–801.
    Nash DR, Harman J, Wald ER, Kelleher KJ. Antibiotic prescribing by primary care
    physicians for children with upper respiratory tract infections. Arch Pediatr Adolesc
    Med 2002; 156(11): 1114–1119.
  2. Stone S, Gonzales R, Maselli J, Lowenstein SR. Antibiotic prescribing for patients
    with colds, upper respiratory tract infections, and bronchitis: a national study of
    hospital-based emergency departments. Ann Emerg Med 2000; 36(4): 320–327.
  3. Sharp HJ, Denman D, Puumala S, Leopold DA. Treatment of acute and chronic
    rhinosinusitis in the United States, 1999–2002. Arch Otolaryng Head Neck Surg,
    Mär 2007; 133(3): 260–265.
  4. DiFrancesco E. Stop treating colds with antibiotics. Infect Dis News, Aug 1992; 12.
    Orr PH, Scherer, KS, Macdonald A, Moffatt MEK. Randomized placebo-controlled
    trials of antibiotics for acute bronchitis: a critical review of the literature. J Fam
    Pract 1993; 36: 507–512.
  5. Shehab N, Patel PR, Srinivasan A, Budnitz DS. Emergency department visits for antibiotic-associated adverse events. Clin Infect Dis, 15. Sep 2008; 47(6): 735–743.
  6. Beringer PM, Wong-Beringer A, Rho JP. Economic aspects of antibacterial adverse effects. PharmacoEcon, Jan 1998; 13: 35–49.
  7. Chang ET, Smedby KE, Hjalgrim H et al. Medication use and risk of non-Hodgkin’s lymphoma. Am J Epidemiol 2005; 162(10): 965–974.
  8. Velicer CM, Heckbert SR, Lampe JW et al. Antibiotic use in relation to the risk of breast cancer. JAMA 2004; 291: 827–835.
  9. Crider KS, Cleves MA, Reefhuis J et al. Antibacterial medication use during pregnancy and risk of birth defects: national birth defects prevention study. Arch Pediatr Adolesc Med 2009; 163(11): 978–985.
  10. Belanger K, Murk W, Bracken MB. Antibiotic exposure by 6 months and asthma and allergy at 6 years: findings in a cohort of 1,401 U.S. children. Am J Epidemiol 2010; DOI: 10.1093/aje/kwq400.

 

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