Anzeige

HPU – Warum bin ich immer müde?

0

HPU: Du fühlst dich oft müde und erschöpft? Du verträgst bestimmte Nahrungsmittel nicht, leidest unter Angstzustände, Panikattacken oder depressiven Episoden? Vielleicht hast du auch bereits eine längere, ergebnislose Ärzteodyssee hinter dir? Möglicherweise steckt die Stoffwechselstörung HPU dahinter, ein häufiger, aber bisher noch weitgehend unbekannter Grund für ständige Müdigkeit und Erschöpfung – und für viele weitere Symptome, für die in klassischen Arztpraxen oft keine Ursache gefunden wird.

Was ist HPU?

hpu: ratgeber und sachbuch zur krankheit

Das Buch zum Thema

Die Abkürzung HPU steh für Hämopyrrollaktamurie und bezeichnet eine Stoffwechsel- und Entgiftungsstörung. Oft sind mehrere Familienmitglieder von HPU betroffen, daher geht man von einer genetisch bedingten Störung aus. Schätzungen zufolge leiden zehn Prozent aller Frauen und ein Prozent der Männer daran.

Was hat die HPU nun mit Müdigkeit und Erschöpfung zu tun? Die schnelle, kompakte Antwort auf die Frage »Warum bin ich so müde?« lautet:

  • Verringerung der Sauerstoffversorgung deiner Muskulatur – du fühlst dich schlapp.
  • Schwächung der Mitochondrien (die Energiekraftwerke deiner Zellen) – du fühlst dich energielos.
  • Schwächung des Immunsystems, sodass sich chronische Infektionen ausbilden können – du fühlst dich müde und krank.
  • HPU kann durch dauernden Stress aufgrund von Mikronährstoffmängeln beziehungsweise einem Kupferüberschuss deine Nebennieren erschöpfen – du fühlst dich müde.
  • Senkung des Energielevels durch Schilddrüsenstörungen – du fühlst dich müde und schlapp.
  • Überlastung der Leber – du fühlst dich müde.

Das Problem liegt hauptsächlich in fehlerhaft ablaufenden Stoffwechselprozessen, doch es ist möglich, selbst aktiv das Problem an der Wurzel zu packen und somit die beschwerlichen Symptome beseitigen.

Durch welche Symptome äußert sich HPU?

Die HPU kann sich in zahlreichen unterschiedlichen Symptomen äußern. Aber nahezu alle unbehandelten Betroffenen leiden unter Müdigkeit und Erschöpfung beziehungsweise schneller Erschöpfbarkeit.

Darüber hinaus leiden die Betroffen häufig unter den folgenden Symptomen:

  • Reizdarm und Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Migräne
  • Schilddrüsenstörungen (Hashimoto-Thyreoiditis)
  • Muskel- und Gelenkschmerzen (Fibromyalgie)
  • Angst
  • Depressionen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Allergien
  • Zyklusstörungen und polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)
  • Hautprobleme
  • Infektanfälligkeit
  • Lichtempfindlichkeit
  • Hochsensibilität

Die zahlreichen und vielfältigen Symptome verwundern umso weniger, je besser man versteht, an wie vielen Prozessen nicht nur Häm, sondern auch die massenhaft verbrauchten Mikronährstoffe Zink, Vitamin B6 und Mangan beteiligt sind.

Folge- und Begleitbeschwerden

Durch den vielfältigen Einfluss auf den gesamten Stoffwechsel treten bei HPU in der Regel Folge- und Begleiterkrankungen auf. Diese tragen häufig zu falschen, symptomorientierten Diagnosen bei. Meist kann erst eine spezifisch auf die Ursachen von HPU abgestimmte Therapie helfen. Typische Folgebeschwerden sind zum Beispiel psychische und neurologische Beschwerden, wie Depressionen, Angstörungen, ADHS/ADS und starke Erschöpfung. Auch wichtige Körperfunktionen können beeinträchtigt sein, so treten häufig Störungen in Schilddrüse und Verdauungstrakt, Nebennierenschwächen oder chronische Infektionen auf. Weitere Indikatoren für eine ursächliche HPU-Erkrankung sind Intoleranzen von Histamin oder Fructose, sowie Beeinträchtigungen des Bewegungsapparats (Arthrose, Osteoporose).

Die Ursachen der Stoffwechselstörung

Häm ist ein Bestandteil wichtiger Enzyme. Ihre Aufgabe ist es, aus einem Stoff einen anderen herzustellen. Die Herstellung von Häm ist ein komplizierter Prozess, an dem acht verschiedene Enzyme beteiligt sind. Bei HPU ist der Aufbau des Häm-Moleküls teilweise gestört, das heißt, drei bis vier dieser Enzyme arbeiten nicht richtig. Wäre der Prozess vollständig gestört, wären wir tot. Denn ohne Häm kann der menschliche Körper nicht überleben. Bei HPU wird während des Aufbaus des Moleküls hin und wieder ein Ring fälschlicherweise spiegelverkehrt geschlossen, wodurch das Molekül für den Organismus unbrauchbar, ja sogar toxisch wird.

Um die HPU und ihre Auswirkungen auf den menschlichen Stoffwechsel zu verstehen, muss man sich zunächst vor Augen führen, an wie vielen unterschiedlichen Prozessen Häm beteiligt ist:

  • Häm transportiert Sauerstoff im Blut zu den Organen
  • Häm versorgt die Muskeln mit Sauerstoff
  • Mithilfe von Häm wird unsere Nahrung in Energie umgewandelt
  • Mithilfe von Häm produziert der Körper Hormone und andere wichtige Stoffe (wie zum Beispiel Tryptophan, Serotonin und Melatonin, aber auch Cholesterin, Steroidhormone, Schilddrüsenhormone, Vitamin D und Gallensäuren).
  • Häm ist an der Entgiftung beteiligt. Sind die Entgiftungsenzyme im Körper durch HPU gedrosselt, erhöht sich der oxidative Stress. In diesem Zustand können freie Radikale ständig die Zellen angreifen und das Gewebe schädigen.

Mikronährstoffmangel

Durch die Aufbaustörung von Häm kommt es neben einem Mangel an Häm auch zu einer Anhäufung toxischer Zwischenprodukte, also fehlgebautem Häm, das der Körper wieder ausscheiden muss. Um die toxischen Zwischenprodukte wasserlöslich zu machen und über die Niere und den Urin wieder abzuführen, heftet der Körper Zink und Vitamin B6 und teilweise auch Mangan daran. Diese Mikronährstoffe gehen mit der Ausscheidung des fehlgebauten Häm-Moleküls verloren. Auf den primären Mikronährstoffverlust kann auch ein sekundärer erfolgen, da der Körper nun die nicht optimal ablaufenden Stoffwechselwege auszugleichen versucht. Meist kann der so entstehende Mangel an Mikronährstoffen nicht allein mit der Nahrung ausgeglichen werden. Eine einseitige Ernährung befeuert den Mikronährstoffmangel zusätzlich.

Diagnostik

Die HPU ist eine Stoffwechselbesonderheit, die den Porphyrieerkrankungen zugeordnet wird. Während es sich bei den Porphyrien um anerkannte Erkrankungen (Klassifizierung nach ICD-10: E80, Störungen des Porphyrinund Bilirubinstoffwechsels) handelt, ist die HPU keine offiziell anerkannte Stoffwechselstörung. Da sie langsam und chronisch verläuft, fällt sie Medizinern oft nicht auf. Für die Betroffenen bedeutet das: Ihre Beschwerden werden oft nicht der richtigen Ursache zugeordnet. Weder Diagnose noch Therapie sind Kassenleistungen. Eine Krankschreibung aufgrund der HPU ist nicht möglich.

Die HPU kann ausschließlich im Urin diagnostiziert werden. Dabei wird der HPL-(Hämopyrrollaktam-)Komplex erfasst. HPUler können diesen Komplex allerdings zu unterschiedlichen Tageszeiten in unterschiedlichen Mengen ausscheiden.

Wenn du unsicher bist, ob eine HPU bei dir vorliegen könnte, kann dir ein Fragebogen (HPU Fragebogen – HPU and You) helfen. Alle im Fragebogen aufgeführten Symptome kommen häufig bei Betroffenen vor. Wenn du mehr als die Hälfte der Fragen mit »Ja« beantwortet hast, kann es sinnvoll sein, einen HPU-Test über den Urin durchführen zu lassen, um absolut sicher zu sein

Therapie von HPU

Die Therapie der HPU basiert auf fünf Säulen. Dabei sind alle fünf Säulen gleich wichtig für den Gesamterfolg der Therapie. Das heißt auch, dass man bei einer Behandlung wirklich alle Säulen beachten und gleichermaßen umsetzen muss, um Erfolge zu erzielen.

  • 1. Therapiesäule: die Basistherapie mit Mikronährstoffen
  • 2. Therapiesäule: die Regulation des Darms
  • 3. Therapiesäule: die Regulation der Entgiftung
  • 4. Therapiesäule: die Ernährung
  • 5. Therapiesäule: Stress vermeiden und entgegenwirken

Zusammenfassung

HPU ist eine Stoffwechselbesonderheit mit weitreichenden Folgebeschwerden und Symptomen, die die Lebensqualität Betroffener stark einschränken kann. Durch den langsamen und chronischen Verlauf wird sie von Medizinern häufig nicht erkannt und ist außerdem keine anerkannte Stoffwechselstörung, weshalb Diagnose und Therapie aus eigener Tasche gezahlt werden müssen. Jedoch ist die Erkrankung gut behandel- und therapierbar, insbesondere durch einen ausgewogenen, stressreduzierten Lebensstil und eine sinnvolle Supplementierung von Mikronährstoffen.

Autoren: Sonja Schmitzer & Dr. Karsten Ostermann

Unser Tipp aus der Redaktion

hpu: ratgeber und sachbuch zur krankheit

Das Buch zum Thema

Ständige Erschöpfung, niedrige Stresstoleranz, Muskelschmerzen, Migräne oder Unverträglichkeiten, begleitet von Verdauungsbeschwerden – die Stoffwechselerkrankung HPU, bei der das Molekül Häm fehlerhaft hergestellt wird und nicht richtig arbeiten kann, hat breit gefächerte Folgen. Wird sie nicht behandelt, kann sie chronische Erkrankungen nach sich ziehen und zu einer massiven Beeinträchtigung der Lebensqualität führen.

Aufgrund der zahlreichen Symptome ist eine Diagnose jedoch schwierig und Betroffene leiden oft jahrelang, ohne dass Ärzte den Auslöser erkennen. Sonja Schmitzer und Dr. Karsten Ostermann verraten nicht nur, wie man HPU identifiziert, sondern stellen auch eine Therapie vor, die weit über eine reine Symptombehandlung hinausgeht. Durch Entgiftung, eine angepasste Ernährung und die Zufuhr von Mikronährstoffen werden die Ursachen gezielt bekämpft und die Häm-Produktion korrigiert. Somit kann jeder HPU in den Griff bekommen und sich langfristig von Beschwerden befreien.

Sie können das Buch hier bestellen

Teilen

Über den Autor

Trainingsworld

Leave A Reply