Was ist dran an Superfoods?

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Kernig und bunt: So präsentieren sie sich uns, die Superfoods. Beeren, Samen, Wurzeln und Kerne – sie machen den Großteil der Superfoods aus. Einige davon kennen wir in unseren Gefilden seit Jahrhunderten. Andere waren uns bisher nahezu unbekannt und präsentieren sich mit exotischen Namen wie Goji oder Maca. Was steckt als hinter dem Phänomen Superfood? Und was ist an all den Früchten und Samen dermaßen „super“?

Auf den ersten Hör klingt Superfoods nach etwas Künstlichem, nach etwa Hochgezüchtetem. Jedoch ist genau das Gegenteil der Fall. Als Superfoods werden pflanzliche Lebensmittel bezeichnet, denen eine überdurchschnittlich gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt wird. Der Begriff „Superfoods“ ist nicht geschützt und unterliegt keinerlei Richtlinien.

Keine falschen Versprechungen

Das heißt jedoch nicht, dass Superfoods mit jeglichen Superlativen beworben werden dürfen. Auch Superfoods unterliegen der Health-Claims-Verordnung der EU. Das bedeutet, dass auch für sie nur mit Aussagen Werbung gemacht werden darf, die von der EU überprüft und genehmigt worden sind. Falsche Versprechungen sind also tabu. Behauptungen wie „Trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei“ (Eisen) oder „Trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei“ (Kalium) sind dagegen erlaubt. Natürlich nur, sofern die jeweils von der EU vorgeschriebenen Mindestanforderungen erfüllt sind.

Die Deutschen im Superfood-Kaufrausch

Dass Superfood im Trend liegt, lässt sich faktisch untermauern. 2014 lag der Umsatz mit Superfoods in Deutschland bei 1,5 Millionen Euro. 2016 lag der Umsatz bei fast 43 Millionen Euro. Die Deutschen kaufen auch deshalb immer mehr Superfoods, weil sie mittlerweile im Mainstream angekommen sind. Nicht nur Bioläden, sondern auch Drogerien und Discounter führen Superfoods in ihrem Sortiment.

Eine genaue Liste aller Superfoods gibt es nicht. Die Meinungen von Experten unterscheiden sich hier durchaus. Allen Superfoods gemein ist indes, dass sie dank einer vergleichsweise hohen Menge an Vitaminen, Antioxidantien, Mineralstoffen oder ungesättigten Fetten sehr gesundheitsfördernd sind. Hier spalten sich die Superfoods aber nochmals auf.

Es gibt Superfoods, die…

  • …bestimmte Beschwerden lindern beziehungsweise vor Erkrankungen schützen (Bluthochdruck, Diabetes, Darmprobleme).
  • …bestimmte Körperfunktionen ankurbeln (Fruchtbarkeit, Stoffwechsel, Muskelaufbau).
  • …bestimmte optische Aspekte positiv beeinflussen (gesunde Haut, schönes Haar).

Obgleich es also keinen ultimativen „Superfood-Kanon“ gibt, existieren doch einige Lebensmittel, die in nahezu jeder Superfood-Liste auftauchen. Um einige zu nennen, sind dies Chia-Samen, Goji-Beeren, Heidelbeeren, Ingwer, Mandeln, Avocado und Maca. Häufig werden Superfoods auch als Kapseln oder in Pulverform angeboten. Dabei handelt es sich dann streng genommen nicht mehr um Nahrungsmittel, sondern um Produkte aus dem Bereich der Nahrungsergänzung.

Einfach pur oder als Topping?

Aus diesen Gründen gibt es viele Wege, Superfoods zu sich zu nehmen. Die Geschmäcker sind hier im wahrsten Sinne des Wortes verschieden. Einige Superfoods-Verfechter sind waschechte Puristen. Sie genießen Granatäpfel, Heidelbeeren, Acerola-Kirschen etc. einfach pur. Müslifans streuen sich Superfoods gern in die morgendliche Müslischüssel. Das geht sehr gut mit Chia-, Hanf- und Leinsamen oder auch mit diversen Pulvern (Maca, Kurkuma, Spirulina).

Überraschend vielseitig: Die Avocado

Darüber hinaus gibt es Superfoods, die man kochen und als Basis für eine vollwertige Mahlzeit verwenden kann. Allen voran sind hier Amarant und Quinoa zu nennen. Schließlich gibt es Superfoods, die Qualitäten offenbaren, die man ihnen kaum zugetraut hätte. Die Avocado gilt als die „Butter des Waldes“ und verfügt über zahlreiche gesunde, ungesättigte Fettsäuren. Sie ist unheimlich vielseitig einsetzbar. Beispielsweise zerdrückt mit etwas Salz auf einem Brötchen. Suppen macht die Avocado wunderbar cremig. Und wer es in puncto Fantasie auf die Spitze treiben will, kann mit der Avocado sogar eigenes Eis herstellen.

Über den Autor

Niklas Nowak

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