Ketogene Diät: Viel Fett Essen, mehr Fett verbrennen!

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Es klingt im ersten Moment widersprüchlich, allerdings ist es wissenschaftlich belegt: Wer eine fettbasierte Ernährung betreibt, kann nicht nur schneller Körperfett verbrennen, sondern lebt entgegen aller Vorurteile gesünder. Hier erfahren Sie, wie genau eine ketogene Diät Ihnen beim Abnehmen hilft und gleichzeitig Ihre Lebensqualität erhöht!

Der gängige Stoffwechselzustand in unserem Körper ist die Glucose. Dabei werden vereinfacht gesagt die mit der Nahrung zugeführten Kohlenhydrate verbrannt und somit dem Körper Energie bereitgestellt. Soweit so gut, allerdings stellt dieses Phänomen ein entscheidendes Hindernis für alle Abnehmwilligen dar: Solange ausreichend Kohlenhydrate vorhanden sind, verbrennt unser Körper erst diese, anstatt unsere Fettspeicher als Hauptenergiequelle anzugreifen.

Effektiv Körperfett reduzieren durch Ketose

Dieses Problem versucht die ketogene Ernährung zu beheben. Durch eine erhöhte Fettzufuhr und eine strikte Reduktion der Kohlenhydrate erfolgt eine Art Umgewöhnung des Körpers. Er schaltet von Glucose auf Ketose. Die amerikanische Ernährungsexpertin Nora Gedaudas beschreibt diese Umstellung als logisches Phänomen: „Es ist schwer, die Verbrennung von Körperfett anzukurbeln, wenn man die ganze Zeit damit beschäftigt ist, Zucker und Stärke zu verbrennen. Sobald dieses alternativen Treibstoffe aus dem Weg geräumt sind, ist der Körper mehr als froh darüber, stattdessen zur Verbrennung von Ketonkörpern und freien Fettsäuren überzugehen.“ Der Körper bedient sich also neben den mit der Nahrung zugeführten Fetten auch an unserem gespeicherten Körperfett und lässt so das verhasste Hüftgold schmelzen.

Eine Erfolgsgeschichte über die ketogene Ernährung kann der Australier Lawrence Petruzzelli erzählen. Der 21-Jährige war sehr lange übergewichtig obwohl er Kalorien reduzierte, die Fettaufnahme einschränkte und jede Woche Stunden mit Herz-Kreislauf-Training verbrachte. Er sagt, dass dieses Programm bei ihm „nie funktioniert hat“, egal wie stark er sich anstrengte. Dann hörte er von der Paläo-Diät, die „eine Zeit lang gut funktionierte“ und durch die er sich besser fühlte. Allerdings geriet das Ganze ins Stocken, er hatte Fressanfälle und legte wieder an Gewicht zu. Bei dem Versuch zu verstehen, warum das bei einer vermeintlich gesunden Ernährung passierte, erfuhr er von der ketogenen Ernährung und fing sofort an, sie einzuhalten. Die Ergebnisse kamen schnell und waren verblüffend. »Innerhalb von zwei Wochen hatte ich die sieben wieder zugelegten Pfund abgenommen, nahm weiter ab und baute sogar Muskeln auf“, sagt Lawrence. Er erklärt, dass die ketogene Ernährung ihm die besten Ergebnisse ermöglicht, die er beim Krafttraining je hatte, und dass er sich nie zuvor in seinem Leben besser gefühlt hat. Das Beste an der Ketose ist laut Lawrence, dass er nicht hungrig ist, obwohl er an Gewicht abnimmt, und dass es einfach ist, regelmäßig intermittierend zu fasten. „Die Weihnachtsfeiertage über habe ich nicht gefastet und von vielen Nahrungsmitteln zu viel gegessen, aber ich habe nicht zugenommen«, bemerkt Lawrence. »Es gab keine Veränderung, was verrückt ist, da ich täglich mindestens 1000 Kalorien mehr gegessen habe als normalerweise.“ Die meiste Zeit bleibt Lawrence aber bei kohlenhydratarmen, fettreichen Nahrungsmitteln der höchsten Qualität.

Ketose als natürlicher Treibstoff des Menschen

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Man könnte denken, dass diese Umstellung von Glucose auf den neuen Stoffwechselvorgang der Ketose etwas Unnatürliches und Erzwungenes ist, das ist keinem Fall gesund sein kann. Doch weit gefehlt! Die Ketose ist keineswegs ein neuer Trend sondern begleitet uns schon durch die gesamte Geschichte der Menschheit. Dr. William Wilson, Allgemeinmediziner und Experte für den Zusammenhang von Ernährung und Hirnfunktion, erklärt, dass »wir Menschen während des größten Teils unserer Evolutionsgeschichte sowohl Glucose als auch Ketonkörper zur Energiegewinnung verwendet haben«. Er geht davon aus, dass unsere Vorfahren in der Altsteinzeit Glucose als bevorzugten Treibstoff nutzten, wenn nichttierische Nahrung verfügbar war – aber wollen Sie raten, was sie in Zeiten von Nahrungsknappheit antrieb oder wenn tierische Nahrung ihre primäre Kalorienquelle war? Richtig: Ketonkörper! »Somit haben unsere Vorfahren die meiste Zeit im Zustand der Ketose verbracht«, schließt Dr. Wilson. Er fügt hinzu: „Hätten unsere frühen Vorfahren keinen Weg entwickelt, um Ketonkörper für Energie zu nutzen, wäre unsere Spezies schon vor Ewigkeiten auf der Liste bedrohter Arten gelandet!“

Die Ketose ist also ein ganz natürlicher Zustand unseres Körpers. Und auch das Vorurteil, dass die Energiebereitstellung durch Ketose nicht so effektiv ist, wie Glucose ist wissenschaftlich widerlegt. Im Gegenteil: Ketonkörper werden von Herz, Leber und Gehirn als Energiequelle sogar bevorzugt. Der renommierte Ernährungsmediziner Dr. Ron Rosdale befasste sich in mehreren Studien mit den Stoffwechselvorgängen des Menschen und hielt fest: „Ketonkörper sind eine großartige und für viele Gewebe – wie das Gehirn – viele bessere Treibstoffquelle als die Alternative Glucose.“

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Vorsicht: Ketose ist keine Ketoazidose!

Die Vorurteile gegenüber der Ketose sind auch auf ein simples Irrtum zurückzuführen. Dieses liegt Verwechslung von Ketose mit Ketoazisdose im Wort Ketose selbst, denn es ähnelt stark der Ketoazidose, einem medizinischen Ausdruck, der einen lebensbedrohlichen Zustand bei Typ-1-Diabetikern beschreibt. Viele Ärzte finden den Gedanken erschreckend, zuzulassen, dass einer ihrer Patienten sich in den Zustand der Ketose begibt, weil sie sofort an all die negativen Nebenwirkungen der Ketoazidose denken. Diese Verwirrung hat möglicherweise viele Patienten in einem Krankheitszustand gefangen gehalten – während eine ketogene Ernährung gewaltige Verbesserungen für ihre Gesundheit hatte bringen können.

Gesünder Leben durch ketogene Ernährung

Die Ketose ist also nicht nur bei Gewichts- sondern auch bei Gesundheitsproblemen eine aussichtsreiche Option, wenn Sie mit Ihrer aktuellen Strategie nicht die Ergebnisse erzielen, die Sie sich wünschen. Es gibt sehr viele Krankheitsbilder, die durch eine ketogene Ernährung drastisch verbessert werden und auf sie sogar besser ansprechen als auf herkömmliche Behandlungsmethoden. Es ist spannend, darüber nachzudenken, dass man solche unglaublichen Erfolge durch die Ernährung und nicht durch medikamentöse Behandlung erzielen kann.

Zahnfleischerkrankungen und Karies

Da es bei einer ketogenen Ernährung kein Getreide und keinen Zucker gibt, verschwinden Zahnfleischerkrankungen und Karies nahezu vollständig. Eine 2013 im National Public Radio gesendete Dokumentation untersuchte die Zähne unserer frühen Vorfahren und fand heraus, dass sie trotz des Mangels an Zahnbürsten, Zahnpasta oder Zahnseide sehr gesund gewesen waren. Der Bericht gibt unserem Verzehr an Zucker und Kohlenhydraten die Schuld an den Löchern und Zahnfleischerkrankungen, die uns heutzutage plagen. Hier brauchen wir definitiv mehr Studien, denn der Zustand von Zähnen und Zahnfleisch kann in anderen Bereichen unserer Gesundheit, einschließlich der Herzgesundheit, eine wichtige Rolle spielen. Zahnfleischerkrankungen erhöhen das Entzündungsniveau im Körper, was wiederum das Risiko eines Herzinfarktes erhöhen kann.

Narkolepsie und andere Schlafstörungen

Narkolepsie ist eine ernsthafte neurologische Störung, die zu übermäßiger Tagesschläfrigkeit und Einschlafattacken führt. Medikamente können bei einigen Schlafproblemen helfen, die mit Narkolepsie in Verbindung stehen, aber sie können mit der Zeit immer wirkungsloser werden. In einer im Juni 2004 in der medizinischen Fachzeitschrift Neurology veröffentlichten klinischen Studie befolgten neun Patienten mit Narkolepsie über einen Zeitraum von acht Wochen eine kohlenhydratarme, fettreiche, ketogene Ernährung. Ein Patient war nicht dazu in der Lage, die Studie bis zum Ende durchzufuhren, aber die restlichen Patienten waren tagsüber weniger schläfrig, hatten weniger Einschlafattacken und zeigten andere Verbesserungen bei der Schwere ihrer Narkolepsie. Die Forscher schlossen daraus, dass alle diese Verbesserungen vermutlich durch einen geringeren Glucosespiegel verursacht wurden, während die Studienteilnehmer in der Ketose waren. Die meisten Menschen berichten, dass sie in der Ketose besser schlafen und nach den Mahlzeiten nicht müde sind. Für diejenigen mit Narkolepsie ist das eine dringend benötigte Atempause in der durch ihre Erkrankung verursachten Hölle auf Erden.

Krebs

Krebszellen verwenden gern Glucose als Treibstoff, viele Ärzte injizieren bei Krebspatienten sogar Glucose, um Tumore genau zu lokalisieren. Die Theorie hinter der Anwendung der ketogenen Ernährung zur Behandlung und Vorbeugung von Krebs ist, dass das Weglassen von Glucose die Krebszellen verhungern lässt. In Tierstudien konnten bereits vorteilhafte Wirkungen gezeigt werden. Leider gab es hierzu bislang noch keine klinischen Studien mit Menschen. Ein am 17. September 2007 im Time Magazine veröffentlichter Artikel mit dem Titel „Can a High-Fat Diet Beat Cancer?“ ging jedoch diesen Gedanken nach. Anhand der Arbeit der Forscherinnen Dr. Melanie Schmidt und Dr. Ulrike Kämmerer, beide von der Universität Würzburg, erörterte der Artikel die These des mit dem Nobelpreis ausgezeichneten deutschen Wissenschaftlers Otto Warburg, der 1924 postuliert hatte, dass »das Ersetzen der Sauerstoffatmung im normalen Körper durch die Vergärung von Zucker die Hauptursache für Krebs ist«. Die Warburg-Hypothese lautet wie folgt: Lassen Sie Zucker weg (und Kohlenhydrate, die sich im Körper in Zucker verwandeln), ersetzen Sie sie durch mehr Fett, und die Krebszellen werden sterben. Das war eine glänzende Idee, die von den Wissenschaftlern und Gesundheitsexperten seiner Zeit gelobt wurde, aber irgendwie ist sie heute größtenteils vergessen und wird häufig als zu extrem verspottet. Nicht jedoch von Dr. Schmidt und Dr. Kämmerer. Sie haben sich Warburgs Lebenswerk vorgenommen und sich daran versucht. Können sie den Krebs an seiner Verbreitung hindern, indem sie Zucker aus der Ernährung ihrer Krebspatientinnen streichen? Die Ergebnisse ihrer vorläufigen Forschung bei der Behandlung von fünf Patientinnen mit einer ketogenen Ernährung über einen Zeitraum von drei Monaten waren vielversprechend: Alle von ihnen überlebten, ihr Krebs hatte sich entweder stabilisiert oder verbessert, und die Tumore wuchsen entweder langsamer, hatten das Wachstum eingestellt oder waren sogar kleiner geworden. Mit diesen Ergebnissen weiteten Dr. Schmidt und Dr. Kämmerer ihre Forschungen aus, von denen wir in den kommenden Jahren sicher noch mehr hören werden.

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Autor: Jimmy Moore

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