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Strength and Conditioning: Was ist das und wie werde ich Coach?

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Strength and Conditioning (S&C) findet seine Wurzeln im Leistungssport. Von dort entwickelte es sich weiter und ist mittlerweile ein fest etabliertes Feld in verschiedensten Sportarten und -bereichen. Wie auch du als S&C Coach durchstarten kannst erfährst du vom lizensierten S&C Trainer Alexander Borgs.

1) Was ist Strength & Conditioning?

Kraft und Konditionierung bezieht sich auf die praktische Anwendung der Sportwissenschaft zur Verbesserung der Bewegungsqualität. Sie beruht auf evidenzbasierter Forschung sowie auf der Physiologie von Bewegung und Anatomie. Wir alle bewegen uns, und deshalb können wir alle von einer besseren Bewegungsqualität profitieren.

Als sport- und trainingswissenschaftliches Gebiet beschäftigt sich Strength & Conditioning (S&C) also mit der Optimierung menschlicher Bewegung im Hinblick auf Qualität, Vielseitigkeit, Effektivität und Effizienz und, um diese auf verschiedenste Bereiche des Lebens anzuwenden: Alltag, Freizeit- bis Spitzensport, Beruf und Gesundheit.

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2) Was macht man als S&C Coach?

Die Aufgabe des S&C Coaches ist es Menschen, seien es Sportler, Teams, Trainingsgruppen, taktische Athleten (Polizei, Militär, Feuerwehr), Patienten uvm. dabei zu begleiten, sie zu befähigen, zu motivieren und anderweitig zu unterstützen das zu realisieren, worin sie besser werden möchten bzw. ihre nächstbessere Version oder die des Teams zu verwirklichen (z.B. stärker, schneller, gesünder, selbstbewusster, effektiver, erfolgreicher). Hierbei geht es um körperliche und mentale Leistungsfähigkeit in den zuvor angesprochenen Lebensbereichen. Diese sind natürlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich und sollten dementsprechend individuell behandelt werden.

Der S&C Coach arbeitet dabei evidenzbasiert. Das bedeutet gestützt von

  • sport- und trainingswissenschaftlichen Erkenntnissen,
  • dem eigenen Erfahrungsgut sowie Daten und Observationen aus dem Feld und
  • unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Vorstellungen, und Geschichte (Training, Verletzung, Persönlichkeit) des einzelnen Menschen, mit dem sie oder er zusammenarbeiten darf.

Von der Bildung in den Spitzensport, von Einsatzkräften zu Senioren und Behinderten, vom E-Sportler bis hin zu Chefärztin oder Handwerker. Jeder profitiert von mehr und besserer Bewegung – besonders nach einer Pandemie.

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3) Welche Voraussetzungen/Lizenzen benötigt man, um als S&C Coach arbeiten zu dürfen?

Um als S&C Coach tätig zu sein bedarf es selbstverständlich Fachwissen im eigenen Bereich (Sport- und Trainingswissenschaften), eigene Erfahrung als Sportler*in oder Trainierende*r, aber auch fachübergreifendes oder interdisziplinäres Wissen, wie z.B. Ernährung, Psychologie und Pädagogik. Da ein S&C Coach mit Menschen arbeitet und wir mehr als nur Körper sind sollte daher ein gewissen Grundverständnis darüber existieren, wie auch unser soziales und emotionales Umfeld das Training und dessen Erfolg beeinflussen kann.

Eine Grundvoraussetzung für manche S&C Lizenzen ist ein abgeschlossenes Bachelorstudium, z.B. für den Certified Strength & Conditioning Specialist (CSCS) der National Strength & Conditioning Association (NSCA), um einen gewissen Qualitätsstandard durch akademische Bildung zu gewährleisten. Eine Lizenz ist, wie der Führerschein, zunächst lediglich eine Befähigung oder Erlaubnis. Sie bedeutet jedoch nicht „nur weil ich sie habe, bin ich auch gut“. Es gibt selbstverständlich viele S&C Coaches, die keinen Bachelor- oder Masterabschluss (oder mehr) haben. Das macht diese nicht weniger wertvoll oder fähig.

Hier ist der große Unterschied der Eigenanspruch und die Eigeninitiative. So sollte auf viel Fachliteratur und Praxiserfahrung gebaut werden nach dem alten Sprichwort „Übung macht den Meister“. Der S&C Coach ist Meister seines oder ihres Fachs – Menschen in dem besser zu machen, worin sie besser sein wollen. Dafür kann man Lizenzen sammeln, studieren oder zahlreiche Bücher lesen. Es kommt schlussendlich immer darauf an das, was man lernt und liest, selbst testet und hinterfragt, wie und wo man es anwendet und ob man sich stets und ständig weiterentwickelt und wächst – mit der Zeit, mit den Trends, mit den Menschen, deren Komplexität, Bedürfnissen und Zielen. Dort liegen der Erfolg und die Erfüllung als S&C Coach – im Wachstum.

4) Wie lange dauert die Ausbildung zum Strength and Conditioning Coach?

Die Ausbildung ist idealerweise nie wirklich abgeschlossen. Nehmen wir aber wieder den CSCS der NSCA als richtungsweisendes Beispiel. Zunächst hat jemand ein Bachelorstudium, unabhängig der Fachrichtung, erfolgreich abgeschlossen. Anschließend beginnt man von der Anmeldung zum Examen für den CSCS eine dreimonatige Vorbereitungsphase für dieses. Drei Monate sind nicht in Stein gemeißelt, jedoch sollte man berücksichtigen, dass Themenbereiche wie z.B. Physiologie (Herz-Kreislauf, Anatomie, Hormon- und Energiesysteme, Biomechanik usw.), Ernährung, Psychologie, Trainingsprogrammierung und Trainingslehre abgefragt werden und durch das Lernmaterial für die Prüfung aufgefrischt werden sollten.

Wenn man den CSCS nicht gleich nach, oder in Verbindung mit, einem Studium in Sport-/Trainingswissenschaften oder verwandten Gebieten macht, oder bereits aus dem Bereich kommt, dann sind diese 12 Wochen durchaus angemessen. Zum Lernmaterial für den CSCS gehört aktuell zunächst das Buch „Essentials of Strength Training and Conditioning – 4th Edition“ von Greg Haff und Travis Triplett, aber auch Probetests und anderes Material, das den zukünftigen Coach grundlegend auf die Tätigkeit und die einhergehenden Herausforderungen vorbereitet. Deshalb „Essentials“ – also Wesentliches oder Grundlegendes. Der S&C Coach wird im Berufsalltag vor verschiedenste Fragen und Problemstellung gestellt, für die es gilt Antworten und Lösungen zu finden.

S&C Coach sein bedeutet mehr als „Sätze und Wiederholungen“. Verschiedene Organisationen bieten verschiedene Weiterbildungen, Lizenzen und Zertifikate an, die alle hochqualitativ und teilweise sehr spezialisiert z.B. auf eine bestimmte Zielgruppe sind. Bevor man sich für eine entscheidet, sollte man recherchieren, was für einen sinnvoll und zweckmäßig ist. Dabei sollten vor allem Zeit, Finanzen und persönliches Interesse/Orientierung berücksichtigt werden. Vorsicht ist nur geboten, wenn man die Lizenz binnen eines Wochenendes oder Abends und nur durch Anwesenheit erlangen kann. Qualität sollte stets an oberster Stelle stehen, besonders in der Arbeit mit Menschen. Dies bedarf lebenslanges Lernen und Weiterbilden und das ist nicht mit einem Wochenende getan.

5) Was unterscheidet einen S&C Coach vom Personal Trainer / Athletiktrainer?

Ein Personal Trainer kann auch S&C Coach sein, und ebenso Athletiktrainer*innen. Wenn der PT oder die Athletiktrainerin sich mit der evidenzbasierten Optimierung der menschlichen Bewegung und der menschlichen Leistungsfähigkeit auseinandersetzt, sich in dieser stets und ständig weiterbildet, den Menschen ganzheitlich betrachtet und betreut und diesen nicht nur als ästhetisches Objekt oder Maschine ansieht, so ist dieser PT oder diese Athletiktrainerin ein Strength & Conditioning Coach. Ein Coach ist ein Lehrer, und ein Lehrer sollte auch immer Schüler bleiben – des Fachs, des Lebens, des Menschen.

6) Warum sollte man sich zum S&C Coach fortbilden?

Um die Menschen mit denen man zusammenarbeitet – als Fitnesstrainer, Sportwissenschaftler, Sportlehrer, im taktischen Sektor oder als Therapeut – bestmöglich körperlich und mental vorzubereiten – auf ihr Leben, ihre Aufgaben, ihren Sport und deren Anforderungen. Strength & Conditioning bedeutet Qualität. Qualität hat und wird immer die Laien von den Profis unterscheiden. Qualität kreiert außerdem einen Mehrwert für das Berufsfeld und Fachgebiet ‚Sport- und Trainingswissenschaften‘. Genau wie für die Branchen und Industrien, die es berühren und bereichern.

Um einen Qualitätsstandard in der Arbeit mit Menschen und derer körperlichen und mentalen Leistungsfähigkeit zu etablieren. Um in ein Netzwerk und Verbund von Experten und Fachleuten einzusteigen, das voneinander zehrt, einander unterstützt. Mit dem man sich austauscht und wächst. Um wieder einmal den Menschen, mit denen man arbeitet den bestmöglichen Dienst zu gewährleisten. Um gute und viel Bewegung und den dessen Stellenwert in der Gesellschaft voranzutreiben. Besonders nach einer Pandemie, durch die Gesundheit durch körperliche und mentale Widerstandsfähigkeit eine noch größere Wichtigkeit bekommen hat, und deshalb hochwertiger Aufmerksamkeit bedarf.

7) Wo kann man als Strength and Conditioning Coach arbeiten?

Strength & Conditioning ist weltweit verbreitet und gilt als Standard in der Betreuung von Athleten in allen Sportarten, verschiedenen taktischen Einsatzkräften, insbesondere Spezialeinheiten, im Personal Training, Private Training Gyms uvm. Besonders in solchen Nationen und Regionen, wo Sport und Trainingslehre einen großen Stellenwert haben, wie z.B. die USA, Großbritannien, Australien, Japan, China oder Skandinavien, wird S&C besonders gefördert und praktiziert.

Im Heimatland des S&C, den USA, wurde u.a. die National Strength & Conditioning Association bereits vor 43 Jahren gegründet und somit hat sich das Feld durch die Vielseitigkeit des Sportangebots dort am umfangreichsten etabliert. In Europa und besonders in Deutschland befinden wir uns noch in den Anfängen. Jedoch sind wir auf einem guten Weg und entwickeln uns weiter. Es bedarf einer starken S&C Community Deutschland und Europa in Sachen S&C weiter auszubauen und diese beginnt zu wachsen.

8) Wie viel verdient man als S&C Coach?

Hierzulande kann man den Strength and Conditioning Coach in der Gehaltsklasse etwa mit dem Sportwissenschaftler gleichsetzen. Somit beginnt das Gehalt bei etwa 3000€ brutto im Monat. Es kann, wie in jedem anderen Beruf, je nach Angebot und Nachfrage variieren und sich deutlich erhöhen. Als Kontrast, verdient der bestbezahlte S&C Coach in den USA, über 780.000 US-Dollar im Jahr, schlicht und einfach, weil dieser dem Sportprogramm einen solchen Mehrwert liefert. Angebot und Nachfrage. Dies in Deutschland zu erwarten wäre utopisch. Zunächst gilt es Sport und Bewegung einen höheren Stellenwert beizumessen, diese Umfelder mit qualifiziertem Personal zu besetzen, einen positiven Unterschied für den Einzelnen und die Gesellschaft zu machen und somit das Angebot und die Nachfrage nach guten Coaches zu vergrößern.

Vielen Dank!

Autor und Sportexperte: Alexander Borgs (CSCS, TSAC-F)

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