MMA-Anfänger-Tipps: Die Grundhaltung im Mixed Martial Arts

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Egal ob Conor McGregor, Khabib Nurmagomedov, oder Jon Jones. Für sie alle gilt: Ohne die richtige Grundhaltung haben sie im Käfig keine Chance! Für jeden Kampfstil gibt es eigene Richtlinien zur Haltung, die sich aus den Regeln und Zielen des jeweiligen Stils ergeben. Auch wenn die Haltung zweier Kampfsportler in der gleichen Disziplin recht unterschiedlich aussehen kann, befolgen beide doch dieselben Grundregeln. Im MMA ist das nicht anders.

8 wichtige und effektive Tipps für jeden MMA-Anfänger

Körperbau und -größe, Stärken und Schwächen entscheiden zwar über Nuancen in der Haltung, aber wenn ihr euch als MMA-Anfänger nicht an die Grundregeln haltet, eröffnet ihr eurem Gegner Chancen, die dieser wahrscheinlich gnadenlos ausnutzt.

Kampf tipps für MMA-Anfänger

MMA-Tipp Nr. 1: Füße schulterbreit auseinander

Wenn ihr die Kampfhaltung einnehmt, sollten eure Füße etwa schulterbreit auseinander stehen. Dies sorgt nicht nur für die perfekte Mischung aus Balance und Beweglichkeit, sondern gewährt auch einen sicheren Stand, aus dem heraus ihr wirkungsvoll Offensiv- und Defensivtechniken einsetzen könnt.

MMA-Tipp Nr. 2: Geradeaus und 45 Grad

Die Fußstellung ist sehr wichtig. Wenn ihr es richtig macht, zeigen die Zehen des vorderen Fußes auf den Gegner und die des hinteren Fußes im Winkel von 45 Grad zur Seite. So aufgestellt, könnt ihr in alle Richtungen agieren und habt die besten offensiven wie defensiven Möglichkeiten.

MMA-Tipp Nr. 3: Auf den Fußballen

Sowohl Anfänger als auch Profis sollten nie plattfüßig dastehen. Wenn die Fersen auf der Matte aufliegen, ist die Balance beeinträchtigt und die Bereitschaft zu explosiven Attacken eingeschränkt. Außerdem ist es schwieriger, den Angriffen des Gegners zu entgehen. Bleibt deshalb immer schön auf den Fußballen.

MMA-Tipp Nr. 4: Knie leicht gebeugt

Lasst die Knie immer leicht gebeugt. Genau wie beim Stehen auf den Fußballen wird hier ein Sprungfedereffekt erzeugt, der euch blitzschnelle Attacken oder Ausweichmanöver erlaubt. Sind die Knie durchgedrückt, ist das Gleichgewicht gefährdet, und die Beine können leichter durch Tritte oder Takedowns verletzt oder gebrochen werden. Es ist jedoch wichtig, die Knie auch nicht zu stark zu beugen, weil dadurch Schläge und deren Abwehr sehr schwierig werden.

MMA-Tipp Nr. 5: Hände hoch, ihr Luschen

Dieser ist von allen Tipps der wichtigste. Indem ihr die Hände auf Augenhöhe haltet, schafft ihr eine Barriere, die der Gegner auf dem Weg zu eurem Gesicht erst mal durchdringen muss. Ich weiß, was ihr denkt: Forrest, wir haben dich in mehr als einem Kampf mit den Händen in Hüfthöhe gesehen.

Richtig, aber ich war von Geburt an hässlich und kümmere mich daher einen Dreck um Schäden an meiner Visage. Ich will euch nichts vormachen – in erschöpftem Zustand die Hände oben zu halten kann eine Scheißarbeit sein. Es fühlt sich an, als müsstet ihr zwei 20-Kilo-Hanteln über die Schultern stemmen.

Wenn es absolut nicht mehr geht, setzt eure Beine ein. Umkreist den Gegner, oder zieht euch zurück, und schüttelt dabei die Arme aus. Sobald ihr aber in Schlagdistanz kommt,müssen die Hände wieder in der richtigen Position sein, denn sie sind die Hüter eures guten Aussehens.

MMA-Tipp Nr. 6: Arme leicht vorgestreckt

Die Arme solltet ihr nicht nur hoch, sondern auch ausreichend weit von euch weg halten. Wenn ihr sie zu nah am Gesicht habt, könnt ihr nicht gut blocken, außer durch die Boxerdeckung, die aber bei MMA wegen der kleineren Handschuhe eher schlecht funktioniert. Habt ihr die Arme dagegen zu weit vom Körper weggestreckt, könnt ihr nicht mit Wucht zuschlagen – es sei denn, ihr beherrscht Bruce Lees 1-Zentimeter-Faustschlag. (Dumpfbacken aufgepasst: Das war Sarkasmus.) Es geht darum, den goldenen Mittelweg zu finden, der euch gleichzeitig effektive Schläge und Abwehrtechniken erlaubt.

MMA-Tipp Nr. 7: Ellbogen am Körper

Die Ellbogen dürfen nie zur Seite abstehen. Indem ihr sie beim Schlagen eng am Körper haltet, könnt ihr die Energie eurer Füße und Hüften durch die Arme auf den Gegner übertragen. Und in der Kampfhaltung lassen sich Schläge zum Körper mit angelegten Ellbogen leichter blocken.

Solltet ihr diese Grundregel missachten und die Ellbogen zur Seite segeln lassen, kann euer Gegner sie als Griffe benutzen, euch aus dem Gleichgewicht bringen und einen Takedown einleiten.

MMA-Tipp Nr. 8: Kinn runter, Schultern hoch

Ob ihr stehend oder liegend kämpft – das Kinn sollte immer eingezogen sein. Wenn ihr zu der Sorte Wichser gehört, die für alles eine Begründung braucht, dann aufgepasst:

  • Euer Kopf ist dann kein Ballon auf einem Stock, sondern eher ein Teil eurer Schultern, was es für den Gegner schwerer macht, euch eine ins Kinn zu dreschen.
  • Wenn euch der Gegner von den Füßen hebt und einen Wurf ausführt, kann euch ein eingezogenes Kinn vor einem Bruch eures guten alten Genicks bewahren.
  • Wenn ihr in Rückenlage seid, hindert es euren Gegner daran, euren Kopf wie einen Basketball auf die Bretter zu dribbeln und euch dadurch schwere Schäden zuzufügen (als ob Kopfverletzungen euch noch schaden könnten). Sich das anzugewöhnen kann schwierig sein, aber es gibt Mittel und Wege. Klemmt euch beim Pratzen- oder Sandsacktraining und beim leichten Sparring einen Tennisball zwischen Kinn und Brustkorb. Anfangs wird der Ball alle zwei Sekunden herunterfallen, aber mit der Zeit bleibt euer Kinn von selber unten. Wenn ihr meinen Rat ignoriert und lieber arrogante Schlauberger sein wollt, die das Kinn erhoben halten, als schnüffelten sie am Arsch eines Größeren, dann erwartet nicht, dass ich euch im Krankenhaus besuche.

Autor: Forrest Griffin

Quelle: Voll auf die Zwölf

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Forrest Griffin ist kein Kampfkünstler, er ist eine Kampfmaschine. Zudem ist er ziemlich durchgeknallt und hat ganz eigene Ansichten vom Leben und Kämpfen. In diesem Buch erklärt der erfolgreiche Mixed-Martial-Arts-Profi, wie man ein mental und körperlich starker Fighter werden kann, und präsentiert eine Vielzahl erprobter Nahkampftechniken für die Prügelei auf der Straße und den Free-Fight-Kampf im Oktagon.

Der Autor studierte Politikwissenschaft, arbeitete als Polizist und gilt bis heute als einer der weltweit besten MMA (Mixed Martial Arts)-Profikämpfer im Halbschwergewicht. Er gewann die erste Staffel der Reality-Casting- Show Ultimate Fighter und erhielt einen Profivertrag beim weltweit größten MMA-Veranstalter UFC (Ultimate Fighting Championships). Bekannt und beliebt ist er nicht nur für seine Kampfkünste, sondern auch für seine lustige Art, die in Interviews zutage tritt.

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Über den Autor

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