Hashimoto: Welche Ernährung ist die beste?

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Als Hashimoto bezeichnet man eine chronische Entzündung der Schilddrüse. Sie wird nicht etwa durch Viren ausgelöst, die in den Körper von außen eindringen. Sondern durch ein fehlgesteuertes Immunsystem. Gewissermaßen bekämpft sich der Körper dabei von innen selbst. Die Schilddrüse entwickelt daraufhin entweder eine Über- oder eine Unterfunktion. Die Symptome von Hashimoto lassen sich schlecht verallgemeinern, denn sie sind sehr vielfältig. Sie zeigen sich unter anderem in Nervosität, Schläfrigkeit, Störungen im Menstruationszyklus, juckender Haut, extremer Gewichtszunahme oder –abnahme und Haarausfall.

Viele Ärzte erkennen Hashimoto zunächst nicht

Logischerweise sind viele betroffene Frauen mit diesen Problemen zunächst überfordert. Zumal es oftmals

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schwer ist, überhaupt herauszufinden, dass die Symptome auf Hashimoto zurückzuführen sind. Oft erkennen Ärzte die Krankheit nicht. Was darin resultiert, dass Betroffene eine wahre Ärzte-Odyssee hinter sich bringen, um endlich herauszufinden, warum sie sich alles andere als gesund fühlen. So erging es auch Vanessa Blumhagen. Bei der TV-Moderatorin wurde mit Anfang 30 Hashimoto diagnostiziert. Ihre Erfahrungen mit der Krankheit hat sie nun in Buchform festgehalten. Um anderen Frauen die Angst zu nehmen und zu zeigen, dass es trotz Hashimoto möglich ist, ein glückliches Leben zu führen.

Eine tragende Rolle spielt dabei auch die Ernährung. Worauf sollten Hashimoto-Patienten bei der Zusammenstellung ihres Speiseplans besonders achten?

 

Ernährung – Jod, Gluten & Milchprodukte

Beim Thema Ernährung geht es nicht nur um Abnehmen oder Allergien. Als Hashimoto-Patient sollte man einige Lebensmittel kennen, die man meiden oder zumindest deutlich einschränken sollte, weil sie eine negative Wirkung auf den Körper, die Schilddrüse und/oder den Darm haben. Bei den einen bemerkt man das sofort – bei jodhaltigem Essen zum Beispiel. Bei anderen sind die Auswirkungen erst mit der Zeit zu spüren.

Ich habe gemerkt, dass ich am besten alles, was meinen Körper auch nur im geringsten belastet, weglasse. Dann fühle ich mich wohl – und mein Immunsystem, das durch die Krankheit schon mehr als genug in Aufruhr ist, kommt ein wenig zur Ruhe. Dadurch schaffe ich es auch allgemein besser, in Balance zu bleiben. Und das wiederum schlägt sich in meinem Essverhalten nieder. Alles ein großer Kreislauf, wie bei unseren Hormonen. Aber entscheiden Sie selbst und probieren Sie aus, was Ihnen guttut – und was nicht. Denn manchmal braucht man gar keinen Bluttest und keinen Arzt, der einem das sagt. Unterschätzen Sie Ihr Bauchgefühl nicht!

 

Achtung: Jod!

Vor einiger Zeit war ich mit meinem Mann in einem schicken Restaurant in Hamburg essen. Wir feierten unseren siebten Hochzeitstag, deswegen wollten wir uns etwas Besonderes gönnen. Die Spezialität des neuen In-Lokals war Sushi, als Vorspeise bestellten wir Jacobsmuscheln mit Passepierre-Algen und einer Haselnusssauce. Der Abend war herrlich, zufrieden verließen wir das Restaurant und fuhren nach Hause.

Ich ging bald schlafen und hatte schon da das Gefühl, dass ich Halsschmerzen bekomme. Ich spürte einen seltsamen Druck an der Gurgel, dachte mir aber nichts weiter dabei. Nachts um ein Uhr erwachte ich schweißgebadet aus einem Albtraum. Mein Herz raste, ich hatte Magenschmerzen und Bauchkrämpfe. Mir war speiübel, ich zitterte am ganzen Körper.

In den folgenden Stunden allein auf der Toilette konnte ich mir ausführlich Gedanken über den Auslöser dieses Dramas machen und kam recht schnell auf die jodhaltigen Algen in der Vorspeise. Und obwohl es mir so elend ging, ärgerte ich mich mächtig über meine Dummheit. Denn eigentlich weiß ich, was für Folgen schon geringe Mengen Jod bei Hashimoto haben können. Die Entzündung der Schilddrüse verstärkt sich, das Immunsystem greift das Gewebe an und zerstört so noch mehr davon. Man rutscht kurzfristig in eine Überfunktion.

Ein Heilpraktiker hatte mich gewarnt, mit Hashimoto sollte ich nicht mal länger als einen Tag auf meiner Lieblingsinsel Sylt bleiben, weil schon die Jodmenge in der Luft bei besonders empfindlichen Menschen einen Schub auslösen könnte. Bisher hatte ich damit keine Probleme. Nur die große Seafood-Platte bei Gosch in List darf ich nicht zwei Abende hintereinander bestellen, sonst bekomme ich Schweißausbrüche…

 

Jod als Zusatz in Lebensmitteln

In New York bekam ich mal einen Schub mitten auf der 6th Avenue! Ich hatte mir in einem Vitaminshop einen Proteindrink gekauft, »Muscle Milk«, Vanillegeschmack, und in einem runtergekippt. Er war schön kühl und sehr lecker. Kurz darauf musste ich mich an einer Straßenlaterne festklammern, sonst wäre ich umgekippt.

Mein Mann packte mich und schleppte mich in die nächste Starbucks-Filiale. Dort verschwand ich erst einmal für längere Zeit auf dem stillen Örtchen, um mich danach noch eine Stunde in einem der bequemen Sessel des Coffeeshops auszuruhen. Zum Glück gibt es in allen Starbucks-Läden freies Internet. So war mein Mann mit seinem Smartphone beschäftigt, und ich konnte mich erholen.

Ein Blick auf die Flasche des Eiweißshakes zeigte: Da war natürlich – neben Vitaminen und Mineralien – auch eine Menge Jod zugesetzt. Mittlerweile schaue ich prinzipiell auf Zutatenlisten, sei es bei Lebensmitteln, Getränken oder Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten, und zwar bevor ich sie zu mir nehme! Sicher ist sicher. Den meisten Fertigprodukten ist jodiertes Speisesalz zugesetzt. Seien Sie besonders vorsichtig damit und testen Sie aus, wie viel Sie davon vertragen. Denn man kann die Menge schlecht abschätzen. Auch in Restaurants und Hotels steht auf dem Tisch meistens Jodsalz. Ich habe immer ein Döschen mit Himalajasalz dabei. Da weiß ich, dass ich es gut vertrage. Und die erstaunten Blicke übersehe ich mittlerweile einfach…

 

Kuhmilch

Rund 12 Millionen Deutsche vertragen keine Kuhmilch(-Produkte), wie Untersuchungen zeigen. Das liegt in den Genen begründet, und das wiederum hat etwas mit unseren Vorfahren zu tun. Die meisten der Betroffenen, nicht nur in Deutschland, können die Lactose, den Milchzucker, nicht verdauen. Mittlerweile gibt es lactosefreien Joghurt, Käse, Butter, Milch, sogar Pudding. Ob das eine geeignete Alternative ist, muss man ausprobieren. Ich zum Beispiel vertrage das Eiweiß der Kuhmilch nicht. Deshalb muss ich ganz auf diese Produkte verzichten.

Viele Heilpraktiker und Alternativmediziner plädieren sowieso für eine Ernährung ohne Kuhmilch, denn diese führt zu einer vermehrten Schleimbildung im Darm. Und im Darm sitzt ja bekanntlich unser Immunsystem. Es gibt die Theorie, dass man erwachsene Kühe mit der Milch ihrer Artgenossen umbringen könnte, oder ihnen zumindest gehörig Schaden damit zufügt. Genauso könnte es auch beim Menschen sein, natürlich nicht in Bezug auf die menschliche Muttermilch, sondern auf Kuhmilch.

Probieren Sie es doch einfach selbst mal aus: Verzichten Sie eine Woche lang auf alle Produkte, die Milch, Lactose, Milchpulver, Milcheiweiß und so weiter enthalten. Und schauen Sie, ob es Ihnen so besser geht. Manchen hilft das sogar beim Abnehmen. Wie gesagt: Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

 

Gluten

Gluten ist das Klebereiweiß in Weizen, Roggen, Hafer, Dinkel und anderen Getreidearten. Wie bei den meisten Allergenen ist auch Gluten erst zum Problem für viele Menschen geworden, weil es in so vielen Produkten, die wir essen, vorkommt: in Backwaren aller Art, Fertigprodukten, Süßigkeiten, Wurst und vielem mehr. Der amerikanische Arzt und Schilddrüsenexperte Dr. Datis Kharrazian schreibt dazu in seinem Buch Why Do I still have Thyroid Symptoms?: »Weil Glutenmoleküle und Schilddrüsengewebe sich so sehr ähneln, empfehle ich meinen Hashimoto-Patienten immer, Gluten sofort vom ihrem Speiseplan zu streichen.«

Wie bei den Milchprodukten kann man auch bei Gluten einfach mal ausprobieren, ob es der eigenen Gesundheit und dem Wohlbefinden etwas bringt, wenn man es weglässt. Glutenfasten sozusagen. Im Reformhaus gibt es Brot, Kuchen, Backmischungen und vieles mehr ohne den Kleber.

 

Brokkoli & Co.

Es gibt Gemüsesorten, die einen negativen Einfluss auf die Schilddrüse haben, und zwar meist, wenn sie roh gegessen werden. Doch auch in gekochter Form sollte man es mit dem Konsum nicht übertreiben. Denn vor allem Kohlsorten enthalten Enzyme, die die Bildung von Kröpfen unterstützen und die Schilddrüse in ihrer Arbeit behindern. Das führt zu einer Verstärkung der Unterfunktion und macht die Einstellung der richtigen Dosierung nicht unbedingt einfacher. Achten müssen Sie hierbei vor allem auf:

  • Brokkoli
  • Weißkohl
  • Grünkohl
  • Blumenkohl
  • Rosenkohl
  • Kohlrabi
  • Steckrübe
  • Senf
  • Rettich
  • Brunnenkresse
  • Hirse

Soja

Soja ist heutzutage in mehr Produkten enthalten, als man denkt. Drehen Sie im Supermarkt ab und zu mal die Verpackungen um und lesen Sie die Zutatenliste. Man findet Sojaeiweiß und -öl in Margarine, Brot, Backwaren, Fleisch- und Wurstwaren, Pommes frites, Knödeln, Soßen, Suppen, Eis, Pudding, Schokolade, Milchpulver, Mayonnaise, Ketchup, Säuglingsnahrung, Diätprodukten und vielem mehr. Kein Wunder, dass bei diesem ungewohnten Überangebot viele eine Allergie ausgebildet haben. Rohe Sojabohnen sind übrigens giftig, man kann sie nur im verarbeiteten Zustand essen.

Selbst wenn man Tofu, Sojamilch, Miso und Tempeh eigentlich verträgt, besteht die Gefahr, seinem Körper Schaden damit zuzufügen. Soja enthält nämlich Isoflavone, pflanzliche Stoffe, die wie Hormone agieren und das endokrine System irritieren. Man zählt sie zur Gruppe der Flavonoide und diese stören die normale Schilddrüsenfunktion, das heißt, die Gefahr einer Unterfunktion steigt. Folgen können auch Kropfbildung, Schilddrüsenkrebs und Hashimoto Thyreoiditis sein. Studien ergaben außerdem, dass es einen Zusammenhang zwischen der Fütterung von Sojamilch bei Säuglingen und der Entwicklung autoimmuner Schilddrüsenerkrankungen gibt. Dabei sollte man als Schilddrüsenpatient nicht nur auf Soja in der Nahrung achten, sondern auch auf Nahrungsergänzungsmittel und Isoflavonoidtabletten, die gern in den Wechseljahren empfohlen werden und deren Sojagehalt meist um ein Vielfaches höher ist als der in unserem Essen.

Pflanzliche Kuhmilch-Alternativen

Da ich, wie gesagt, Kuhmilch nicht wirklich gut vertrage, bestelle ich ab und zu einen Latte Macchiato mit Sojamilch. Ich mag den Geschmack ganz gern – reine Gewöhnungssache. Außerdem bekommt man in vielen Cafés und Coffeeshops mittlerweile diese Variante problemlos. Aber ich versuche, es nicht damit zu übertreiben. Als Alternativen gibt es Reis-, Hafer- und Mandelmilch, die man in Bioläden kaufen kann. Geschmacklich finde ich Mandelmilch am angenehmsten. Aber das muss jeder für sich rausfinden. Ich mag auch Ziegenmilch ganz gern, die ist aber schwieriger zu bekommen. Ziegenkäse hingegen kriegt man in jedem Supermarkt und sogar beim Discounter. Und auch Quark und Joghurt aus Ziegenmilch ist mittlerweile in vielen Bioläden und Reformhäusern zu bekommen.

Autorin: Vanessa Blumhagen

 

Mein Leben mit Hashimoto

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Diese und weitere Informationen finden Sie in Vanessa Blumhagens Buch „Mein Leben mit Hashimoto“. Darin sind Ihre beiden Erfolgstitel „Jeden Tag wurde ich dicker und müder“ und „Die Hashimoto-Diät“ zu einem ultimativen Ratgeber für alle betroffenen Frauen zusammengefasst.

Schlafstörungen, Depressionen, unkontrollierte Gewichtszunahme, plötzlich auftretende Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Haarausfall – erkennen Sie sich in diesen Beschwerden wieder? Dann sind Sie möglicherweise einer von 10 Millionen Deutschen, die an Hashimoto leiden, einer Autoimmunerkrankung, in deren Verlauf der Körper die eigene Schilddrüse angreift und letztlich zerstört.

Vanessa Blumhagen durchlitt eine dreijährige Odyssee zu unterschiedlichsten Ärzten und erhielt eine Menge falscher Diagnosen, bis man endlich herausfand, was ihr fehlte. Sie suchte Hilfe bei amerikanischen Experten, recherchierte in Internet-Foren und probierte vieles aus, um ihre Beschwerden in den Griff zu bekommen. In ihrem ersten Buch Jeden Tag wurde ich dicker und müder hat sie alle Erfahrungen zusammengefasst, erzählt von ihrem Leidensweg, ihrer Hartnäckigkeit und davon, was ihr schließlich geholfen hat.

Mit Die Hashimoto-Diät liefert sie einen umfassenden und detailliert recherchierten Ratgeber, in dem sie beschreibt, wie sie elf Kilo, die sie ungewollt zugenommen hatte, wieder loswurde und zu ihrem Wohlfühlgewicht zurückfand. Sie erläutert alle Bausteine, von Medikamenteneinnahme über spezielle Ernährung bis hin zur nachhaltigen Veränderung von Gewohnheiten, die wirksam gegen die überflüssigen Kilos sind, und Hashimoto-Patienten zurück zu ihrem Wohlbefinden führen.

Das Buch können Sie jetzt hier direkt im Shop oder bei Amazon bestellen.

 

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Über den Autor

Niklas Nowak

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