Knieschmerzen: Ein Überblick

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Wäre das Knie nicht unser Knie, wäre es unsere Achillesferse. Es ist nämlich verdammt anfällig für Schmerzen. Seine Bedeutung zeigt sich auch durch seinen metaphorischen Wert. Wir sprechen davon, uns in etwas „hineinzuknien“, wenn wir einer Sache mit besonders viel Eifer nachgehen. Und wer etwas über die düstere Seite der Knie-Symbolik herausfinden möchte, sollte mal nach dem Stichwort „kneecapping“ suchen…

Ein besonders schmerzempfindlicher Punkt unseres Körpers

Warum das Knie ein solch bedeutsamer Punkt unseres Körpers ist, dem wollen wir hier auf den Grund gehen. Unsere Knie sehen zwar alle weitestgehend gleich aus. Der Schmerz im Innern ist aber eine komplexe Angelegenheit und sollte nicht auf die leichte Schulter (noch mehr Symbolik!) genommen werden.

Eine Horrorvorstellung: Laufen und Springen ohne Kniegelenk

Um sich die Bedeutung des Knies vor Augen zu führen, reicht schon ein ganz simples Gedankenspiel. Stellen Sie sich mal vor, wie Sie laufen würden, wenn Sie kein Kniegelenk besäßen. Ziemlich hölzern, oder? Auch das Springen und das „Abfedern“ beim Aufkommen würden uns nicht ansatzweise so galant gelingen, wie es uns dank unseres Kniegelenks möglich ist. Tanzen ohne Knie? Da wollen wir erst gar nicht dran denken…

Effektive Übungen gegen Knieschmerzen und bei Beschwerden im Knie für zuhauseEin wichtiges „Scharnier“ unseres Körpers

Das Knie ist nicht nur unser größtes Gelenk, sondern stellt auch die Verbindung zwischen unseren beiden wichtigsten Knochen her: Dem Oberschenkelknochen und dem Schienbein. Es ist eines der wichtigsten „Scharniere“ in unserem Körper: Wir können es beugen, strecken und mit seiner Hilfe unsere Unterschenkel kreisen lassen.

Logisch ist auch, dass auf unseren Knien, im wahrsten Sinne des Wortes, viel Gewicht lastet. Es trägt einen Großteil unseres Körpergewichts. Das Gewicht von Waden und Füßen im Vergleich zu dem ganzen „Zeug“ darüber? Verschwindend gering.

Je härter die Arbeit, desto lädierter das Knie

Wer viel körperliche Arbeit verrichtet, drückt auf seine Knie enorm viel Druck aus. Insbesondere, wenn man auf hartem Boden läuft und Objekte mit viel Gewicht trägt. Bei solchen Einsätzen verringert sich die Durchblutung der Knie, der Verschleiß ist überdurchschnittlich hoch. Die Folge: Schmerzen. Daher ist es keine Überraschung, dass Knie von Maurern, Bäckern etc. schon sehr früh Verschleißerscheinungen zeigen.

Das Knie ist abhängig von Bändern und Muskeln

Am besten also…wenig bewegen? Nein, auch dies wäre nicht im Sinne eines gesunden Knies. Natürlich ist jedes Knie anders. Dennoch lässt sich grundsätzlich sagen, dass die Gesundheit des Knies von seinen Partnern abhängt. Gemeint sind damit die Bänder und Muskeln, die das Kniegelenk zusammenhalten und führen. Je „leistungsfähiger“ diese sind, desto mehr Leistung kann auch das Knie leisten.

Das kann man mit der Grafikkarte eines Computers vergleichen. Selbst die beste Grafikkarte ist nicht viel wert, wenn sie mit einem schwachen Prozessor zusammenarbeitet. Das Knie (die Grafikkarte) braucht starke Muskeln und Bänder (die Prozessoren), um optimal arbeiten zu können. Stark werden Muskeln und Bänder dadurch, dass man sich sportlich betätigt und den Körper abwechslungsreich fordert. Wichtig: Fordert, nicht überfordert – denn dann erreicht man wiederum das Gegenteil und überanstrengt Muskeln und Bänder.

Die verschiedenen Arten der Knieschmerzen

Das Knie bietet nicht viel Fläche für Schmerzursachen, schließlich macht es nur einen kleinen Teil unseres Körpers aus. Grob lässt sich sagen, dass Ärzte zwischen vier verschiedenen Arten der Knieschmerzen unterscheiden. Wo genau der Schmerz zu spüren ist, lässt in der Regel darauf schließen, was die Schmerzursache ist.

Schmerzen an der Kniescheibe bzw. Schmerzen im vorderen Bereich des Knies

In der Regel haben Schmerzen im vorderen Bereich des Knies etwas mit der Patella, also der Kniescheibe, zu tun.

  • Eine Überbelastung der Patellasehne führt zu Schmerzen unterhalb der Kniescheibe. Diese Überbelastung tritt vor allen Dingen auf, wenn man häufig Sprungbewegungen und Richtungswechsel vollführt. Daher ist dieser Schmerz auch als „Springerknie“ bekannt. Logisch, dass daran vor allen Dingen Sportler leiden, die häufig Basketball und Volleyball spielen.
  • Eine Patella-Luxation ist eine andere Bezeichnung für eine verrutschte Kniescheibe. Dies führt nicht nur zu Schmerzen. Das Knie schwillt häufig auch an, und, vielleicht am gravierendsten, es lässt sich nicht mehr strecken.
  • Eine recht komplexe Art des vorderen Knieschmerzes ist das sogenannte Plica-Syndrom. Hierbei geht es um Falten der Gelenkinnenhaut, die anschwellen oder eingeklemmt werden. Dadurch entsteht eine Entzündung. Beim Bewegen des Knies ist außerdem häufig ein Knacksen zu hören.

Schmerzen im hinteren Bereich des Knies

  • Häufigste Ursache für hinteren Knieschmerz ist die sogenannte Baker-Zyste. In Form einer Zyste sammelt sich Gelenkflüssigkeit an. In der Kniekehle entsteht eine Schwellung, das Beugen und Strecken des Knies ist von nun an häufig von Schmerzen begleitet.
  • Neben einer Baker-Zyste können Knieschmerzen im hinteren Bereich auf Verletzungen des Meniskus zurückzuführen sein. Weitere mögliche Ursachen sind Kniearthrose und Störungen an den Gefäßen.

Schmerzen an der Innenseite des Knies

  • Häufig, aber nicht immer, haben Schmerzen an der Innenseite des Knies ihren Ausgangspunkt in einer Entzündung des Schleimbeutels. Darüber hinaus können Fehlstellungen (zum Beispiel O-Beine), ein enormer Gelenkverschleiß oder Schäden an den Sehnen die Ursache für Schmerzen an der Innenseite des Knies sein.

Schmerzen an den Außenseiten des Knies

  • In den meisten Fällen deuten Schmerzen an den Außenseiten des Knies auf das sogenannte „Läuferknie“ hin. Aufgrund von Überbelastung verspürt der Betroffene ein Stechen an den Außenseiten.
  • Neben dem Läuferknie können Knieschmerzen an den Außenseiten ihren Ursprung auch in Fehlstellungen der Füße sowie beschädigten Bändern und Sehnen haben.

Knieschmerzen beim Treppenlaufen

  • Wer beim Auf- und Absteigen von Treppen Knieschmerzen verspürt, hat wahrscheinlich ein Problem mit der Patella. Ist diese überbelastet oder überdurchschnittlich verschlissen, entstehen Schmerzen an der Vorderseite unterhalb der Kniescheibe. In Extremfällen sind Schmerzen beim Treppenlaufen ein Anzeichen darauf, dass bei Ihnen ein Kreuzbandriss vorliegt.

Knieschmerzen nach langer Ruhezeit oder am frühen Morgen

  • Wer morgens „Anlaufschmerzen“ verspürt bzw. über Schmerzen im Knie klagt, wenn er längere Zeit saß oder lag, leidet vermutlich unter einer fortschreitenden Kniearthrose.

Wer nichts tut, riskiert chronische Knieleiden

Eines ist sicher: Knieschmerzen sollten Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Je früher ein schmerzendes Knie untersucht und behandelt wird, desto größer sind die Chancen, dass die Schmerzen ohne Folgen wieder verschwinden.

Das ist umso wichtiger, wenn Sie am Knie nicht nur Schmerzen verspüren, sondern diese Schmerzen in weitere Gelenke ausstrahlen und sich ein Steifheitsgefühl sowie Schwellungen bemerkbar machen. Wer derartige Schmerzen ignoriert, riskiert, dass sich daraus eine chronische Krankheit entwickelt und er auf lange Sicht mit deren Begleitumständen leben muss.

Was sind nun solche typischen, „konkreten“ Krankheiten, die sich herauskristallisieren können und zu Schmerzen am Knie führen?

Arthrose im Knie

Arthrose ist und bleibt eine der häufigsten Ursachen von Gelenkschmerzen, insbesondere am Knie. In der Regel macht sie sich ab der Lebensmitte bemerkbar, wenn der Gelenkverschleiß relativ weit fortgeschritten ist.

Je häufiger und stärker die Belastung für das Knie, desto eher der Zeitpunkt, an dem die Arthrose im Knie zu spüren ist. Mit anderen Worten: Wer körperlich arbeitet und noch zusätzlichen Freizeitsport betreibt, gehört absolut zur Risikogruppe.

Rheuma im Knie

Im Vergleich zu Arthrose betreffen rheumatische Erkrankungen häufig den gesamten Körper. Es treten dann nicht nur Schmerzen an den Gelenken auf, sondern zusätzliche Probleme an den Organen. Auch Entzündungen, die das allgemeine Wohlbefinden mindern, sind hier nicht unüblich. Der Betroffene fühlt sich ermattet, fiebrig, klagt über Schwindelgefühl. Hinzu kommen durch die originär rheumatischen Beschwerden geschwollene und steife Gelenke, insbesondere in den Morgenstunden.

Stoffwechsel- und Blutkrankheiten

Auch Erkrankungen, die man zunächst gar nicht mit dem Knie verbindet, können es belasten. Dazu zählen zum Beispiel Gicht und Eisenspeicherkrankheiten. Diese können im schlimmsten Falle bewirken, dass sich das Knie verformt und Schmerzen beim Gehen auftreten.

Bandscheibenvorfall

Hierbei handelt es sich um einen Sonderfall. Durchaus ist es möglich, dass Schmerzen von einer gereizten Nervenwurzel am Rückenmark ins Knie ausstrahlen. Besonders empfindliche Nerven am Bein sorgen in diesem Falle dafür, dass sich die Schmerzen so anfühlen, als nähmen sie ihren Ausgangspunkt im Knie.

Diagnosen und Therapien bei Knieschmerzen

Im Falle von Knieschmerzen ist eine körperliche Untersuchung beim Orthopäden in den meisten Fällen ausreichend, um eine (vorläufig) profunde Diagnose zu erhalten. Um sich ein näheres Bild zu machen, setzen Ärzte zusätzlich auf Röntgenaufnahmen, Ultraschalluntersuchungen und eine Magnetresonanztomographie. Im Falle von Entzündungen kommen noch Proben des Gewebes und der Gelenkflüssigkeit hinzu.

Die Arthroskopie: Es geht unter die Haut

Noch direkter ist die sogenannte Arthroskopie. Sie ist auch bekannt als Gelenkspiegelung. Dabei führt der Arzt ein Endoskop in die Gelenkhöhle ein. Eine Arthroskopie ist keine Operation im klassischen Sinne, aber dennoch ein Eingriff, der im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut geht.

Sowohl zur Diagnose als auch zur Behandlung selbst kann eine Gelenkspiegelung Anwendung finden. Stößt der Arzt auf eine Stelle, die einer Behandlung bedarf, führt er die entsprechenden Geräte ein. Mit Haken, Messern und Scheren kann er Probleme am Knie behandeln. Nach der Arthroskopie ist es wichtig, das Knie hoch zu legen und zu kühlen.

Operation oder konservative Maßnahme?

An diesem Punkt scheiden sich die Geister und auch die Meinungen vieler Mediziner. Wann bestehen gute Heilungschancen mittels einer konservativen Behandlung? Und wann ist das Problem so enorm, dass eine Operation Sinn macht?

Tatsächlich sind es bei vielen Knieproblemen die gleichen Maßnahmen, die ergriffen werden und zur Schmerzlinderung führen: Schonung des Knies, Unterstützung mittels einer Bandage und der gezielte Aufbau von Kraft und Beweglichkeit mittels einer Physiotherapie.

Mit gezielten Übungen verkürzte Muskeln fit machen

Letzteres untermauert eine These, die immer mehr Mediziner vertreten: Anstatt gleich zum Skalpell zu greifen, sind gezielte Übungen das A und O für ein gesundes Knie. Unsere Muskeln, Sehnen und Faszien sind im Alltag häufig unterfordert bzw. immer den gleichen Bewegungen ausgesetzt. Dadurch bauen sie, simpel ausgedrückt, immer mehr ab. Sie verhärten und verkürzen sich, sie büßen Elastizität und Belastungsfähigkeit ein.

Dennoch ist in Einzelfällen auch eine Operation sinnvoll. Zum Beispiel bei buchstäblich zertrümmerten Kniegelenken, bei denen selbst Kräftigungsübungen keine neue Stabilität versprechen.

Prävention erspart langfristige Knieschmerzen

Allerdings sollte eine Operation der letzte Ausweg sein. Viele langfristigen Probleme mit dem Knie lassen sich vermeiden, wenn man schon vor einem aufkommenden Schmerzgefühl damit beginnt, die Knie mittels spezieller Übungen stark zu machen. Das erspart nicht nur viel Ärger, sondern erhöht die Chancen, dass man auch im hohen Alter beschwerdefrei Sport ausüben kann.

Damit Knieprobleme erst gar nicht entstehen: Die Onlinetherapie für zuhause

Effektive Übungen gegen Knieschmerzen und bei Beschwerden im Knie für zuhauseUnser Tipp: Wussten Sie, dass nirgendwo so viele künstliche Kniegelenke eingesetzt werden wie in Deutschland? Auch Gelenkspiegelungen gehören erstaunlicherweise zu den häufigsten Eingriffen bei Schmerzen im Knie. Das unglaubliche dabei ist, dass die meisten dieser Operationen absolut unnötig sind! Das belegt eine umfangreiche Studie der Bertelsmann-Stiftung.

In vielen Fällen reichen oft gezielte Übungen aus, um die Kniebeschwerden wieder in den Griff zu bekommen. Das Konzept des Online-Trainings-Systems für die optimale Kniegesundheit beinhaltet ein innovatives Trainingssystem basierend auf den drei Säulen Beweglichkeit, Stabilität und Kraft.

Dabei richtet sich das Training an alle Menschen mit überhöhten muskulär-faszialen Spannungen, mit einer Entzündung im Knie, postoperativ nach abgeschlossener Rehabilitation beim Physiotherapeuten und allgemeinen Schmerzen im Kniegelenk durch Asymmetrien und Dysbalancen, sowie an gesunde und schmerzfreie Sportler, die präventiv ihre Kniegesundheit sichern möchten. Durch die verschiedenen Steigerungsmöglichkeiten wird jeder Patient/ Sportler an seinem aktuellen Stand abgeholt und verzeichnet anschließend regelmäßige Fortschritte!

Ganz bequem von zuhause aus: Einfach aber effektiv!

Übungen gegen Knieschmerzen

 

Über den Autor

Niklas Nowak

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