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Nahrungsunverträglichkeit: So funktioniert die Eliminationsdiät

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Nahrungsmittelunverträglichkeit: Viele Menschen klagen über diffuse Symptome wie dauerhafte Müdigkeit oder Verdauungsbeschwerden. Oft finden die behandelnden Ärzte keine konkrete Ursache hierfür. Nancy Sölter stellt mit der Eliminationsdiät eine Methode vor, mit der jeder für sich selbst herausfinden kann, ob ernährungsbedingte Ursachen vorliegen.

Was gibt es für Nahrungsunverträglichkeiten?

Moderne Untersuchungen (Gastroenterol 2012; Freese 2016, Sampson HA et al. 1997) bringen Entzündungsprozesse mit diesen Symptomen in Verbindung; diese können wir mit unserer Ernährung beeinflussen. Die Eliminationsdiät stellt für Betroffene eine Möglichkeit dar, selbst herauszufinden, welche Lebensmittel unerwünschte Reaktionen auslösen können, und hilft ihnen dabei, eine einfache und nachhaltige Lösung zu finden.

Die häufigsten Nahrungsmittelallergene sind Kuhmilch, Soja, Gluten, Nüsse und Fisch. Bei einigen Menschen können diese Lebensmittel eine eosinophile Ösophagitis (allergiebedingte Entzündung der Speiseröhre), eine Zöliakie und psychische Erkrankungen hervorrufen. Der damit einhergehende Leidensdruck und die dauerhafte Einschränkung der Lebensqualität erhöhen die Wichtigkeit der frühzeitigen Erkennung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

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Wie äußert sich eine Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Allgemein werden durch Nahrungsmittel ausgelöste Beschwerden als Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder -intoleranzen bezeichnet. Sie treten auf, wenn der Körper nicht in der Lage ist, bestimmte Bestandteile der Nahrung vollständig zu verdauen und zu verwerten, oder wenn das Immunsystem diese Stoffe als Fremdkörper erkennt und zu beseitigen versucht. Der Verzehr bestimmter Lebensmittel verursacht dann regelmäßig Verdauungsbeschwerden und andere Symptome wie Herzrasen, Kopfschmerzen etc. Man unterscheidet zwischen Unverträglichkeiten, die durch das Immunsystem bzw. Immunglobine ausgelöst werden („Nahrungsmittelsensibilität“), und einer „Nahrungsmittelintoleranz“, an der das Immunsystem nicht beteiligt ist, sondern vermutlich ein Enzymmangel vorliegt. Dabei können verschiedene Nahrungsbestandteile und Inhaltsstoffe problematisch sein. Bestimmte Substanzen sind allerdings auffällig häufig für die Beschwerden verantwortlich, u. a. Gluten, Fruktose, Histamin und Laktose.

Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit kann die Ernährung, die Leistungsfähigkeit, das Körpergewicht und den gesamten Gesundheitszustand des Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Oft vermutet man auch psychosomatische Ursachen. Durch die nicht entdeckte Allergie werden Betroffene oft vom Allergologen über verschiedene Fachärzte bis zum Psychiater weitergeschickt. Da die Magen-Darm-Probleme nicht so leicht einzuordnen sind, vergehen oftmals Jahre, bis eine exakte Diagnose mit gezielter Ernährungsumstellung vorliegt. (Bengtsen 1996; Vivinus-Nebot M et al. 2012; Sicherer SH, Sampson HA, Food allergy, 2018)

Kann der Darm eine Nahrungsmittelunverträglichkeit auslösen?

Nachweislich steigt die Prävalenz an Nahrungsmittelunverträglichkeiten in den letzten Jahren stetig an. Gründe dafür scheinen Umwelteinflüsse wie z. B. Monokulturen, industriell hergestellte Nahrungsmittel, eine Störung der Barrierefunktion von z. B. Darm und Haut (und dadurch vermehrter Einstrom von Nahrungsmittelallergenen), der Einsatz von Pestiziden und Entzündungen des Magen-Darm-Traktes zu sein. Die Symptomatik der Nahrungsmittelunverträglichkeiten betrifft sowohl den Magen-Darm-Trakt mit typischen Beschwerden wie Magenschmerzen, Blähungen, Verstopfungen und Durchfall als auch Bereiche außerhalb des Magen-Darm-Traktes, die sich durch Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Herzrasen, Hautreaktionen, Depressionen, körperliche Schwäche und Müdigkeit zeigen können. (S. C. Bischoff 2012)

Wie finde ich heraus, ob ich eine Nahrungsmittelunverträglichkeit habe?

Das Eliminationsprinzip ist ein diagnostisches Verfahren zur Ermittlung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten, wenn allergologische Tests keine hinreichenden Aufschlüsse ergeben haben. Bei dem Prinzip der Elimination werden nach einem festen Schema wochenweise verschiedene Lebensmittelgruppen weggelassen und anschließend wieder in den Essensplan aufgenommen, um mögliche Reaktionen des Körpers gezielt auf einzelne Lebensmittel zurückführen zu können. Zu Beginn wird ein Ernährungstagebuch erstellt, ein sogenanntes Symptomprotokoll. Es kann den Verdacht einer Nahrungsmittelunverträglichkeit erhärten und hilfreich dabei sein, individuell schlecht verträgliche Nahrungsmittel zu identifizieren.

Symptomprotokoll:

  • Arbeitstag oder Urlaubstag (und der damit einhergehende Stress)
  • Datum/Uhrzeit
  • konsumierte Nahrungsmittel/ Getränke
  • Wurden Medikamente eingenommen?
  • Symptome/Beschwerden (Blähbauch, Durchfall etc.)
  • Verdauung

Wie läuft eine Eliminationsdiät bei vermuteter Nahrungsmittelunverträglichkeit ab?

Während der eigentlichen Elimination werden dann für vier Wochen gleichzeitig Koffein, Zucker, Alkohol, Sojaprodukte, Milchprodukte, verarbeitetes Fleisch und glutenhaltiges Getreide vollständig gemieden. Sollte dies nach den ersten Wochen keine Besserung bringen, können zusätzlich Nachtschattengewächse, Eier, Fisch u. a. eliminiert werden. Um das Ergebnis nicht zu verfälschen, sollte man in der festgelegten Zeit keinerlei Ausnahmen machen, was z. B. Restaurantbesuche oder den Verzehr von Fertiggerichten schwierig macht. Während der Elimination wird das Ernährungstagebuch ebenfalls geführt, um zu dokumentieren, was genau gegessen wurde und ob dieses Nahrungsmittel eine Reaktion ausgelöst hat. Im besten Fall sind die Beschwerden nach zwei Wochen verschwunden oder zumindest stark verbessert. Ist dies nicht der Fall, muss überprüft werden, ob wirklich alle Hauptnahrungsgruppen genauestens eliminiert wurden; auch sollte man unbedingt alle Etiketten auf den Produkten mit der Auflistung der Inhaltsstoffe sorgfältig lesen.

Wurde die Elimination genau eingehalten und die Beschwerden bestehen trotzdem weiter, könnte es daran liegen, dass eine andere Nahrungsmittelgruppe die Reaktion auslöst, die nicht eliminiert wurde. Mithilfe des Ernährungsprotokolls lässt sich oft feststellen, welches Nahrungsmittel der Auslöser war. Dieses muss man dann ebenfalls umgehend eliminieren. Damit das Ergebnis nicht verfälscht wird und der Darm und das Immunsystem genug Zeit haben, sich zu regenerieren, ist es dann notwendig, die Elimination für zwei zusätzliche Wochen fortzusetzen.

Die Wiedereinführung der Nahrungsmittel

Nach den Eliminationsphase beginnt man mit der Wiedereinführung der Nahrungsmittelgruppe, die man davor am häufigsten gegessen hat, und nimmt davon eine große Menge zu sich. Anschließend beobachtet man die nächsten zwei Tage, ob sich Symptome einstellen. Auch diese Phase sollte unbedingt protokolliert werden. Stellen sich keine Symptome ein, kann zwei Tage später die nächste Gruppe eingeführt werden. So wird dann nach und nach mit allen Lebensmittelgruppen vorgegangen. Werden diese Nahrungsmittel ohne Probleme vertragen, darf man sie wieder konsumieren. Wird allerdings festgestellt, dass sich bei einer Nahrungsmittelgruppe Symptome entwickeln, muss diese umgehend vom Speiseplan gestrichen und für mindestens sechs, besser neun Monate erneut eliminiert werden. In dieser Zeit können sich der Darm und das Immunsystem ausreichend regenerieren.

Mithilfe von Nahrungsergänzungsmitteln kann man seine Darmflora dabei unterstützen. Ich empfehle die Zugabe von Glutamin, Vitamin D3 und eines Komplexes aus Darmbakterien (Probiotikum), um die Darmflora wiederaufzubauen. (Alpers DH 2006, De-Souza DA, Greene U 2005; O‘Mahony L et al. 2005; Guyonnet D et al. 2009; Guyonnet D, Schlumberger et al. 2009) Nach drei bis sechs Monaten wird das Nahrungsmittel, das nicht vertragen wurde, wieder eingeführt. Zeigen sich keine Symptome, kann es wieder in den Speiseplan aufgenommen werden. Dennoch sollte man es nur in Maßen konsumieren, um eventuelle Überreaktionen zu vermeiden.

Fazit

Das Eliminationsprinzip ist eine risikoarme Methode, um Unverträglichkeiten gegen bestimmte Nahrungsmittel festzustellen. Sie funktioniert aber nicht, wenn man sie nicht gewissenhaft durchgeführt, die Symptome falsch deutet oder diese nicht ausreichend dokumentiert. Deswegen ist es ratsam, die Elimination nicht allein durchzuführen, sondern einen qualifizierten Ernährungsberater hinzuzuziehen.

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Autorin: Nancy Sölter

Die Autorin ist in Leipzig als Personal Trainerin und Ernährungsberaterin speziell auf dem Gebiet der Nahrungsmittelunverträglichkeiten tätig.

www.nancy-personaltraining.de

 

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Über den Autor

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