Was ist Biohacking? Gesünder, glücklicher und leistungsfähiger leben

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Biohacking: Über die letzten Jahre ist eine Bewegung von Do-it-yourself-Wissenschaftlern herangewachsen. Sie setzt neue technologische Errungenschaften dazu ein, um in einer technologiedominierten Welt die Werkzeuge der Natur in noch nie dagewesener Form nutzbar zu machen. Damit wir gesünder, glücklicher und leistungsfähiger leben. Diese Wissenschaftler nennen sich selbst Biohacker und ihre Methoden werden als Biohacks bezeichnet.

Biohacker und Biohacks

Unser Körper ist ein erstaunliches Instrument, das, wenn wir es richtig behandeln, enorm anpassungs- und widerstandsfähig sein kann. Wir sind dazu gemacht, uns auf unterschiedliche Licht-, Nahrungs- und Temperaturverhältnisse einzustellen und dabei enorm flexibel.

Genauso wie sich Reptilien häuten, Bäume die Blätter verlieren oder Pinguine eine besondere Fettschicht bilden können, haben wir von der Evolution Mechanismen mitbekommen, die es uns erlauben, uns zu verschiedenen Jahreszeiten auf diesem Planeten wohlzufühlen. Gleichzeitig haben wir uns eine künstliche Umwelt geschaffen, die diese Mechanismen mehr und mehr unterdrückt.

Optimiert durch Rückbesinnung auf das Wesentliche

Unsere heutige moderne Gesellschaft ist geprägt von einem Paradigmenwechsel im Gesundheitsbereich – einem Wechsel von passiver Unwissenheit hin zu positivem Engagement und innovativer Eigeninitiative. Max Gotzlers Erstlingswerk Biohacking – Optimiere dich selbst wie auch seine leidenschaftliche Hingabe, mit der er anderen wichtige Werkzeuge zum Erhalt ihrer Gesundheit und Tipps für einen lebensverändernden Lifestyle an die Hand gibt, ist Zeugnis dieses neuen Trends und erfüllt mich mit Freude und Stolz.

Unsere Umwelt hat sich in den letzten 100 bis 150 Jahren massiv verändert. Heute sind wir nicht mehr machtlos immunologischen Angriffen ausgesetzt, müssen uns nicht mehr gegen Attacken wilder Tiere wehren oder uns von menschheitsdezimierenden Kriegen erholen. Unsere große Herausforderung für ein gesundes (Über-)Leben liegt heute in der von uns selbst veränderten Umwelt und in einem uns immer artfremderen Umfeld.

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Biohacking: Halten Sie Ihren Körper und Geist »im Flow«

Wir leben in einer elektrifizierten und digitalisierten Umgebung, die uns unserem gewohnten natürlichen elektromagnetischen Feld und Lichtspektrum entzieht, und damit unserem Organismus zunehmend zu schaffen macht. Mehr denn je brauchen wir daher Hilfsmittel und Instruktionen zur Rückbesinnung! Um unseren Körper und Geist »im Flow« zu halten und täglich aufs Neue Türen zur eigenen Regeneration zu öffnen.

Bei meiner Beschäftigung mit Biohacking und Optimierung besinne ich mich gern auf Nassim Nicholas Talebs Begriff der »Antifragilität«. Denn wir sollten verstehen lernen, dass wir unserem Körper und Geist Gutes tun, indem wir ihn nicht (krampfhaft) auf Robustheit und Resilienz trainieren, sondern durch eine Rückbesinnung auf ursächliche Wirkmechanismen der Natur, durch eine Reduktion auf das Wesentliche, antifragiler, also weniger zerbrechlich, werden. Nur so können wir uns besser an unser verändertes Umfeld anpassen und gestärkt und optimiert weiterbestehen.

Schauen Sie für die Selbstoptimierung über den Tellerrand

Bei Biohacking und Optimierung heißt es daher, weiter über den Tellerrand einfacher biochemischer oder elektrophysikalischer Vorgänge zu schauen. Wir benötigen ein vertieftes Verständnis unserer evolutionären Herkunft und unseres individuellen körperlichen und geistigen Zustands: Wo befinde ich mich? Wie fragil reagiere ich auf meine Umwelt? Wie reagiert mein Organismus auf molekularer Ebene auf mein internes und externes Umfeld?

Unsere persönliche Fragilität – oder besser natürlich unsere Antifragilität – zeigt sich in unserer Reaktion auf unsere »moderne« Ernährung und darin, wie flexibel unser Stoffwechsel mit unseren heutigen Nahrungsmitteln umgehen kann. Ebenso spiegelt unser zelluläres Energieniveau unsere Adaptionsfähigkeit an die Umwelt wider. Wer schon am Morgen an Energiemangel leidet, bekommt die eigene Fragilität klar vor Augen geführt.

Eigentlich sind wir aber wie kein anderes Lebewesen dafür geschaffen, unsere großartige Denkfähigkeit zu unserem Vorteil zu nutzen und mit großer Kraft und Beweglichkeit den Alltag zu meistern.

Selbstoptimierung für geistige und körperliche Agilität

Geistige und körperliche Agilität sollte unsere Signatur sein! Man mag es nennen wie man will – biohacken, optimieren, pimpen (oder irgendein anderer Trendbegriff) –, wichtig ist, dass sich hier alles um die lebenswichtigen Aspekte zur Förderung körpereigener Adaptionsmechanismen dreht, die uns in einer strapaziösen Umwelt entspannter, antifragiler und standfester machen.

„Ich wünsche allen Lesern den gleichen positiven Drive, den Max und ich täglich leben und vorleben. Kommunizieren Sie wie wir immer wieder aufs Neue mit jeder einzelnen Ihrer Zellen. Passen Sie Ihr internes und externes Umfeld so an, dass zelluläre Freude entsteht und bleibt. Folgen Sie keinem Trend, kopieren Sie nicht blind Internetempfehlungen und glauben Sie nicht alles, was Sie lesen. Lernen Sie Ihren eigenen Körper kennen und tauchen Sie in die Materie ein. Dann beginnt das wahre Abenteuer Ihrer eigenen Optimierung und Sie werden jeden Tag ein Quäntchen antifragiler. Es gibt viel zu tun – also packen Sie es an!“

Mit den besten Wünschen für eine optimale »antifragile« Zukunft.

Anja Leitz, Neurofeedbacktherapeutin und Ernährungsexpertin

Was ist Biohacking?

Das Wort Biohacking setzt sich zusammen aus den beiden Begriffen »Bio«, was für die Biologie und das Leben steht, und »Hacking«, ein englisches Wort aus dem Computerbereich, das eine Art der Entschlüsselung bezeichnet. Zusammen ergibt sich eine Form der biologischen Entschlüsselung mit dem Ziel, uns als Menschen besser zu verstehen.

Die Definition von Biohacking

Heute ist Biohacking weltweit zu einem Megatrend geworden. Es geht dabei im Prinzip darum, ein biologisches System auseinanderzunehmen, zu verstehen und wieder zusammenzusetzen. Dabei hat sich die Community auf folgende Definition geeinigt: »Biohacking bedeutet das Optimieren von Körper und Geist mithilfe von Technologie, Wissenschaft und Systemdenken.«

Mittlerweile finden rund um den Globus zahlreiche Biohacking-Konferenzen und -Veranstaltungen statt, auf denen sich Experten und Interessierte aus den verschiedensten Bereichen einfinden. Neben Ernährungswissenschaftlern kannst du bei einem solchen Event zum Beispiel auch Fitnesstrainern, Neoschamanen, Musikern, Unternehmern, Leistungssportlern und Neurochirurgen die Hand schütteln. Alle vereint das Ziel, Körper und Geist besser zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen und damit neue Werkzeuge zu gewinnen, um Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden nehmen zu können.

Stell dir eine Art Daniel Düsentrieb vor, der eine innere Neugierde für die biologischen Vorgänge in seinem eigenen Körper hat.

Biohacking in Bezug auf neuartige Trainingsmethoden

Spätestens seit die BILD-Zeitung über Biohacking in Bezug auf die neuartigen Trainingsmethoden von jungen Fußballtalenten wie Erling Haaland und Serge Gnabry berichtete[i], ist Biohacking auch hierzulande in der breiten Öffentlichkeit angekommen. Mittlerweile gibt es Biohacking-Events auf der ganzen Welt, auf denen du mit den neuesten Geräten herumexperimentieren, dein Genprofil testen lassen, verheißungsvolle Tinkturen probieren, dich magnetisch behandeln lassen, außergewöhnlichen Vorträgen lauschen und sogar in einer Sauna schwitzen oder ins Eiswasser springen kannst. All diese Menschen auf diesen Events verbindet ein Interesse für die biologische Entfaltung unserer individuellen Potentiale.

Ich freue mich, dass du dich für dieses Thema entschieden hast! Denn damit nimmst du Teil an einer Bewegung, die in den nächsten Jahren weiter Fahrt aufnimmt. Und, nach meinen Beobachtungen, unsere Gesellschaft von innen heraus revolutionieren wird.

Willkommen in der aufregenden Welt des Biohackings!

Biohacker-Spickzettel Motivation

    1. Entwickle ein Anliegen, dass dich von innen heraus antreibt. Der Unterschied zu einem Ziel ist, dass ein Anliegen zeitlich unbegrenzt ist, dich also dauerhaft motivieren kann wie »Mein Anliegen ist, ein Vorbild für meine Kollegen und Kinder zu sein«.
    2. Sei dir bewusst, dass die Motivation, die du brauchst, um etwas anzufangen von derjenigen, die dich zum Durchhalten antreibt, unterschiedlich ist.
    3. Entwickle einen gesunden Rhythmus und baue Momentum auf, um möglichst viele Flow-Momente zu erleben. Besonders wichtig ist hier dein Schlaf-Wach-Rhythmus.
    4. Lass deinen Körper Dopamin produzieren, indem du täglich Sonnenlicht tankst, deine Wasservorräte auffüllst und die richtigen Nährstoffe zuführst. Reduziere gleichzeitig den Konsum von künstlicher Motivation durch Substanzen wie Nikotin oder Medikamenten.
    5. Umgebe dich mit positiven Menschen, die dich herausfordern. Lenke deine Gedanken auf die Fortschritte und Errungenschaften auf deinem Weg zu deinem Ideal.

 

Was ist ein Ego-Depletion-Effekt und wie kann man ihn vermeiden?

»Sollte ich heute zum Training gehen? Eigentlich schon. Andererseits fühle ich mich heute leicht kränklich. Vielleicht gehe ich dafür dann morgen und übermorgen, wenn ich wieder mehr Energie habe.« Bestimmt kennst du diese Art des inneren Dialoges. Es gibt Menschen, die können so lange mit sich selbst diskutieren, bis sie vollkommen erschöpft sind und sich ausruhen müssen.

Sozialpsychologen und Verhaltensökonomen nennen das den »Ego-Depletion-Effekt« oder das Modell der mentalen Erschöpfung. Wissenschaftler sind sich soweit einig, dass Menschen, die einen hohen Grad an Willenskraft haben, mehr Erfolg und Lebenszufriedenheit erfahren.[ii] Sie sind sich allerdings noch uneinig, ob die Willenskraft genau wie ein Muskel trainiert und damit vermehrt werden kann.[iii] Klar scheint zu sein, dass deine tägliche Willenskraft begrenzt ist und diese mit der Energie, die du für die Entscheidungsfindung aufbringst, aufgezehrt wird.[iv]

Biohacking am Beispiel von Steve Jobs

Um Entscheidungen zu fällen, bedarf es Energie. Es fängt bereits damit an, welches Hemd du heute tragen solltest, und ob du deinen Kaffee heute als einen kleinen oder großen Cappuccino trinken willst. Mit diesem Bewusstsein kannst du dich allerdings auch dazu entscheiden, unwichtige Entscheidungen schnell zu treffen und somit deine Willenskraft für wichtigere Probleme aufzuheben. Ein Grund, warum Steve Jobs stets ein schwarzes Turtle Neck trug, war, um die ihm wohl bekannte Decision Fatigue zu vermeiden.

Mein Tipp: Triff heute Abend bereits einfache Entscheidungen für morgen. Z. B., was du frühstücken, welches Kleid du tragen oder ob du zum Yoga gehen wirst. Spare dir so deine Willenskraft. In den meisten Fällen ist deine erste Wahl sowieso mindestens genauso gut wie alle Entscheidungen, die darauf folgen.

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In einer Welt voller Versprechungen werden uns täglich schnelle Erfolge in Aussicht gestellt, sei es bei der Ernährung, an der Börse oder im Beruf. Diese sind in der Regel nur von kurzer Dauer, wenn sie denn überhaupt eintreten. Wer die großen Erfolge feiern will, braucht Durchhaltevermögen, eine positive Einstellung und den Blick für das Wesentliche. Was würde es also für das eigene Leben bedeuten, wenn man ein ganzes Jahr lang, Tag für Tag, seine guten Vorsätze umsetzen würde?

Biohacker Max Gotzler hat die besten Methoden und Strategien der Biohacker in 366 Lektionen verpackt. Sie helfen täglich, das eigene Leben nach den persönlichen Vorstellungen zu gestalten. Die Lektionen liefern kleine Aufgaben und Wissenswertes, um motivierter in den Tag zu starten, sich gesünder zu ernähren, produktiver am Arbeitsplatz zu sein und besser zu schlafen. Denn es sind die täglichen kleinen Dinge, die die größten Unterschiede machen.

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Quellenangabe

[i] https://www.bild.de/bild-plus/sport/fussball/fussball/fc-bayern-auf-diese-bio-hacking-tricks-setzt-tor-held-serge-gnabry-69053994,view=conversionToLogin.bild.html###wt_ref=httpsProzent3AProzent2FProzent2Fwww.google.comProzent2F&wt_t=1594981411519

[ii] Martin S.Hagger, et al.: »Ego depletion and the strength model of self-control: a meta-analysis«, in: Psychological bulletin, 136.4 (2010). 495.

[iii] https://www.monda-magazin.de/leben/selbstdisziplin-trainieren

[iv] Roy F.Baumeister, et al.: »Ego depletion: Is the active self a limited resource?«, in: Journal of personality and social psychology, 74.5 (1998). 1252.

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