Übersäuerung am Nervensystem erkennen: Signale und Symptome

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Übersäuerung am Nervensystem: Wenn ein Mensch übersäuert, bleibt das oft über eine lange Zeit hinweg unentdeckt. Dabei spricht der Körper eigentlich von Anfang an eine eindeutige Sprache, um uns zu zeigen, dass etwas nicht stimmt und dass es Zeit zum Handeln ist. Viele von uns haben es jedoch verlernt, diese eigentlich so klare Sprache, in der der Körper mit uns spricht, zu verstehen.

Die Säure-Basen-Balance

Wenngleich es neben dem Säure-Basen-Haushalt auch andere Gründe für derartige Symptome geben kann, zeigte mir meine langjährige Erfahrung in der klinischen Arbeit, dass die nun im Folgenden beschriebenen Symptome sehr häufig bei Menschen auftraten, die übersäuert waren. Wurde die zugrunde liegende Übersäuerung behandelt, führte das häufig zu einer ganz wesentlichen Verbesserung der Beschwerden. In so manchem Fall durfte ich sogar miterleben, wie zahlreiche dieser Symptome und zum Teil sogar die ihnen zugrunde liegende Krankheit völlig verschwanden.

Mögliche Anzeichen für eine Übersäuerung am Nervensystem

  • allgemeines Unwohlsein
  • gesteigerte Erschöpfbarkeit, rasch auftretendes Gefühl der
    Überforderung
  • Burnout-Thematik
  • depressive Themen
  • Verminderung der Konzentrationsfähigkeit,
  • Abgeschlagenheit
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Instabilität auf mentaler Ebene
  • innere Unruhe
  • Verstärkung von Schmerzen
  • Begünstigung von depressiven Thematiken und Gefühle von
    Aussichts-, Sinn- und Hoffnungslosigkeit
  • Schmerzprobleme
  • verminderte Schmerzschwelle

Signale einer Übersäuerung

Wenn die Säurelast zu hoch ist, werden die Nerven schwer in Mitleidenschaft gezogen, oft mit fatalen Konsequenzen für die Betroffenen. Dabei wären solche Probleme mit dem notwendigen Wissen oft einfach zu verhindern gewesen. Ich erinnere mich noch gut an einen Patienten, der mir schilderte, wie sehr es ihm mit den Jahren immer mehr zu schaffen machte, dass er, im Gegensatz zu früher, immer schneller erschöpft war.

Drei Jahre zuvor stand er mit Mitte fünfzig morgens noch energiegeladen auf, um dynamisch seinen Tag zu beginnen. Konnte er damals noch problemlos bis in die späten Abendstunden aktiv und erfolgreich sein, so fiel ihm dies nun schon seit geraumer Zeit immer schwerer. Nun kam es immer öfter dazu, dass er sich schon am Vormittag wie gerädert fühlte.

In den letzten Monaten war er, trotz langer Nachtruhe und Mittagsschlaf, morgens schon dermaßen erschöpft gewesen, dass er gegen elf Uhr an seinem Schreibtisch eingeschlafen war. Darüber hinaus klagte er über zunehmende Ein- und Durchschlafstörungen, Nachtschweiß und eine immer häufiger auftretende innere Unruhe, die ihn scheinbar ›aus dem Nichts‹ überfiel. Dabei hatte er nach eigenen Angaben nichts Entscheidendes anders gemacht als in den Jahren davor.

Säure-Basen-Diagnostik

Nach unserem Erstgespräch stimmte er einer Säure-Basen-Diagnostik zu. Einige Tage später hatten wir deutliche Anhaltspunkte dafür, dass er so schwer übersäuert war, dass bei ihm bereits eine so genannte ›Säurestarre‹ vorlag.

Er begann nun direkt, meine Empfehlungen zu einer Therapie umzusetzen und nach nicht einmal einer Woche setzte bei ihm eine deutliche Besserung ein. Einige Wochen später war er wieder so agil, unternehmungslustig und zugleich angenehm ausgeglichen, wie er es seit Jahren nicht mehr erlebt hatte. Wir hatten die Ursache für seine gesteigerte Erschöpfbarkeit erkannt und gegengesteuert.

Zuvor hatte er mehrere Ärzte, darunter auch einen Nervenspezialisten und einen Heilpraktiker konsultiert und im Jahr davor hatte er, in der Hoffnung, er würde damit seinem Problem beikommen können, einen Kurs in Achtsamkeit belegt. Keiner der Versuche fruchtete jedoch wirklich. Sein tatsächliches Problem, nämlich eine stetig ansteigende Säurelast, hatte keiner bemerkt oder auch nur in Erwägung gezogen.

Stetig ansteigende Säurelast

Nun war es ihm mit einfachsten Mitteln gelungen, das eigentliche Problem nicht nur aufzudecken, sondern
binnen weniger Tage sogar effektiv mit seiner Lösung zu beginnen. Hinter nervlichen Problemen stehen immer wieder und oftmals völlig unbemerkt in Wirklichkeit nicht hemmende Glaubenssätze oder unbewältigte Erlebnisse, sondern schlichtweg eine chronisch gewordene zu hohe Säurelast. Wenn das Nervensystem dadurch an seiner vollen, natürlichen Funktionsfähigkeit gehindert wird, kommt dann mitunter ein Punkt im Leben, an dem der betreffende Mensch die Herausforderungen seines Alltags nicht mehr bewältigen kann.

So kommt eine Abwärtsspirale an Leib und Seele in Gang, der weder mit Therapie, noch mit Entspannungsmethoden oder Psychopharmaka wirklich beizukommen ist. Das Resultat kann für die Betroffenen katastrophal sein – gesundheitlich, gesellschaftlich und beruflich.

Der Säure-Basen-Haushalt

Ich kenne mittlerweile eine Reihe von Psychotherapeuten, die davon ausgehen, dass ein niedriger zweistelliger Prozentsatz an Menschen, die in Therapie sind, niemals therapiebedürftig geworden wäre, wenn jemand rechtzeitig nach dem Säure-Basen-Haushalt der Betroffenen gefragt hätte.

Wenn sich überschüssige Säure im Bindegewebe ablagert, kann es sehr lange dauern, bis sich die ersten Symptome dieser Säurelast auch zeigen. Weit schneller treten hingegen die Anzeichen einer Übersäuerung dort zutage, wo der Körper am feinfühligsten ist: an den Nerven.

Die Erklärung von Forschern ist dazu folgende: Um bestmöglich arbeiten zu können, ist das Gehirn auf die Zufuhr von Blut mit einem pH-Wert von 7,4 angewiesen. Liegt der pH-Wert darunter, werden die Nervenzellen ihr Potential nicht mehr voll abrufen können. Denn wenn die Belastung mit Säure im Blut zu hoch ist, werden, ähnlich wie beim Bindegewebe, überschüssige Säuren aus dem Blut auch in den Nerven abgelagert. Das Ergebnis ist dann eine Beeinträchtigung der Nervenfunktion.

Säureablagerung: Beeinträchtigung der Nervenfunktion

Die Notruf-Signale, mit denen der Körper sich nun zu melden beginnt, können vielfältig sein. Zunächst fühlt sich der betroffene Mensch oft ganz allgemein unwohl. Oft hat er Probleme durch Müdigkeit, fühlt sich nervös, schnell erschöpft, unausgeglichen und oft nur wenig belastbar. Wenn bereits ein Schmerzproblem vorliegt, etwa Rücken-, Gelenk- oder Kopfschmerzen, wird es durch zu viel Säure häufig verstärkt.

Jedes einzelne Symptom kann ein Signal des Körpers sein. Wenn nun diese Hilferufe des Körpers überhört werden, kann es sein, dass sie sich zunächst verstärken und, wenn weiter unbeachtet, zu neuen weiteren Komplikationen führen, die in den unterschiedlichsten Bereichen auftreten können.

Erschöpfung, Angst, Depression

Fast an jedem einzelnen Tag habe ich bei meiner Arbeit in einer Klinik für Verhaltenstherapie mit Menschen zu tun, denen schwere Erschöpfungssyndrome, Gefühle von Hoffnungslosigkeit, depressive Themen und teils chronische, teils akute Schmerzen schwer zu schaffen machen. Bei vielen von ihnen zeigt sich nach entsprechender Testung, dass sie deutlich und vermutlich schon seit längerer Zeit mit einer zu hohen Säurelast im Körper zu tun haben.

Konnten wir die Übersäuerung erst einmal feststellen und folgt dann eine entsprechende Behandlung, verbessern sich diese Nervensymptome oft bereits in den ersten Wochen deutlich. Unruhezustände verschwinden, das Leistungsvermögen nimmt wieder zu und sogar die Schmerzschwelle steigt wieder an.

Entsäuerung des Körpers bei Schmerzpatienten

Selbst bei einer gezielten Schmerztherapie steht und fällt der Erfolg oftmals mit der Säure-Basen-Balance, da, so die Meinung von Naturheilkundlern, ein Zuviel an Säure das Nervengewebe und die freien Nervenendigungen sensibler werden lässt. Viele Schmerzpatienten konnten während einer fundierten Entsäuerung des Körpers ihre Schmerzprobleme abmildern und mitunter, das konnte ich selbst mehrfach erleben, sogar vollständig lösen.

In diesem Zusammenhang erinnere ich mich noch gut an eine meiner ersten Patientinnen, die unter dem Fibromyalgiesyndrom litt – einem weit verbreiteten Schmerzsyndrom, das in verschiedenen Körperregionen auftreten kann, und das oft mit Schlafstörungen und vermehrter Erschöpfung einhergeht. Bis heute sind die Ursachen der Fibromyalgie weitgehend ungeklärt. Fakt ist jedoch, dass den Betroffenen eine allgemein erhöhte Schmerzempfindlichkeit zu schaffen macht.

Das Fibromyalgiesyndrom

Ich glaubte damals selbst kaum an meine Empfehlung zu einer Entsäuerung, die ich ihr gegenüber machte. Vielmehr war ich bei der Frau einfach am Ende meiner Ideen, was ihr denn noch helfen könne. Nach einem ungünstig ausgefallenen Test zur Säure-Basen-Belastung einfach nur glücklich, wenigstens irgendetwas gefunden zu haben, was bei dieser Patientin labormäßig außerhalb der Norm war, entschied ich mich also, nach diesem für mich schwach anmutenden Strohhalm zu greifen, der sich mir in dieser Situation bot.

Für mich glich es einem kleinen Wunder, dass nun die Schritte zur Entsäuerung, die ich ihr von meinem inneren Standpunkt her eher halbherzig empfohlen hatte, doch tatsächlich einen Nutzen brachten: Denn nur fünf Wochen später meldete sie sich bei mir, um sich bei mir zu bedanken, weil die starken Beschwerden, die sie über Jahre gehabt hatte und die trotz unterschiedlichster Behandlungsversuche nicht verschwanden, völlig abgeklungen waren.

Bis heute, gut zehn Jahre später also, ist es, mit zwischenzeitlich immer wieder einmal aufkommenden kleinen Aussetzern, häufig ausgelöst durch übermäßigen Stress oder Episoden einer stark säurelastigen Lebensweise, so geblieben.

Empfindlichkeit gegenüber Elektrosmog

Sogar in Bezug auf die Empfindlichkeit gegenüber Elektrosmog und Mobilfunkstrahlung gibt es mittlerweile Experten, die der Säure-Basen-Balance eine entscheidende Bedeutung zumessen: je ausgeglichener der Säure Basen-Status, desto geringer das Risiko durch Elektrosmog; je schwerwiegender hingegen der Überschuss an Säure im Organismus, desto elektrosensibler der betreffende Mensch – einschließlich der damit einhergehenden Einschränkungen des Wohlbefindens.

Die Erklärung der Forscher: je höher die Belastung mit Säure, desto leichter werden Wasserstoff-(H+)-Teilchen an die Wandschichten der Blutgefäße gedrückt und Calcium freigesetzt. Dieses Calcium wandert dann in die Zellen der Gefäßwände und es kommt dadurch zur Bildung von Stickstoffmonoxid.

Das kann nicht nur die Immunleistung stören, sondern auch der Verengung von Blutgefäßen und der Bildung kleinster Blutgerinnsel Vorschub leisten, die beträchtlich das Wohlbefinden, die Leistungsfähigkeit und die Gesundheit stören können. So empfehlen denn mittlerweile auch immer mehr naturheilkundlich orientierte Mediziner bei Menschen, die empfindlich auf elektromagnetische Felder reagieren oder über Unwohlsein beim Telefonieren mit dem Handy klagen, auf den Säure- Basen-Haushalt zu achten.

Hörsturz und Ohrgeräusche

Auch Hörsturz und Ohrgeräusche werden von zahlreichen Naturheilkundlern und Alternativmedizinern mit einem Zuviel an Säure in Verbindung gebracht: Schließlich handelt es sich beim Innenohr um ein hochsensibles, feindurchblutetes Organ, das mit filigranen Flimmerhärchen ausgekleidet ist. Erst diese Flimmerhärchen ermöglichen die Übertragung der Schallwellen. Im Falle einer zu hohen Belastung mit Säure gelangt über das Blut die erhöhte Säurelast in diese hochfeinen Ohrstrukturen. Experten gehen davon aus, dass unter bestimmten Bedingungen diese säurebedingten Veränderungen des Zellmillieus durchaus auch Ohrgeräusche oder sogar einen Hörsturz auslösen können.

Autor: Thomas Frankenbach

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