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Sportverletzungen durch Krafttraining vorbeugen

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Sportverletzungen erleiden rund zwei Millionen Menschen jedes Jahr. Prof. Dr. med. habil. Thomas Tischer erläutert, welche Verletzungen dabei am häufigsten vorkommen und welche Gelenke meist betroffen sind. Er geht außerdem auf deren Prävention ein und beschreibt die Rolle, die Fitnessstudios dabei spielen.

Was sind die häufigsten Sportverletzungen?

Die häufigsten Sportverletzungen, die wir sehen, sind Bänderrisse. Ein Beispiel ist ein Riss des vorderen Kreuzbands. Aber auch Risse des Außenbands am Sprunggelenk, Meniskusverletzungen am Knie und Muskelverletzungen vor allem am Oberschenkel kommen häufig vor. Betroffene Gelenke sind meist das Knie, das Sprunggelenk und die Schulter.

Welche Sportarten am gefährlichsten sind ist schwierig zu sagen. Die Verletzungswahrscheinlichkeit hängt sehr von der ausgeübten Intensität ab – also ob man Freizeitsportler, Amateursportler oder Profisportler ist. Fußball ist in Deutschland sehr verbreitet. Hier sehen wir die meisten Verletzungen vor allem im Kniebereich und im Sprunggelenk. Sogenannte Risikosportarten sind sicherlich gefährlicher. Sie werden meist aber nur von Profis ausgeführt, die das gut meistern können.

Was gibt es alles für Sportverletzungen?

Die Verletzungen bzw. die betroffenen Gelenke sind je nach Sportart unterschiedlich. Fußballer erleiden meist Muskel-, Knie- und Sprunggelenksverletzungen. Auch Rückenbeschwerden kommen in dieser Sportart häufig vor. Beim Handball verletzen sich die Spieler ebenfalls oft an Knie- und Sprunggelenk und häufig auch an der Schulter. Typisch ist die Schulterluxation. Diese kann entstehen, wenn der Gegner in den Wurfarm greift. Das wird durch den Schiedsrichter massiv geahndet. Knieverletzungen entstehen meist durch viele Sprünge, Richtungswechsel, Gegnerkontakt usw. Beim Ski Alpin können die hohe Sturzgefahr und der Kontakt mit anderen Skifahrern zu unter anderem Knieverletzungen sowie Schulter- und Rumpfverletzungen führen.

Schwimmen ist eine relativ verletzungsarme Sportart. Abhängig vom Trainingsvolumen kann es aber zu Überlastungsbeschwerden vor allem im Schulterbereich kommen. Seltener sind die Knie oder der Rücken betroffen. Sportverletzungen beim Kitesurfen betreffen vor allem die Schulter, das Fuß- und Sprunggelenk sowie die Wirbelsäule. Bei Tennisspielern sind Schulterbeschwerden führend, gefolgt von Verletzungen, die durch ein Umknicken des Sprunggelenks entstehen. Auch leiden die Spieler teilweise unter Überlastungen im Ellenbogen. Dieses Phänomen bezeichnet man auch als Tennisellbogen. Bodybuilder verletzen sich nur selten ernst. Vielmehr kommt es zu Überlastungsbeschwerden in Schulter, Ellenbogen, Knie und Rücken. Diese werden vor allem durch hohe Trainingsvolumina und durch schwere Gewichte verursacht.

Wann ist eine Operation nötig?

Oftmals kann eine Sportverletzung konservativ behandelt werden. Das gilt zum Beispiel für die häufigen Muskelverletzungen vor allem am Oberschenkel. Hier ist initiale Kühlung, Hochlagerung, leichte Kompression und Sportpause sinnvoll. Die weitere Behandlung erfolgt dann je nach Schwere der Verletzung. Gerade Bandverletzungen am Knie bedürfen aber häufig einer operativen Versorgung. Meist ersetzen Mediziner das gerissene vordere Kreuzband mit einem Sehnentransplantat.

Wie schützt man sich durch Krafttraining vor Verletzungen?

Prävention ist ein ganz wichtiger Bereich, um Sportverletzungen vorzubeugen. Generell hat Sport zahlreiche positive Effekte auf unseren Körper – zum Beispiel wird dadurch das Herz-Kreislauf-System gestärkt. Außerdem unterstützt regelmäßige Bewegung beim Abnehmen und man bekommt ein besseres Körpergefühl. Diese positive Wirkung wird allerdings durch die negativen Effekte von Sportverletzungen teilweise wieder aufgehoben. Im Profisport haben sich daher gezielte Präventionsprogramme bereits teilweise etabliert. Mit diesen wird mittels gezielter Übungen versucht, vor allem die anfällige Knieregion so zu trainieren, dass weniger Verletzungen, vor allem Kreuzbandrupturen, passieren.

Auch im Freizeitsport kann Training im Fitnessstudio die Verletzungsgefahr beim Sport reduzieren. Ein Beispiel ist ein vorbereitendes Krafttraining vor Beginn der Skisaison. Durch das Training im Fitnessstudio wird die Kraft gestärkt, um anschließend den Skisport sicher auszuführen. Im Alter ist Krafttraining sehr sinnvoll, um die Gefahr von Stürzen zu reduzieren und damit das Risiko für altersbedingte Frakturen zu vermindern. Zudem wirkt sich Krafttraining positiv auf die Knochenmasse aus und beugt damit Osteoporose vor.

Es gibt ein paar generelle Grundsätze, wie man Sportverletzungen vorbeugen kann. Dazu gehört zum Beispiel, sich ausreichend aufzuwärmen und ein technisches Training nicht im ermüdeten Zustand am Ende des Trainings zu absolvieren. Weiterhin gilt es, ein Übertraining zu vermeiden. Das heißt, man sollte auf eine ausreichende Regeneration zwischen den Trainingseinheiten achten. Auch die richtige Belastungssteuerung ist wichtig – gerade bei Kindern und Jugendlichen besteht die Gefahr, den wachsenden Organismus zu überbelasten.

Wie hoch ist die Verletzungsgefahr im Fitnessstudio?

Die Verletzungsgefahr im Fitnessstudio ist relativ gering. Verletzungen durch herunterfallende Gewichte sind sehr selten. Die meisten Übungen werden in richtiger Technik und mit angemessenem Gewicht durchgeführt. Wird das Training übertrieben, kann es zu chronischen Überlastungen im Muskel-Sehnen-Bereich kommen. Auch Sehnenrupturen können vorkommen, zum Beispiel eine Ruptur der Sehne des großen Brustmuskels beim Bankdrücken. Beim Krafttraining ist generell die Schulterregion gefährdet, überlastet zu werden.

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Interview mit: Prof. Dr. med. habil. Thomas Tischer, Incoming Präsident der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) und Leiter der Sektion Sportorthopädie an der Orthopädischen Klinik, Universitätsmedizin Rostock.

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