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Vorderes Kreuzband gerissen: OP, Therapie, Training

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Vorderes Kreuzband verletzt: Insbesondere bei Ball- oder Skisportarten kommt es schnell zu einer Ruptur des Vorderen Kreuzbands. Nach der Verletzungen stellen sich viele Fragen: OP oder lieber nicht? Wann wieder mit dem Sport beginnen? Wie sieht ein sinnvolles Reha-Training aus? 

Inhaltsverzeichnis

  • Wie reißt man sich das vordere Kreuzband?
  • Vorderes Kreuzband operieren oder lieber nicht?
  • Welche Übungen sollte man bei einem Kreuzbandriss machen?
  • Spezielles Ausdauertraining
  • Vorderes Kreuzband mit sensomotorischem Training trainieren
  • Was solllte man bei einem Kreuzbandriss essen?
  • Vorderes Kreuzband: Psychosomatik bei einer Verletzung

Wie reißt man sich das vordere Kreuzband?

Das Buch zum Thema

Beim Sport gehören Kreuzbandverletzungen mit zu den häufigsten und kompliziertesten Verletzungen. Erstaunlicherweise entstehen die meisten Rupturen (Abrisse) ohne Fremdeinwirkung. Das vordere Kreuzband (VKB) kann durch Krafteinwirkung während der Kniegelenksrotation, -hyperextension und -hyperflexion sowie -translation verletzt werden. Auch bei seitlicher Krafteinwirkung kommt es oft zu Verletzungen. Dies ist häufig bei Beinfehlstellungen wie z.B. X- und O-Beinen der Fall. Typisch für Ballsportarten ist der Valgus-Innenrotationsmechanismus bei fast gestrecktem Kniegelenk. Beim Skisport kommt es häufiger zu Hyperflexionstraumata bei maximaler Quadrizepsinnervation und/oder Innenrotation im Kniegelenk.

Die Schwere der Verletzung reicht je nach Gewalteinwirkung von der isolierten Ruptur bis zu komplexen Verletzungen des Kapsel-Band-Apparates und/oder der Menisken bzw. des Knorpels. Generell findet ein Großteil der VKB-Rupturen zwischen dem 16. und 45. Lebensjahr statt. Insbesondere junge Frauen zeigen eine erhöhte Verletzungshäufigkeit. Des Weiteren gibt es Hinweise darauf, dass Menschen, die eine genetisch bedingte schwächere Struktur des Gewebes (Matrixstruktur) aufweisen, häufiger zu VKB-Rupturen neigen. Insbesondere diese Personengruppen sollten Präventionstraining machen, denn damit könnten Knieverletzungen erwiesenermaßen verhindert bzw. der Verlauf gemildert werden.

Vorderes Kreuzband operieren oder lieber nicht?

Kriterien für eine Behandlung ohne Operation sind:

  • Höheres Alter (eine generelle Altersbeschränkung für eine VKB-Rekonstruktion besteht jedoch nicht)
  • Vorher bestehende Arthrose
  • Eine sehr geringe Instabilität (d.h. die ärztlichen Instabilitätstests zeigen nur minimale Ergebnisse)
  • Eine isolierte VKB-Ruptur ohne Begleitverletzung
  • Mäßiges Sporttreiben in der Zukunft und/oder sehr niedrige Belastungsanforderungen im Alltag.
  • Personen, die viel Sport treiben, müssen die Bereitschaft zeigen, ihr Aktivitätsniveau (Zeit und Intensität) zu verringern

Kriterien für eine operative Behandlung sind:

  • Hohe Sportaktivität, d.h. eine nur geringe Bereitschaft, das Aktivitätsniveau zu verringern
  • Instabilitätsgefühl mit häufigem Wegknicken (wird auch als Giving-way-Phänomen bezeichnet)
  • Immer wiederkehrende Reizzustände im Kniegelenk
  • Neuromuskuläre Veränderungen (z.B. ein verändertes Gangbild, Beweglichkeitseinschränkungen etc.)
  • Patienten mit niedriger Compliance (geringe Eigenmotivation, sich an Verbesserungsprozessen aktiv zu beteiligen)
  • VKB-Rupturen mit Begleitverletzungen

Regenerationsverlauf bei VKB-Verletzungen:

Schlechte Aussichten auf eine Verbesserung ihrer Knieprobleme haben Personen, die rauchen, einen BMI über 30 haben oder bei denen Knorpelschäden im verletzten Knie vorliegen. Gute Aussichten auf eine Verbesserung ihrer Knieprobleme haben Personen mit guter Quadrizepskraft, wenig Schmerzen im vorderen Teil des Knies und Personen mit guten Ergebnissen beim Einbein-Sprungtest. Mit Bezug auf diese Kriterien kann der Trainer den Verletzten motivieren, ein erfolgreiches Training zu absolvieren.

Welche Übungen sollte man bei einem Kreuzbandriss machen?

Grundsätzlich gibt es beim Krafttraining keine Einschränkungen; gegebenenfalls sollte jedoch das Kniestrecker-Training nur mit proximalem Widerstand ausgeübt werden. Sinnvoll ist ein klassischer Kraftaufbau aller knie- und hüftumgebenden Muskeln (Ab-/Adduktoren, Kniestrecker/-beuger, Hüftstrecker, Unterschenkelmuskultur) und speziell der Rumpfmuskulatur.

Da nach einer vorderen Kreuzbandverletzung alle Anteile des Quadrizeps eine Atrophie zeigen, sollte man beim Training darauf achten, alle Muskelanteile gleichmäßig aufzutrainieren. Dabei sollte auf einen exzentrischen Einsatz des Quadrizeps geachtet werden. Durch Elektrostimulation lässt sich eine Isolierung des M. vastus medialis, M. vastus lateralis und M. rectus femoris erreichen. Krafttraining sollte immer in Kombination mit einem Koordinationstraining durchgeführt werden.

Spezielles Ausdauertraining

Ein Ausdauertraining nach einem VKB-Riss dient einer Steigerung der Durchblutung im Beinbereich. Dafür ist ein Training der gesamten Beinmuskulatur sinnvoll wie z.B. beim Aquajogging. Walking ist ebenfalls ein effektives Ausdauertraining, da zusätzlich auch der normale Gang geschult wird, der häufig durch eine Schonhaltung beeinflusst wurde. Der Kunde sollte zum Erlernen der Walkingtechnik am Anfang darauf achten, dass er das Training auf ebenem Untergrund durchführt, hierbei ist insbesondere das Laufband sinnvoll.

Vorderes Kreuzband mit sensomotorischem Training trainieren

Die Sensomotorik ist nach einer VKB-Verletzung gestört und muss durch spezielles Training wiedererlangt werden. Ein Stabilisationstraining nach einer VKB-Verletzung beinhaltet Bestandteile aus folgenden Trainingsmethoden: Feedbacktraining, Feedforwardtraining und Stabilitätstraining der Lenden-Becken-Region.

Feedbacktraining: Ziel ist das Erreichen der statischen Stabilität. Dies erfordert eine hohe Kontrollfähigkeit bei den Übungen:

  • Beinachsentraining (z.B. Step up, Step down),
  • Tiefensensibilitätstraining durch Airex-Matte oder Therapiekreisel,
  • Fußgewölbetraining für die Körperhaltung.

Feedforwardtraining: Ziel ist eine hohe Qualität bei der Bewegungsausführung zu erreichen (z.B. Spiegelkontrolle). Als Beispiel dient die Landung nach einem Sprung:

  • Anfangs wird kein Wert auf Weite oder Höhe gelegt.
  • Die Qualität der Beinachse und die Absorption der Landeenergie durch alle Gelenke der unteren Extremitäten stehen im Vordergrund.
  • Körperschwerpunkt über dem Kniegelenk/Patella in der Achse
  • Harmonische Knie-Hüft-Flexion und stabiler Rumpf.

Stabilitätstraining der Lenden-Becken-Region: Ziel ist das Erreichen einer guten Rumpfstabilität (Coretraining). Achtung: Erst bei ausreichender Leistungsfähigkeit beginnt der Kunde mit schnellkräftigen bzw. explosiven oder reaktiven Übungen. Damit ein progressiver Trainingssaufbau gewährleistet ist, empfiehlt sich die Durchführung einer methodischen Reihe. Beispiele sind das Lauf-ABC oder verschiedene Sprungvarianten.

Was solllte man bei einem Kreuzbandriss essen?

Wenn ein vorderes Kreuzband gerissen ist, sind vor allem die kollagenen Fasern des Kreuzbandes betroffen. Zusätzlich wird oft auch die Knochenstruktur verletzt. Um die Neubildung von Bindegewebs- und Knochenzellen zu unterstützen, werden nach einem Kreuzbandriss bzw. nach der OP folgende Bestandteile in der Nahrung empfohlen:

Prolin: Prolin wird im menschlichen Körper z.B. für die Bildung von Kollagen, dem Protein, aus dem Bindegewebe und Knochen bestehen, benötigt. Prolin hilft beim Aufbau der wichtigen Strukturen. Prolinreiche Lebensmittel sind z.B. Casein, Milch, Quark und Weizenkeime. Eine gute Lebensmittelkombination hierfür bietet ein Müsli mit Weizenkeimen und Quark oder Milch dazu. Bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose sollten Milchprodukte ohne Lactose verwendet werden.

Histidin: Histidin hat eine entscheidende Bedeutung für die Regulierung des Zellwachstums und der Regeneration. Denn Histidin ist wichtig beim Aufbau der Strukturen, die ein Kreuzbandriss zerstört hat. Histidinreiche Lebensmittel sind z.B. Vollkornmehl, Soja, Weizenkeime, Hähnchenbrust, Rindfleisch, Quinoa, Zwiebeln, Knoblauch und Ananas. Eine gute Lebensmittelkombination sind Vollkornnudeln mit Hähnchenbrustfilet und Ananas oder mit Zwiebeln für diejenigen, die es etwas herzhafter wünschen.

Vitamin B3: Vitamin B3 ist sehr wichtig für die Regenration von Bindegewebe, da es bei der Kollagenbildung hilft. Denn durch Vitamin B3 bekommt der Körper den notwendigen „Kick“, um Kollagen zu bilden. Vitamin-B3- reiche Lebensmittel sind Hülsenfrüchte, Obst, Eiweiß, Geflügel und Fisch. Eine gute Lebensmittelkombination ist Geflügel mit Hülsenfrüchten.

Vitamin E: Vitamin E hilft bei der Zellteilung und kann die Narbenbildung im Gewebe reduzieren. Es ist ein wichtiges Vitamin für die Geweberegeneration. Vitamin-E-reiche Lebensmittel sind Soja, Bohnen, Pflanzenöle, Vollkorngetreide, Hafer und Gemüse. Eine gute Lebensmittelkombination ist Soja mit Vollkornreis.

Vorderes Kreuzband: Psychosomatik bei einer Verletzung

Wie bereits oben beschrieben, stellen Knieverletzungen gerade auch aus psychologischer Sicht eine enorme Irritation und Belastung im Leben der Betroffenen dar. Dies hat u.a. zur Folge, dass an die Stelle des bisherigen Erlebens von Kompetenz, Selbstmanagement und Kontrolle das Gefühl von Ohnmacht und Kontrollverlust tritt. Auch bei einem Kreuzbandriss tritt dieses Problem bei unseren Kunden auf. Um einen Kontrollverlust zu vermeiden, sollten folgende Grundbedürfnisse erfüllt werden:

  • Bindung (z.B. zwischen Therapeut/Trainer und Kunde)
  • Lust und Spaß an einer Sache bzw. der Übung
  • Kontrolle (über das eigene Tun)
  • Regelmäßige Selbstwerterhöhung durch den Kunden oder den Trainer

Hierfür sind Übungen, die eine hohe Bindung erzielen, die Spaß machen, die der Kunde sehr gut kontrollieren kann und die dadurch eine Selbstwerterhöhung bewirken, sehr sinnvoll.


Gemeinsam mit unserem Autor Janek Klingmann haben wir die schlüssige und allumfassende Onlinetherapie gegen Knieschmerzen entwickelt

Das Konzept des Online-Training-Systems für die optimale Kniegesundheit beinhaltet ein innovatives Trainingssystem. Es basiert auf den drei Säulen:

  • Beweglichkeit
  • Stabilität
  • Kraft

Dabei richtet sich das Training an alle Menschen mit überhöhten muskulär-faszialen Spannungen, mit einer Entzündung im Knie, postoperativ nach abgeschlossener Rehabilitation beim Physiotherapeuten und allgemeinen Schmerzen im Kniegelenk durch Asymmetrien und Dysbalancen, sowie an gesunde und schmerzfreie Sportler, die präventiv ihre Kniegesundheit sichern möchten.

Durch die verschiedenen Steigerungsmöglichkeiten wird jeder Patient/ Sportler an seinem aktuellen Stand abgeholt und verzeichnet anschließend regelmäßige Fortschritte!

Weiterhin sind die Übungen so konzipiert, dass diese ganz bequem von zuhause aus durchzuführen sind: Einfach aber effektiv!

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