Vitamin D und K in der Osteoporose-Behandlung

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Vitamin D3 und K2 spielen wichtige Rollen in der Behandlung von Osteoporose. Sicherlich kennen Sie die Werbespots aus dem Fernsehen, die immer wieder über Calcium in Verbindung mit dem Knochenaufbau sprechen. Calcium sei wichtig für den Erhalt der Knochen, da er eben aus Calcium bestehe, so die Begründung. Besonders ältere Menschen, die an Osteoporose leiden, seien besonders auf diesen Nährstoff angewiesen. Stimmt das und braucht es vielleicht zusätzliche Mineralien und Vitamine?

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Osteoporose?
  2. Vitamin D3
  3. Vitamin K2
  4. Fazit

Was ist Osteoporose?

Die Osteoporose ist eine Erkrankung, die besonders ältere Menschen, vor allem Frauen nach den Wechseljahren betrifft, wenn ihr Estradiolspiegel gesunken ist. Umgangssprachlich wird die Erkrankung als „Knochenschwund“ bezeichnet; gekennzeichnet ist sie durch die Abnahme der Knochendichte. Ein kurzer Ausflug in den Knochenstoffwechsel zeigt, dass sich Knochen immer – egal in welchem Alter – in einem ständigen Auf- und Abbau befinden. So gibt es Zellen, die vermehrt Knochen abbauen – die Osteoklasten – und Zellen, die Knochen aufbauen – die Osteoblasten. Ein Problem im Knochenstoffwechsel ist fast immer ein Überwiegen eines dieser beiden Systeme. Im Kindesalter überwiegt der Aufbau, dagegen kommt es bei Osteoporose zum übermäßigen Abbau, also zu einer erhöhten Osteoklastenaktivität. Natürlich gibt es wie bei fast jeder Erkrankung verschiedene Unterarten, die wiederum unterschiedliche Ursachen haben.

Bei der Osteoporose wird unterschieden zwischen:

  • der primären Form – hier liegt die Ursache im Knochenstoffwechsel selbst, verursacht z. B. durch die Menopause mit dem erniedrigten Östrogenspiegel.
  • der sekundären Form – hier liegt die Ursache außerhalb, z.B. Nebenwirkungen von Medikamenten oder Untergewicht.

Ist Vitamin D gut für die Knochen?

Osteoporose hat nicht nur etwas mit Calcium zu tun – Calcium ist wichtig, wenn es um gesunde Knochen geht, aber ohne Vitamin D3 kann es nicht adäquat vom Körper aufgenommen werden. Vitamin D3 ist ein wichtiges Vor-Hormon, das an unzähligen Prozessen im menschlichen Körper beteiligt ist, vor allem am Calcium- und Knochenstoffwechsel. Es spielt aber auch eine große Rolle im Immunsystem. Unser Körper produziert die aktive und funktionsfähige Form – das 1,25 Vitamin D3 – selbst. Dafür brauchen wir Sonneneinstrahlung, die das inaktive Vitamin D in der Haut aktiviert und umwandelt. Der zentrale Umwandlungsschritt vollzieht sich in Leber und Nieren. Bei organischen Problemen oder zu wenig Sonnenstrahlung auf unserer Haut ist ein Mangel an aktivem 1,25 Vitamin D3 vorprogrammiert.

In erster Linie ist das aktive Vitamin D3 dazu da, die intra- und extrazelluläre Calciumkonzentration in einem physiologischen Bereich zu halten. Zudem steht es in engem Zusammenhang mit der Calciumaufnahme im Darm, wofür zusätzlich auch andere Vitamine und Co-Faktoren wie die Vitamine A und K2 benötigt werden. Das Vitamin D3 ist also maßgeblich für die Regulation des Calciumstoffwechsels und die Aufrechterhaltung der Knochenmineralisierung verantwortlich. Es reguliert das Zellwachstum, unterdrückt ein überschießendes Immunsystem und wirkt präventiv gegen Fettleibigkeit.

Welches Vitamin fehlt noch bei Osteoporose?

Vitamin K2 ist für Skelett und Knochengerüst relevant, es unterstützt die Knochendichte und den Knochenumbau und senkt das Risiko von Hüftfrakturen. Es findet sich in geringer Menge vornehmlich in tierischen Produkten, wie Fleisch, Eiern, Milch und Butter. Menachinon oder K2 wird im gesunden Körper teilweise durch die Bakterien der Darmflora gebildet. Weiter kommt Vitamin K2 auch in fermentierten Lebensmitteln vor, z. B. in gereiftem Käse, Sauerkraut oder fermentierten Sojabohnen.

Dieser Nährstoff ist mit Abstand der wichtigste Co-Faktor für das Vitamin D3. Unsere Ernährung enthält meist zu wenig davon, allerdings ist K2 genau wie Vitamin D3 essenziell für den Calciumstoffwechsel. Dieses Vitamin ist dafür verantwortlich, dass das aufgenommene Calcium auch wirklich in den Knochen landet und sich nicht an den Gefäßwänden ablagert. Dies kann zu gefährlichen Verkalkungen und schließlich zu Arteriosklerose führen, einem der größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch eine Osteoporose wird so begünstigt. Neben Vitamin K2 sind auch das Vitamin A und vor allem Magnesium an einem gesunden Knochenstoffwechsel beteiligt.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Aufnahme von besonders viel Calcium sowohl bei Osteoporose als auch präventiv nicht sinnvoll zu sein scheint. Die einzig zielführende Kombination zur nachhaltigen Mineralisation der Knochen ist laut aktueller Datenlage eine regelmäßige Aufnahme von Vitamin D3 und K2 (am besten in MK7-Form). Der optimale Blutwert dieser Vitamine liegt bei 50– 100 ng/ml.

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Autor: Thiemo Osterhaus ist Mediziner und Gesundheitscoach. Er ist Experte für funktionelle Medizin mit Schwerpunkt auf chronische Erkrankungen und der Verbesserung der persönlichen Anpassungsfähigkeit.

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Über den Autor

Thiemo Osterhaus

Thiemo Osterhaus ist Mediziner und Gesundheitscoach. Er ist Experte für funktionelle Medizin mit Schwerpunkt auf chronische Erkrankungen und der Verbesserung der persönlichen Anpassungsfähigkeit.

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