Darum ist Yoga so gesund

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Die westliche Welt hat nicht wenige Dinge von der östlichen Welt übernommen und dadurch ihren Horizont erweitert. Akupunktur, Sushi, Buddhismus – man könnte diese Liste ewig weiterführen. Eines der Phänomene aus der östlichen Welt, das uns Europäer am meisten begeistert, ist aber ohne Frage Yoga. Gerade in unserer modernen, schnelllebigen und hochdigitalisierten Gesellschaft, ist es eine Wohltat, Körper und Geist mit Yoga zu entspannen. Mittels Yoga lässt sich zudem ein Zustand erlangen, der zu den angenehmsten überhaupt zählt: Der sogenannte Flow.

Yoga: Ein Quell der Lebensfreude und des Wohlbefindens

Einsteiger sind ob der vielen Stile und Übungen, die das Phänomen Yoga zu bieten hat, jedoch häufig überfordert. Genau für solche Zwecke ist die „Yoga-Bibel“ von der internationalen Bestsellerautorin Christina Brown gedacht. Brown präsentiert hierin die 100 wichtigsten Yoga-Übungen und erläutert auf lebendige Art und Weise, warum Yoga für uns Menschen ein Quell der Lebensfreude und des Wohlbefindens ist.

Yoga und Positive Psychologie – der Zustand des Flow

Der ungarische Psychologe Mihály Csíkszentmihályi und seine Kollegen haben das Phänomen des Flow in der Positiven Psychologie bekannt gemacht. Als Flow bezeichnet man die Erfahrung der tiefen Konzentration und glücklichen Entrückung, während man eine Tätigkeit ausführt.

Diese Erfahrung, bei der man voll und ganz auf eine Tätigkeit eingestimmt ist und sie genießt, bezeichnet man auch als Zustand »in the zone«. Es ist ein sehr angenehmer Zustand, bei dem man sich völlig in etwas vertieft und die Zeit vergisst. Einen Flow kann man an vielen Orten und in allerlei Situationen erleben: beim Lernen, bei der Arbeit, während man Musik spielt, Liebe macht, Sport treibt oder Yoga-Haltungen ausführt.

Der ideale Nährboden für den Flow-Zustand

Flow

Unser Buchtipp für alle Yoga-Begeisterten! In der Yoga-Bibel verrät Bestseller-Autorin Christina Brown, was hinter dem Phänomen Yoga steckt. Außerdem beschreibt sie ausführlich die 100 besten Yoga-Übungen und wie man sie am besten ausführt.

Verglichen mit anderen Sportarten lassen sich beim Yoga sehr gut solche Flow-Erfahrungen genießen. Denn im Idealfall spürt man während der Ausführung von Hatha-Yoga-Übungen weniger Befangenheit, da der Ichbezug etwas nachlässt und man weniger Angst vor dem Versagen hat.

Um einen Flow erreichen zu können, muss man ein Gleichgewicht finden zwischen dem eigenen Können, den persönlichen Ansprüchen sowie dem Schwierigkeitsgrad der Haltungen. Wenn Sie eine einfache Übung machen, die eigentlich keine Herausforderung bedeutet, ist es umso wichtiger, ihr mit Neugier und Achtsamkeit zu begegnen und sie intensiv auszuüben.

Die Unbekümmertheit beibehalten

Wenn man sich in eine bekannte Haltung begibt, als sei es das erste Mal, nennen wir das den »Anfängergeist«. Behält man die Frische und Unbefangenheit eines Anfängers bei, so steigert dies die Wahrscheinlichkeit, den Zustand des Flow zu erlangen.

Ist man nicht bei der Sache oder langweilt sich, entfernt man sich dagegen von der Flow-Erfahrung. Kommen Sie immer besser mit den Haltungen zurecht, dann können Sie sich auch an Positionen versuchen, die Ihnen mehr abverlangen.

Mit einer perfekten Balance aus Können und Herausforderung legt man die Basis für eine optimale Flow-Erfahrung. Wenn die einzelnen Haltungen aber für Sie zu anspruchsvoll sind, werden Sie ängstlich. Und inzwischen sollte Ihnen klar geworden sein, dass das Ziel des Hatha-Yoga nicht Angst ist, sondern das genaue Gegenteil.

Yoga und neuronale Plastizität

Als vor 15 Jahren meine Yoga Bible herauskam, ging man davon aus, dass das menschliche Gehirn im Alter von etwa fünf oder sechs Jahren fest programmiert ist, doch inzwischen haben wir aufgrund der Phänomene der neuronalen Plastizität verstanden, dass das Gehirn fähig ist, sich jederzeit neu zu organisieren. Neuronale Plastizität bedeutet, dass unser Gehirn eigentlich andauernd damit beschäftigt ist, sich anzupassen, je nachdem, wie es beansprucht wird.

Wenn wir anhand neuer Erfahrungen wiederholt und konsistent neue Muster schaffen, kann das unser Gehirn verändern. (Man kann sich das Gehirn insofern als einen Muskel vorstellen, dessen trainierte Stellen stärker werden, wohingegen die weniger beanspruchten schwächer werden.)

Insofern ist es wichtig, positive Muster zu verstärken – die Yoga-Texte beschrieben dies alles schon vor Tausenden von Jahren. Sie betonen, wie wichtig es ist, seine Übungen regelmäßig zu machen, da dies der Schlüssel zum Erfolg ist.

Regelmäßiges Üben hat einen Einfluss darauf, wie wir uns fühlen, wie wir mit unseren Emotionen umgehen, wie sehr wir uns unseres Körpers bewusst sind und wie ganzheitlich wir uns spüren. Diese Vorteile zeigen sich auch in unserem Leben jenseits der Yoga-Matte.

„What fires together, wires together“

Neuronale Plastizität erklärt uns auch, was passiert, wenn wir unsere Zielsetzung und unsere Konzentration mit unserem Atem und unserer körperlichen Bewegung in Einklang bringen. Im Laufe der Zeit bauen wir positive Assoziationen auf und fühlen uns gut. Es gibt im Englischen sogar einen Spruch, der ausdrückt, wie die Nervenbahnen sich verhalten: »What fires together, wires together.« (Was gemeinsam agiert, wird verbunden.)

Dies ist der Grund, warum man so schnell in einen Yoga-Zustand verfallen kann, sobald man auf der Matte steht. Vielleicht haben Sie schon bemerkt, dass sich in Ihnen bereits bei der ersten Bewegung im Sonnengruß, wenn Sie die Arme im Schwung nach oben heben, sofort ein Wohlgefühl breitmacht – Sie fühlen sich ausgeglichen, gefestigt, ruhig und gelassen.

Regelmäßiges Training für die Verstärkung des Positiven

Ebenso können Sie nach regelmäßigen Meditationsübungen relativ schnell eine meditative Grundstimmung erreichen und Ihre innere Mitte finden, sobald Sie die entsprechende Position einnehmen.

Es ist allerdings auch wichtig, sich bewusst zu machen, dass diese Neuvernetzung des Gehirns auch andersherum funktioniert. Jedes Mal, wenn man sich gestresst fühlt, verstärkt sich die neuronale Vernetzung dieser unangenehmen Erfahrung. Deshalb ist regelmäßiges Training wichtig, um die guten Eindrücke zu verstärken und alles, was unangenehm ist, abzuschwächen.

Hatha-Yoga: Eine heilige Biochemie entfaltet sich

Das Nervensystem hat ein praktisches Belohnungssystem, das von Hatha-Yoga nahezu perfekt bedient werden kann. Der Körper schüttet Stoffe aus, die Dopamine und Endorphine, die für unser Wohlbefinden sorgen. Natürlich gibt es jede Menge andere Erfahrungen, die uns ein vergleichbares Gefühl vermitteln können – etwa Musik hören, gemeinsame Erlebnisse oder andere Sportarten –, doch wirkt beim Ausüben von Hatha-Yoga eine Art heilige Biochemie.

Während des Yoga sorgt die Kombination von Achtsamkeit, Tiefenatmung und Bewegung dafür, dass diese Wohlfühlstoffe ausgeschüttet werden, was die positive Neuvernetzung im Gehirn verstärkt und eine Transformation zur Folge hat.

Achtsamkeit, bewusste Atmung und verlangsamte Bewegungen zusätzlich zur Meditation sind die perfekten Ingredienzien, um alte Wunden zu heilen, besser mit Stress umzugehen und nicht immer bloß zu reagieren. Sie werden all das, was Sie ausmacht und was Sie haben, mehr wertschätzen. Sie werden sich gesünder und glücklicher fühlen, Ihren Körper mehr genießen, sich der Liebe öffnen und mit sich und der Welt zunehmend im Reinen sein.

Ein paar praktische Tipps

  • Geben Sie Ihr Bestes. Bemühen Sie sich jeden Tag, das Bestmögliche zu geben, aber versuchen Sie nicht, die »perfekte« Übungssequenz durchzuführen – Ihre Yoga-Haltungen müssen nicht wunderschön aussehen und sind auch nicht für irgendein Publikum gedacht. Einfach ist oft das Beste. Neuronale Plastizität bedeutet, dass eine achtsame Ausführung einfacher Haltungen neue, positive Lebensmuster schaffen wird – und Ihre innere Reise ist ebenso wichtig wie die Tatsache, dass Sie für Ihren Körper neue Bewegungsmuster erzeugen. Natürlich ist Fortschritt gut, wenn man merkt, dass die körperlichen Übungen effektiv sind, aber lassen Sie sich nicht von den Zielen Ihres Egos in die Irre führen.

 

  • Disziplin ist der Schlüssel. Wenn Sie regelmäßig und mit Hingabe, Neugier und Enthusiasmus üben, werden Sie gute Ergebnisse erzielen. Die anfängliche Begeisterung können Sie weiter beibehalten, indem Sie Haltungen üben, die Sie gerne ausführen. Dann werden Sie sich gut fühlen und so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie weiter trainieren. Bleiben Sie auch neuen Herausforderungen gegenüber stets offen.

 

  • Verwerfen Sie die Idee der perfekten Haltung. Stattdessen sollten Sie sich zum Ziel setzen, sich in jeder Haltung voll und ganz auf den Moment zu konzentrieren.

 

  • Erlauben Sie Pausen in Ihrem Training. So haben Sie Zeit, Zugang zu den »Zwischenräumen« zu finden. Ihr Körper kann dann die positiven Veränderungen umsetzen und integrieren, dann setzt die tiefe innere Heilung ein.

  • Sthira sukham asanam ist eine wichtige Sutra. Sie besagt, dass eine Yoga-Haltung ruhig und bequem sein sollte. Man sollte immer aufmerksam, aber zugleich entspannt sein. Eine Position sollte uns niemals überfordern – sie muss aushaltbar sein. Achten Sie auf Ihren Atem – wenn er unregelmäßig wird, sollten Sie das, was Sie gerade tun, verändern. Obwohl jede Hatha-Yoga-Pose ihren eigenen Einfluss auf den Atem hat, darf sie den eigentlichen Atemfluss nicht unterbrechen oder stören, sodass er unregelmäßig und stockend wird. Kontrollieren Sie Ihren Atem – er ist das Barometer, das anzeigt, wie es Ihnen geht.

  • Tun Sie nicht irgendetwas – sitzen Sie! Die jeweiligen Yoga-Haltungen aktiv auszuführen, ist nicht genug. Sie müssen sich auch der Atmung widmen, den Entspannungs- und Meditationsübungen. Selbst fünf Minuten Achtsamkeitsmeditation können Ihr Leben verändern, wenn Sie sie täglich durchführen.

 

  • Spüren, fühlen und handeln Sie angemessen – immer mit Aufmerksamkeit und Mitgefühl. Bei jeder Yoga-Haltung liegt es allein an Ihnen, wie sehr Sie sich anstrengen und wie entspannt Sie in der jeweiligen Haltung sind. Oft führt mehr Entspannung zu einem größeren Wohlbefinden. Wenn Sie von der Persönlichkeit eher ein »Macher« sind, dann lassen Sie sich nun etwas dahintreiben. Es mag Ihnen schwerfallen, die Zügel einmal aus der Hand zu geben. Aber manchmal wird eine gute Entwicklung erst dadurch angestoßen, dass wir uns zunächst etwas aus unserer Wohlfühlzone entfernen. Die Zeitangaben in diesem Buch sind reine Orientierungshilfen, Sie können sich also für Ihre Übungen eigene Regeln aufstellen, sowohl bei der Frage, wie lange Sie in einer Haltung bleiben, als auch, wie intensiv Sie Ihre Bewegungen ausführen.

 

 

  • Ihre Identität und Ihr Wert als Mensch sind nicht davon abhängig, wie perfekt Ihr Lotossitz ist, wie lange Sie im Kopfstand verweilen können oder wie gut Sie in einer bestimmten Haltung aussehen. Glauben Sie mir – bei Ihrer Beerdigung wird niemand darüber reden, wie geschmeidig Ihre hinteren Oberschenkelmuskeln waren.

 

Autorin: Christina Brown

Unser Buchtipp aus der Trainingsworld-Redaktion:

Die Yoga-Bibel erklärt und zeigt mehr als 100 Übungen der wichtigsten Yoga-Schulen in Schritt-für-Schritt-Anleitungen und zahlreichen vierfarbigen Bildern. Aktive, fließende Sequenzen sind ebenso enthalten wie die langsameren, bodenbasierten Körperhaltungen aus dem Yin-Yoga sowie entspannende Meditationen.

Von leichten Lockerungsübungen bis zu regenerierenden Rückbeugen bietet dieses Buch für alle Yogis vom Anfänger bis zum Experten Hilfestellung und zahlreiche Tipps, um die eigene Praxis zu vertiefen und die Asanas an die individuellen Bedürfnisse anzupassen.

Darüber hinaus hilft Ihnen das Buch dabei, den Yoga-Stil zu finden, der am besten zu Ihnen passt. Die ultimative Yoga-Bibel für eine ganzheitliche Übungspraxis.

Die international renommierte Bestsellerautorin Christina Brown praktiziert und unterrichtet seit über zwei Jahrzehnten Yoga. Sie leitete eine Vielzahl von Ausbildungsprogrammen und ihre Yoga-Retreats wurden ausgezeichnet. Christina Brown ist Autorin mehrerer Bücher über Yoga und Gesundheit.

Das Buch können Sie jetzt hier direkt im Shop oder bei Amazon bestellen.

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Über den Autor

Niklas Nowak

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