Crawling Fitness: Das sind die Vorteile für Ihren Körper!

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Crawling Fitness ist mehr Entdeckung als Erfindung. Denn es ist im Grunde nichts Neues. Es vollzieht vielmehr die natürlichen, von der Evolution durch entsprechende genetische Programmierung vorgesehenen Bewegungen nach, die wir im Laufe unserer Entwicklung durchmachen. Was sind denn nun die besonderen Vorteile am Crawling?

Schluss mit zweidimensionalem Training

Die Übungen werden im Vierfüßlerstand ausgeführt. Sie belasten damit viel mehr unserer rund 650 Muskeln als gängige Übungen. Viele davon kommen selbst in der täglichen Bewegungs- und Trainingsroutine von Tänzern und Leistungssportlern nicht zum Einsatz. Dabei fordern sie automatisch beide Körperseiten gleichermaßen. Mit seinen dreidimensionalen, immer in Bewegung stattfindenden Übungen ist das Crawling-Workout eine der ganzheitlichsten, funktionellsten und somit auch effizientesten Trainingsmethoden, die ich kenne.

Eine Besonderheit des Crawlings ist die Dreidimensionalität der Übungen. Während bei zweidimensionalem Training isolierte Muskeln durch repetitive Übungen einseitig belastet und gekräftigt werden, stehen beim dreidimensionalen Training ganze Muskelketten und damit das Zusammenspiel der einzelnen Muskeln im Vordergrund. Beim Crawling trainieren wir dreidimensional, da alle Bewegungen durch die Position im Vierfüßlerstand stets Ober- und Unterkörper einbinden und es sich nie um isolierte Bewegungen, sondern um komplexe Bewegungsabläufe handelt, und das bei einem ständigen Links-Rechts-Wechsel.

Dem allgemeinen Verständnis nach soll ein Workout unseren Körper stark und gesund machen und erhalten. Dem stimme ich grundsätzlich zu. Doch unser Bild von einem starken und gesunden Körper ist verbesserungsfähig. Wir denken dabei zu sehr an eine schlanke Statur und an möglichst große Muskelkraft, sichtbar durch eine gut definierte Muskulatur. Deshalb steht bei der Wahl des Workouts Krafttraining in einem Fitnesscenter ganz oben auf der Liste. Das ist durchaus löblich, nur hat es in seiner zweidimensionalen Form einige ganz offensichtliche Nachteile.

Wenn Sie sich den Anblick eines laufenden oder schwimmenden Bodybuilders vor Augen halten, wird Ihnen auffallen, dass da etwas nicht stimmt. Denn die in zweidimensionalem Training aufgebaute Muskulatur ist sozusagen nicht alltagstauglich. Sie macht eher unbeweglich und lässt den muskelbepackten Athleten unbeholfen wirken, wenn er sich bewegt – ganz abgesehen von lästigen Begleiterscheinungen, die das zweidimensionale Training haben kann, wie etwa Entzündungen der Sehnenscheiden oder der Achillessehne.

 

Kräftige Muskeln durch Crawling-Fitness

Oberkörper

Unsere tägliche Bewegungsroutine aktiviert vor allem die Beine, weil Gehen eine der wenigen Bewegungen ist, die wir noch nicht ganz durch technische Hilfsmittel ersetzt haben. Der Oberkörper kommt hingegen im Alltag zu kurz. Ganz anders beim Crawling. Durch die Bewegung auf allen Vieren und die entsprechende Gewichtsverlagerung sind neben den Schultern auch die Arme und der gesamte Oberkörper in jeden Bewegungsablauf integriert. Dabei stellt vor allem die ungewohnte Belastung der Schultern und der Arme für Crawling- Anfänger eine große Herausforderung dar.

 

Beine

Vielleicht denken Sie, dass die Beine beim Crawling zu kurz kommen, weil unser Gewicht dabei auf Arme und Beine verteilt wird. Doch vor allem in der Version für Fortgeschrittene sind die Beine vielfältigen, vorwiegend ungewohnten und deshalb umso nutzbringenderen Belastungen ausgesetzt. In der Crawling-Version für Einsteiger dürfen die Knie als Stütze für den Körper noch auf dem Boden abgesetzt werden. Doch im Training für Fortgeschrittene, werden die Knie angehoben, und das ist die zweite große Herausforderung des Crawlings.

 

Hals und Nacken

Viele Menschen sehen den Hals als einen Problembereich. Sie finden ihn zu dick, zu dünn oder zu schlaff oder leiden an Nackenverspannungen und suchen im Internet nach Möglichkeiten, ihn zu trainieren. Dort findet man jedoch nur wenige Übungen, die allesamt repetitiv und eindimensional sind. Für die Halswirbelsäule, neben der Lendenwirbelsäule der zweite sensible Bereich unserer Wirbelsäule, ist das besonders problematisch. Viele geben diese Übungen zum Glück rasch wieder auf, weil sie davon Schmerzen bekommen. Beim Crawling hingegen trainieren wir den Nacken und den Hals ganz automatisch mit jeder Übung mit. Denn solange wir auf allen Vieren den Kopf in der richtigen Position behalten, werden die Hals- und Nackenmuskeln auf die richtige Weise gefordert.

 

Tiefenmuskulatur

Beim Crawling machen wir ständig unwillkürliche stabilisierende Bewegungen, um nicht umzufallen. Vor allem wenn wir den Kopf wenden, um nach hinten zu schauen, aber keinen optischen Anhaltspunkt haben, muss unser Körper sich kontinuierlich neu justieren. Die Muskulatur, die wir dabei trainieren, ist die sogenannte Tiefenmuskulatur, im Fachjargon auch intrinsische Muskulatur genannt. Wir sehen sie nie, weil sie die unteren Schichten der Muskulatur bildet. Beispielsweise ist sie dafür zuständig, unsere Gelenkköpfe korrekt in der Gelenkpfanne zu führen. Je besser sie trainiert ist, desto geschmeidiger sind unsere Bewegungen, desto weniger muss unser Körper kompensieren und desto gesünder bleiben unsere Gelenke.

 

Verbesserung der Koordination

Neben Ausdauer und Kraft gilt die Koordination als die dritte motorische Grundfähigkeit. Koordinieren bedeutet, verschiedene Elemente aufeinander abzustimmen. Unter Bewegungskoordination verstehen wir alles, was der Steuerung von ziel- und zweckgerichteten Bewegungen dient. Dabei geht es um das geordnete Zusammenwirken von Informationsaufnahme über unsere Sinne und die Weiterleitung der Information an unser Nervensystem und unsere Muskeln, die Bewegungen ausführen. In einem gut koordinierten Körper, wie er sich durch das dreidimensionale Crawling-Training heranbildet, läuft sozusagen alles rund. Wir sind zu vielfältigen, auch spontanen Bewegungen fähig, die sich durch große Geschmeidigkeit auszeichnen. Es gibt keine Blockaden und Reibungsstellen, an denen im Laufe der Zeit Probleme entstehen könnten.

Verbesserung der Beweglichkeit

Beim Crawling mobilisieren wir nicht nur die Wirbelsäule, sondern zum Beispiel auch die Achillessehne oder besser gesagt die Muskeln, deren Ansatz am Knochen die Achillessehne darstellt. Das ist gerade für Frauen interessant, die gern hohe Schuhe tragen, denn durch das ständige Verkürzen der Wadenmuskulatur durch die hohen Absätze verlieren der Unterschenkel und auch das Sprunggelenk ihre natürliche Beweglichkeit. Der Abrollvorgang beim Gehen ist gestört und so kommt es unweigerlich zu unphysiologischen Ausgleichsbewegungen, die wiederum Schmerzen nach sich ziehen können. Vor allem aber mobilisieren wir beim Crawling die Hüftgelenke. Das ist besonders von Bedeutung, da auch sie, wie die Wirbelsäule, durch häufiges und langes Sitzen stark belastet werden. Infolge langen Sitzens verkürzt sich der Hüftbeuger, was zu einer sogenannten Beckenverkippung führen kann. Das Becken befindet sich dann nicht mehr in seiner anatomisch vorgesehenen und für das perfekte Zusammenspiel der Muskeln erforderlichen Position.

Stimulation des Gehirns

Sobald man ungewohnte neue Bewegungen erlernt, wird die Neuroplastizität des Gehirns aktiviert. Es werden neue Nervenbahnen gebildet und einzelne Nervenbahnen neu verknüpft. Das hat zur Folge, dass das Gehirn und somit das gesamte Nervensystem im wahrsten Sinne des Wortes wächst.

Crawling ist für die meisten Menschen eine völlig neue Bewegungsform und stellt somit eine neue Bewegungserfahrung dar. Die Koordination wird – wie oben beschrieben – trainiert und verbessert. In der Wissenschaft weiß man längst, dass Koordinationsübungen und sogenannte Überkreuzbewegungen die Konzentrationsfähigkeit verbessern. Dies wurde durch Jonglieren untersucht und bestätigt. Das Crawling hat eine ähnlich stimulierende Wirkung auf das Gehirn, da durch einen ständigen Wechsel von rechts nach links und umgekehrt sowie durch dreidimensionale Bewegungen die beiden Gehirnhälften (neu) miteinander vernetzt werden.

Autor: Johannes Randolf

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Über den Autor

Fabi Meinberger

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