Autoimmunerkrankung: Hashimoto und Jod

0

Immer mehr Menschen, darunter zählen natürlich auch Sportler und Athleten, haben mit Autoimmunkrankheiten zu kämpfen. Eine der häufigsten und am weitesten verbreitetsten Autoimmunkrankheiten in Deutschland ist die sogenannte Hashimoto-Thyreoiditis. Konkrete, ursachenbezogene Therapien erfolgen in der Regel leider immer noch sehr selten!

Inhalt:

  • Was ist Hashimoto?
  • Wo tritt Hashimoto auf?
  • Diagnose Hashimoto: Was tun?
  • Hashimoto welcher Arzt?
  • Symptome bei Hashimoto
  • Hashimoto und Jod
  • Welche Therapie bei Hashimoto?

Ist Hashimoto-Thyreoiditis eine japanische Krankheit?

Hashimoto-Thyreoiditis (HT) – oder auch Autoimmunthyreoiditis – ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Formen einer chronischen Entzündung der Schilddrüse.

Sie wurde im Jahre 1912 von dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto (1881– 1934), der längere Zeit in Deutschland und England forschte, erstmals in einem deutschen medizinischen Journal beschrieben.

Bei dieser Erkrankung, die in ganz unterschiedlichen Verlaufsformen auftreten kann, zerstören Immunzellen (T-Lymphozyten) über eine längere Zeit das Schilddrüsengewebe.

So kann sich nach Jahren der Erkrankung eine Schilddrüsenunterfunktion einstellen. Die Schilddrüse kann nicht mehr die erforderliche Menge an Schilddrüsenhormonen produzieren. Zu Beginn der Erkrankung kann es auch für eine kurze Zeit zu einer Schilddrüsenüberfunktion kommen.

Wo tritt Hashimoto auf?

Die Erkrankung tritt weltweit auf. In Deutschland geht man von circa zehn Prozent Betroffenen aus, wobei Frauen häufiger erkranken als Männer. Es scheint auch in einigen Familien eine Häufung von HT zu geben.

Auch wenn der Name es vermuten lassen könnte: Es handelt sich bei Hashimoto um keine Erkrankung, die in Japan besonders häufig auftritt und daher ihren Namen hat. In Japan, das quasi keinen Jodmangel kennt, ist das Vorkommen an Hashimoto nicht häufiger, in einigen Teilen des Landes sogar seltener als in anderen Ländern, wie etwa Deutschland oder den USA.

Diagnose Hashimoto: Was tun?

Oftmals wird die Diagnose »Hashimoto-Thyreoiditis« gar nicht gestellt, sondern lediglich eine Schilddrüsenunterfunktion. Nicht selten haben wir Patienten in unserer Praxis, die seit Jahren von ihrem Hausarzt mit Schilddrüsenhormonen behandelt wurden, aber niemals auf eine Hashimoto-Thyreoiditis hin untersucht wurden.

Hashimoto: Welcher Arzt?

Für eine sichere Diagnose der Hashimoto- Thyreoiditis ist eine genaue Untersuchung notwendig – am besten bei einem Facharzt für Schilddrüsenerkrankungen (Endokrinologen und/oder Nuklearmediziner):

  • Schilddrüsenwerte: TSH, fT3, fT4
  • Antikörper der Schilddrüse: TPO-AK

(auch: Mikrosomale Antikörper »MAK«), TAK (Antikörper gegen Thyreoglobulin) und TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper)

sowie immer zusätzlich:

  • ein Ultraschallbild der Schilddrüse

Das Ultraschallbild bei Hashimoto

Das Ultraschallbild kann typische entzündungsbedingte Strukturveränderungen und auch Größenveränderungen (in der Regel eine Volumenabnahme, es kommt aber auch eine Volumenzunahme vor) zeigen, auch wenn die Antikörper der Schilddrüse negativ sind (seronegative Hashimoto-Thyreoiditis).

Umgekehrt weisen einige Menschen nur leichte Antikörpererhöhungen auf, ohne dass weitere Auffälligkeiten im Bereich der Schilddrüsenwerte oder im Ultraschallbild zu erkennen sind. Diese Menschen müssen nicht an Hashimoto-Thyreoiditis erkranken, sollten aber regelmäßig kontrolliert werden, da dem Krankheitsausbruch häufig einige Jahre einer Antikörpererhöhung vorausgehen kann.

Typische Symptome trotz Einnahme von L-Thyroxin

Bei Menschen mit HT ist es häufig so, dass sie – anders als Patienten, die an der einfachen jodmangelbedingten Form der Schilddrüsenunterfunktion leiden – in die Praxis kommen und trotz Einnahme von L-Thyroxin oder ähnlichen Medikamenten und guter Schilddrüsenwerte über mannigfaltige Symptome klagen, etwa:

  • starke chronische Erschöpfung
  • Haarausfall
  • Gewichtszunahme/-abnahme
  • Unfruchtbarkeit
  • Libidoverlust
  • Konzentrationsstörungen
  • Nebennierenschwäche
  • Diffuses Denkvermögen, »Hirnnebel«
  • Schlafstörungen
  • Zyklusstörungen
  • andere Autoimmunerkrankungen wie Gastritis vom Typ A, Vitiligo (Weißfleckenkrankheit), Lupus erythematodes

Hashimoto und Jod

»Jod? Um Himmels willen – das vertrage ich ja gar nicht. Ich bekomme schon von kleinsten Mengen Jodsalz ein Zittern am ganzen Körper und ein Brennen in der Schilddrüse. Ich nehme überhaupt kein Jod zu mir.

Durch Jod fühle ich mich nur noch schlechter.« Oft hörten wir diese oder ähnliche Aussagen von Passanten bei unserer
erwähnten Befragung auf der Straße.

Menschen, die an dieser häufigen Schilddrüsenerkrankung leiden, gehen oft mit einer ausgeprägten Angst vor Jod durchs Leben. Jodsalz, Fisch, Algen, Eier und Milchprodukte werden strikt gemieden, in dem Glauben, dass Jod die Erkrankung nur verschlimmern könnte oder gar der Auslöser sei.

Jodsensibilität bei Hashimoto-Patienten

Es ist nicht wegzudiskutieren oder abzutun, dass Hashimoto-Patienten tatsächlich auf Jod empfindlicher reagieren als Menschen ohne Schilddrüsenentzündung. Betroffene sagen oftmals, dass ihnen Jod nicht gut tut, dass Sie mit einem Druckgefühl im Bereich der Schilddrüse oder gar Herzrasen, Schwindel und Übelkeit auf die Einnahme zum Beispiel von Jodtabletten mitunter auch auf Jodsalz reagieren. Verständlich, dass diese Menschen von Jod Abstand nehmen.

Wie lassen sich diese körperlichen Reaktionen erklären?

Um die Reaktion auf Jod bei HT leichter zu verstehen, möchten wir einen Vergleich ziehen mit einer chronischen Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis). Diese geht mit verschiedenen Missempfindungen einher, wie Aufstoßen, Unwohlsein oder leichten Schmerzen in der Magengegend.

Die Beschwerden werden häufig durch bestimmte Speisen verschlimmert. Sind dann die Speisen »Schuld« an den Symptomen? Wohl kaum! Der Magen, der die Aufgabe hat, die Speisen für den Verdauungstrakt vorzubereiten, kann aufgrund der Entzündung seine Aufgabe nicht mehr vollständig wahrnehmen und es kommt zu den typischen Beschwerden.

Chronische Entzündung der Schilddrüse und Jod

Ähnlich verhält es sich mit einer chronischen Entzündung der Schilddrüse und Jod. Durch die Entzündung und die Zerstörung von wichtigen Funktionseinheiten der Schilddrüse kann Jod nicht mehr adäquat als »Betriebsstoff« weiterverarbeitet werden. Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis benötigen Jod genauso wie Gesunde, denn – wie Sie gelesen haben – benötigt der gesamte Organismus Jod. Eine Jodvermeidung führt unweigerlich in den Jodmangel mit allen seinen begleitenden Symptomen.

Wir raten unseren Patienten mit HT und bestehender Jodsensibilität daher zunächst zu einer ursachenbezogenen Therapie der Erkrankung und erst dann zum Ausgleich des – fast immer vorhandenen – Jodmangels.

Fazit

▶ Hashimoto-Thyreoiditis (HT) ist die häufigste Autoimmunerkrankung, die mit vielen verschiedenen Symptomen einhergehen kann.

▶ Menschen mit HT reagieren zunächst häufig sensibel auf Jod, da die Schilddrüse mit Jod nicht mehr richtig umgehen kann.

▶ Die Ursachen für HT sind vielfältig und sollten in einer ganzheitlichen Therapie Berücksichtigung finden, bevor Jod verabreicht wird.

▶ Eine individuell angepasste Jodgabe kann den Heilungsprozess bei Hashimoto-Thyreoiditis häufig positiv beeinflussen.

Autoren: Kyra Kauffmann, Sascha Kauffmann, Anno Hoffmann

Quelle: JOD – Das Standardwerk zum vergessenen Heilmittel – aktualisiert und mit 60 jodreichen Rezepten

Unser Tipp für alle betroffenen Hashimoto-Patienten!

Deutschlands erste Onlinetherapie gegen Hashimoto-Thyreoiditis

Was viele immer noch nicht wissen: Hashimoto ist die häufigste Form der Schilddrüsenerkrankung!

Die Anzahl an Hashimoto-Diagnosen steigt unaufhaltsam, und die klassische Schulmedizin stößt an ihre Grenzen. Vor allem Frauen sind von dieser Autoimmunerkrankung der Schilddrüse betroffen. Obwohl laut Schätzungen bereits fast jede(r) zehnte in Deutschland betroffen ist, kämpfen Hashimoto-Patienten nach wie vor darum, mit ihrer Erkrankung ernst genommen zu werden.

Gemeinsam mit dem erfahrenen Hashimoto-Spezialisten und Bestsellerautor Dr. Berndt Rieger gelingt der Weg zurück in ein beschwerdefreies Leben. In seinem Online-Programm vermittelt er den Betroffenen, wie sie die Hashimoto-Thyreoiditis mittels passender, ganzheitlicher und allumfassender Therapiemaßnahmen stoppen können.

Das Online-Programm umfasst verständlich verpacktes Schilddrüsenwissen rund um die Hashimoto-Erkrankung und die damit verbundenen praktischen Therapiemaßnahmen in Form von Video-Anleitungen. Die Patienten lernen auf natürliche Art, die Krankheit wieder von selbst in den Griff zu bekommen.

Zurück in ein Leben voller Wohlbefinden, ganz einfach von zuhause aus!

Teilen

Über den Autor

Trainingsworld

Leave A Reply