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Wer ist der Darts-Weltmeister Peter Wright alias „Snakebite“?

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Peter Wright ist Darts-Weltmeister 2022 und somit der neue König der Dartpfeile. In einem kaum an Spannung zu überbietendem Match hat der 51 Jahre alte Schotte den Briten Michael Smith nach einem irren Comeback im Darts-WM-Finale 2022 hauchdünn besiegt. Doch wer steckt eigentlich hinter dem Paradiesvogel mit der schrillen Irokesenfrisur?

Peter Wright, der Mann mit dem Schlangenkopf

Zwei Stunden sitzt Peter Wright vor jedem Darts-Match auf einem Stuhl und lässt sich von seiner Ehefrau Joanne, einer gelernten Friseurin, die Haare stylen. Farbenfroh entsteht auf dem Haupt des PDC-Weltmeisters von 2020 eine Irokesenfrisur, flankiert von einem Schlangenkopf und anderen bunten Bildern auf den Seiten.

Häufig stammen die Ideen und Vorlagen dafür von seiner Tochter. Nicht umsonst lau­tet der Name des Schotten »Snakebite«. Zu seiner auffälligen Fri­sur trägt Wright auch stets ein buntes Outfit, welches er von Match zu Match ändert. Sein extravagantes Äußeres macht Wright zum markantesten Ge­sicht der PDC-Tour und bei den Zu­schauern äußerst beliebt.

Wie heißt der Einlaufsong von Peter Wright?

Eine Liebe, die nur die wenigsten seiner Gegner teilen. Schon beim Einlaufsong in die Arena zu „Don’t Stop The Party“ von Pitbull lässt sich Wright im Publikum feiern, hüpft und tanzt zu seiner aus den Boxen klingenden Musik und bahnt sich so seinen Weg zur Bühne. Die meisten seiner Gegner sind eher genervt und empfinden das extrovertierte Verhalten als respekt­los.

Wright selbst sieht seine Aufgabe auf der Darts-Bühne in der Unterhal­tung des Publikums. Es ist nicht davon auszugehen, dass Wright je noch ein­mal weniger bunt seine Pfeile in Rich­tung Darts-Scheibe bugsieren wird. Sein Auftreten scheint aber auch ein Ventil zu sein.

Snakebite: Woher kommt der Spitzname von Peter Wright?

Nicht umsonst ver­gleicht er sich auch gerne mit seinem Spitznamen. »Ich mag halt Schlangen. Ich bin ein bisschen wie eine Schlan­ge – ich bin eine ruhige Person, die gerne allein gelassen wird. Wenn du mich aber stupst, beiße ich zu«, sagte Wright in einem Interview nach dem Gewinn des WM-Titels an Neujahr 2020 gegen den Niederländer Michael van Gerwen.

Wo wohnt Peter Wright?

Privat lebt Wright eher zurückgezo­gen, bewohnt mit seiner Joanne einen Bauernhof in Mendham in der Graf­schaft Suffolk. Geboren wurde Wright im Frühjahr 1970 im schottischen Li­vingsten. Seinen Vater lernte er nie kennen und mit seiner Mutter lebte er in ärmlichen Verhältnissen. Als der junge Peter fünf Jahre alt war, zog sei­ne Mutter mit ihm nach London. Sie hatte schlichtweg Angst, dass ihre Fa­milie dafür sorgen könnte, dass ihr ihr Sohn weggenommen werden würde.

Wann hat Peter Wright mit dem Dartspielen angefangen?

Mit 13 Jahren bekam der Sprössling seine ersten Dartpfeile geschenkt, doch für eine Dartscheibe reichte das Geld nicht – da malte der Heranwach­sende Zielscheiben auf Bäume und Bretter.  Nervosität verhindert Durchbruch  1995 wagte Wright dann die Teilnahme an der BDO-Weltmeisterschaft. Mit einem geradezu ordentlichen Haar­schnitt und komplett in Schwarz ge­kleidet verlor er aber sein Auftaktspiel gegen Richie Burnett, der das Turnier am Ende gewinnen sollte.

Nach die­ser Niederlage entschied sich Wright gegen eine Darts-Karriere, spielte ausschließlich hin und wieder bei ei­nigen lokalen Amateur-Wettbewerben in verschiedenen Städten mit. Schon fast heimatlos zog Wright umher und verdiente seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs. Er baute Fenster ein, schleppte schwere Betonteile, half auf Baustellen. »Ich lebte nach Abzug der Steuern von 14 Pfund pro Woche«, sagte Wright einmal engli­schen Medien.

Peter Wright – Der Neuanfang

2004 versuchte sich Wright dann nochmal im Darts. Er schloss sich der PDC an und spielte 2005 bei den UK Open sein erstes Major-Turnier, bei dem er die dritte Runde erreich­te. Doch nachhaltig war sein zweiter Versuch auf der Darts-Bühne nicht, da er auch nur an wenigen Turnie­ren teilnahm und so nicht wirklich Fuß fasste. Zudem litt Wright an gro­ßer Nervosität, wenn er spielte. Zeit­weise nahm er Kontakt zu einem Hypnotiseur auf, um sich therapie­ren zu lassen, legte aber erneut eine Darts-Pause ein.

Die Rückkehr in den Darts-Zirkus

2007 sah er den Grand Slam of Darts im Fernsehen und kam zu dem Schluss, dass er noch nicht fertig sei. Erneut kehrte er zurück in den Darts- Zirkus, überstand hier und da mal die ersten beiden Runden, schaffte den großen Durchbruch allerdings wei­terhin nicht. Immerhin nahm er 2012 an allen 33 ProTour-Turnieren der PDC teil und belegte am Jahresende Rang 17 der Weltrangliste. Gleichzei­tig wurde sein Outfit bunter, zunächst noch vorsichtig, dann immer schriller. Wright wandelte sich, immer seltener stand er als der schüchterne und ver­letzliche »Peter Wright« auf der Büh­ne, immer häufiger warf der furcht­lose »Snakebite« die Pfeile – und das mit zunehmenden Erfolg.

Für Aufsehen sorgte Wright 2014 bei der PDC-WM. Nachdem er sich unter anderem gegen Michael Smith und Simon Whitlock durchgesetzt hat­te, stand er im Finale gegen Michael van Gerwen, Zwar konnte er den an Nummer zwei gesetzten Niederlän­der nicht auf dessen Weg zum ersten WM-Titel aufhalten und verlor mit 4:7 Sätzen, doch Wright hatte seine Duft­marke in der Weltspitze gesetzt.

Der erste große Titel von Peter Wright

Den­noch musste er noch bis 2017 warten, ehe er die UK Open, sein erstes Major- Turnier, mit 11:6 gegen Gerwyn Price gewann. Zuvor hatte er im gleichen Jahr bei der World Series of Darts in Düsseldorf die German Darts Masters gegen Rekord-Weltmeister Phil Tay­lor gewonnen.  Obwohl Wright in den Folgejahren 2018 und 2019 zunächst nicht an sei­ne Leistungen und Erfolge von 2017 anknüpfen konnte, stellte er im Ok­tober 2019 einen Weltrekord auf.

Der höchste je gespielte Average beim Dart

Bei der PDC Players Championship be­siegte er den Polen Krzysztof Ratajski im Viertelfinale nicht nur mit 6:0 – mit einem Durchschnitt von 123,5 Punkten pro Aufnahme stellte er auch einen Weltrekord für die höchste Durch­schnittspunktzahl je drei Pfeile über ein gesamtes Match vor Live-TV-Kameras auf. Den alten Rekord hat­te van Gerwen mit 123,4 Punkten seit 2016 gehalten.

Wie oft war Peter Wright Weltmeister?

Dass es an Neujahr 2020 bei der PDC-Weltmeisterschaft zu einem er­neuten Duell mit van Gerwen und damit zu einer Revanche von 2014 kommen sollte, war dann kein gu­tes Omen. Die letzten sieben Duelle gegeneinander waren zuvor allesamt an van Gerwen gegangen. Doch dies­mal lief es anders.

Beide Finalisten spielten auf Top-Niveau, erreichten beide einen Average von mehr als 100 Punkten und Wright schien häufig das bessere Ende für sich zu haben.  Beim Stand von 6:3 Sätzen hat­te Wright dann auch drei Darts zum Matchgewinn – doch die ersten beiden Pfeile verfehlten das Ziel. Wright at­mete noch einmal tief durch, beweg­te sich leicht nach links, um dann den letzten Pfeil in der Doppel-10 zu ver­senken.

Der erste WM-Titel von Peter Wright

In diesem Moment war Wright, war »Snakebite«, unter Freudentränen ganz oben in der Welt des Darts- Sports angekommen. Das machte ihn nicht nur 500.000 Pfund reicher, es war auch das Hoch einer langen Reise durch das Leben eines Mannes, der sich von ganz unten und trotz vieler Rück-schläge bis zum Darts-Olymp durchgekämpft hatte. »Es spielt keine Rolle, wie oft man geschlagen wird. Früher wurde ich immer geschlagen, aber jetzt habe ich es geschafft«, sagte Wright nach dem größten Sieg seiner Karriere.

Der zweite WM-Titel 2022

Das Darts-WM-Finale 2022 zwischen Michael Smith und Peter Wright: Denkwürdig und spannend! Denn da beide zwischendurch Nerven zeigten, war es zwar phasenweise nicht immer hochklassig, aber dafür spannend bis zum letzten Dart. Als sich beim Stand von 5:4 und 2:0 der erste WM-Titel für Smith abzeichnete, schlug Peter Wright gnadenlos zurück und gewann neun der letzten zehn Legs.

Somit ist Peter Wright nach seinem WM-Titel 2020 zum zweiten Mal Darts-Weltmeister.

Autoren: Roland Scholten (Bundestrainer beim Deutschen Dart Verband), Markus Scholz und Benjamin Tonn

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Ein Wurf – 180 –, das Publikum flippt aus! Was noch vor wenigen Jahren ein Kneipenvergnügen war, ist heute ein anerkannter Präzisionssport, der tausende Zuschauer begeistert. Die Athleten werden immer professioneller, neue Rekorde wie am Fließband aufgestellt und Highlights gibt es bei den Turnieren im Minutentakt. Kein Wunder, dass die Veranstaltungen heute Massenevents sind!

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