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Wingfoiling – So steigst du in den Wassersporttrend ein

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Wingfoiling entwickelt sich zum neuen Trend unter Wasserportlern. Mit einer Mischung aus Kite- und Windsurfen vereint es nicht nur die beiden großen Rivalen im Wassersport, die minimalistische Ausrüstung und ein verlockender und schnell zu lernender Fahrspaß überzeugen Neulinge und erfahrene Wassersportler gleichermaßen.

Wie funktioniert Wingfoiling?

Beim Wingfoiling handelt sich im Grunde um eine Kombination aus verschiedenen Wassersportarten, wie dem Kite- oder Windsurfen und Stand-Up-Paddling. Der Wing ist ähnlich aufgebaut wie ein Kite, wird allerdings wie beim Windsurfen direkt am Körper gehalten. Am beliebtesten ist das Wingsurfen mit einem Foilboard. Durch eine Verlängerung („Mast“) werden Tragflächen an dem Board angebracht, durch die der Surfer bei genügend Geschwindigkeit aus dem Wasser abhebt.

Was ist ein Wing?

Zum Wingfoiling brauchst du selbstverständlich erstmal einen Wing (englisch : Wing = Flügel). Dieser ist zwar ähnlich aufgebaut wie ein Kite, erinnert in der Funktionsweise aber eher an das Windsurfen. Das Tuch fängt den Wind ein und durch unterschiedliche Stellungen kann Auf- und Vortrieb gesteuert werden.

Mittlerweile gibt es Wings in verschiedensten Ausführungen von unterschiedlichen Herstellern. Gemeinsam haben alle die aufblasbare Fronttube, wie von Kites bekannt. Zusätzlich ist meist auch die Mitteltube aufblasbar und hat angenähte Griffe, es gibt aber auch Modelle mit eingehängter Stange in der Mitte („Baum“). Letzteres hat den Vorteil, dass die gesamte Stange als Griff genutzt werden kann. Bei einem Wing mit Mitteltube sollte darauf geachtet werden, dass es genügend unterschiedliche Griffe gibt, um die Handposition den Umständen – wie z.B. Körpergröße und Wind – entsprechend anpassen zu können.

Wichtig bei der Auswahl eines geeigneten Wings ist die Größe. Diese wird in Quadratmetern angegeben und befindet sich im Bereich von 2,5 bis 9 m². Welche Größe gewählt wird, hängt von Faktoren wie dem Körpergewicht und der Windstärke ab. Zum Einstieg empfiehlt sich eine Größe von ca. 5m² – hier ist man für die meisten Windstärken gut ausgerüstet. Für Fortgeschrittene, die oft wingen gehen lohnt es sich eine Auswahl an Wings parat zu haben um für verschiedene Windverhältnisse ausgerüstet zu sein. Bezüglich der Form gilt: Je flacher der Wing, desto weniger stark spürt man Böen und veränderte Windverhältnisse – für Anfänger sinnvoll, für Fortgeschrittene, die den Wind optimal ausnutzen wollen eher hinderlich.

Was ist ein Foilboard?

Das Foilboard setzt sich – wie der Name schon sagt – aus einem Board und dem Hydrofoil zusammen.

Zum Einstieg können z.B. erstmal SUP- oder Windsurfboards verwendet werden. Wenn du den Wing gut unter Kontrolle hast, kannst du anfangen ein Foil zu benutzen: hierfür brauchst du ein extra Wing-, oder zumindest ein Cross-Over-Board. Diese sind relativ kurz und dick und haben abgeschrägte Kanten. Je größer das Volumen, desto stabiler, aber auch träger ist das Board. Anfängern ist also ein größeres Board zu empfehlen, für Fortgeschrittene eignen sich kleine und wendige Boards besser. Bei den meisten passt ein 120l Board für den Einstieg, je nach Gewicht kann auch ein größeres geeignet sein.

Das Foil sieht aus wie ein Flugzeug – das Ziel ist schließlich das Gleiche: Abheben. Über die Fuselage sind Heck- und Frontflügel verbunden und mit dem Mast am Board befestigt, oft mit einem Schienensystem um die Stellung des Foils je nach Wunsch einstellen zu können. Foils gibt es in jeder denkbaren Variation von Mast-, Fuselage- und Flügelgrößen. Mit einem großen Frontflügel (>2000cm³) und einem kurzen Mast (ca. <75cm) bist du für den Anfang gut ausgerüstet.

Die Entstehung des Wingfoilings

Die Idee des Wings ist schon lange bekannt, auch an Land mit Snowboard, Ski oder Skateboard wird das segelartige Sportgerät gerne genutzt.  Für den Gebrauch beim Wassersport war es aber lange Zeit nicht vielversprechend: Schon in den 80ern haben Surfer angefangen mit einem Wing rumzuprobieren. Um ein herkömmliches Surfboard zu bewegen ist jedoch ein großes Segel erforderlich. Ein großer, schwerer Wing ist allerdings nicht sehr praktikabel und schwer zu steuern.

Erst das Foilboard macht das Wingen im Wasser attraktiv: Durch die reduzierte Reibung kommt man mit einem deutlich handlicheren Wing aus.

Der Vorteil beim Wingsurfing gegenüber anderen Wassersportarten

Es überrascht nicht, dass Wingsurfen in den letzten Jahren einen großen Aufschwung an Beliebtheit erfährt. Insbesondere für Einsteiger bietet es viele Vorteile gegenüber anderen Wassersportarten.

Während man vor allem beim Windsurfen einen Haufen sperriges und schweres Material benötigt, ist der Wing sehr leicht und lässt sich ohne Probleme einpacken. Gerade für Anfänger bietet das geringe Gewicht einen Vorteil, da selbst bei langen Übungssessions die Armmuskeln nicht überlastet werden.

Auch der Aufbau ist einfach: Einmal den Wing aufgepumpt kann es gleich losgehen – gerade im Vergleich mit der nötigen Vorbereitung zum Kitesurfen eine große Erleichterung. Im Gegensatz dazu braucht man beim Wingen übrigens weder einen Starthelfer noch eine Startfläche bzw. Einstiegsmöglichkeit.

Ein weiterer Pluspunkt ist die geringe Windstärke, die ein Wingsurfer benötigt. Schon 8 Knoten reichen dank der durch das Foil reduzierten Reibung aus. Zum Vergleich: Kitesurfen kann man erst ab ca. 10-11 Knoten.

Der Wingfoiling-Einsteigerguide

Hilfreiche Vorkenntnisse und Übungen

Erfahrenen Kite- oder Windsurfern fällt der Einstieg in das Wingfoiling in der Regel nicht schwer. Wer nicht aus dem Wassersport kommt, dem hilft schon eine solide Grundsportlichkeit: insbesondere eine gute Balance, wie sie z.B. beim Slacklinen geschult wird, sowie eine gute Fitness und Koordination sind hilfreich.

Bevor du dich auf das Wasser wagst macht es Sinn, auf Land den Wing auszuprobieren um ein Gefühl für die richtige Handhabung, den Wind und die Steuerung zu bekommen. Dafür kann man z.B. ein Skateboard benutzen und auf einer freien Fläche, z.B. einem Parkplatz üben.

Anfangs ist es sinnvoll, mit einem SUP- oder Windsurfboard zu üben. Das hat zwei Vorteile: Zunächst fällt das Aufstehen durch die größere Fläche – also eine höhere Stabilität – erstmal leichter. Außerdem kann man sich erstmal besser auf den Umgang mit dem Wing konzentrieren.

Wo kann man Wingfoiling lernen?

Erfahrene Wassersportler können Wingsurfen auf eigene Faust gut erlernen. Für alle anderen ist ein Wingfoiling-Kurs empfehlenswert: mittlerweile werde sie an vielen Kite- oder Windsurfschulen am Meer und größeren Seen angeboten.

Welche Ausrüstung benötigt man zum Wingfoilen?

Für ein erfolgreiches Wingfoiling-Erlebnis ist die richtige Ausrüstung wichtig. Grundsätzlich braucht man hier nicht viel: Neben Wing und Foilboard ist nur die übliche Surfausrüstung nötig.

Dazu gehören der Neoprenanzug und zusätzliche Schutzkleidung: ein Helm und eine Prallschutz- oder Schwimmweste sollten immer getragen werden. Außerdem sind auch Neoprenschuhe sinnvoll, da man sich an den scharfen Kanten des Foils leicht schneiden kann.

Für die Auswahl des Wings und Foilboards sind Größe und Gewicht, deine Fähigkeiten sowie die Windverhältnisse ausschlaggebend. Als Anfänger ist es sinnvoll, mit einem größeren Board einzusteigen, während Fortgeschrittene ein kleineres Foilboard wählen sollten: die Schwierigkeit ist hier größer – dafür wird man mit höherer Wendigkeit und Geschwindigkeit belohnt.

Kaufen kannst du das Material mittlerweile bei den meisten Anbietern, die auch Kite- oder Windsurfmaterial anbieten. Zwischen den Herstellern gibt es allerdings große Preisunterschiede: von wenigen hundert bis zu mehreren Tausend Euro kann man für ein Foil ausgeben, ein Wing kostet in der Regel zwischen 200€ und 1000€. Dazu kommt – falls noch nicht vorhanden – ein Board. Auch hier variiert der Preis im hunderter bis tausender Bereich.

Tipps und Regeln – Woran muss beim Wingfoiling gedacht werden?

Sicherheit beim Wingfoiling

  • Eine vollständige Ausrüstung ist für deine Sicherheit sehr wichtig. Mit Neoprenschuhen, Prallschutzweste, Helm und jeweils einer Leash für das Board und den Wing bist du gut ausgestattet.
  • Sichere dein Material immer. Das gilt natürlich im Wasser, aber auch vor und nach der Surfsession an Land! Nicht nur der Wing, auch das leichte Board mit Foil sind windanfällig und werden schnell weggeweht. Das gefährdet nicht nur dich und andere Menschen, auch um das kostspielige Material wäre es schade.
  • Besonders als Wassersportneuling solltest du auf keinen Fall alleine aufs Wasser. Auch wenn es beim Wingen vergleichsweise wenig Gefahren gibt, kann immer etwas passieren. Außerdem sind Anfänger bei einem Sturz schnell überfordert, mitten im Wasser das Material ordnen und wieder auf das Board kommen zu müssen, auch hier kann eine weitere (optimalerweise erfahrene) Person helfen.

Wind- und Wetterverhältnisse im Auge haben

  • Das Wetter vor einem Surfausflug zu überprüfen und bei Gewitterwarnungen nicht ins Wasser zu gehen ist selbstverständlich.
  • Auch die Windverhältnisse sollte man sich anschauen: Während man bei zu wenig Wind kaum eine Chance hat zu fahren, kann zu starker oder auch böiger Wind Gefahren bergen, vor allem Einsteiger sollten hier aufpassen.
  • Wer auf dem Meer wingfoilt sollte dies außerdem nicht bei ablandigem Wind machen, denn es besteht die Gefahr auf das offene Meer getrieben zu werden.

Surfverbote beachten:

  • Wie bei allen Wassersportarten gilt: Informiere dich, wo du Wingfoilen darfst! Einige Seen sind das ganze Jahr über gesperrt, anderenorts gibt es z.B. zu Brutzeiten oder nur an bestimmten Stellen Verbote.

Einen sicheren Spot wählen:

  • Achte darauf, einen Spot zu wählen an dem du genügend Platz hast. Dazu gehört auch, auf Hindernisse unter Wasser und Untiefen zu achten: ein Foil ist je nach Modell einen halben bis ganzen Meter lang, Steine und Riffe werden schnell zur Gefahr für dich und dein Material. An einigen Orten ist es auch wichtig auf Taucher aufzupassen!
  • Über Wasser sollte immer genug Abstand von anderen Wassersportlern, sowie Stegen und Booten gehalten werden.

Aufmerksam sein und auf Regeln achten:

  • Da es den Sport erst seit kurzem gibt, existieren noch keine spezifischen Regeln. Naheliegend ist es, sich an die bekannten Regeln für Wind- und Kitesurfer zu halten.
  • Dazu gehören insbesondere die Vorfahrtsregeln: Als Surfer bist du verpflichtet allen Wasserfahrzeugen wie Schiffen und Booten auszuweichen.
  • Unabhängig von vorgeschriebenen Regeln: Achte auf andere! Verhalte dich respektvoll und nimm beim Auf- und Abbau und auf dem Wasser nur den nötigsten Platz ein. Insbesondere beim Tragen des Foilboards muss man aufpassen: mit dem langen Mast und seinen scharfen Kanten kannst du Umstehende leicht verletzen.

Fazit

Das Wingfoiling ist der neue Trend im Wassersport – und das aus guten Gründen. Eine neue Herausforderung mit minimalistische Ansprüche an Material, Wind und Standort und ein großer Fahrspaß überzeugen erfahrene Wassersportler. Für völlige Neulinge ist insbesondere der – verglichen mit Kiten oder Windsurfen – einfache Einstieg verlockend. Die nächsten Jahre kann man garantiert einen großen Zuwachs der jungen Sportart erwarten und immer mehr Wingfoiler auf Seen und im Meer beobachten können.

 

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Über den Autor

Florentine Frey

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