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Neurodrills – 3 neurozentrierte Übungen für das Warm-Up

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Neurodrills im Warm-up: Alle Bewegungen werden vom zentralen Nervensystem (ZNS) gesteuert. Daher ist es sinnvoll, dieses zu Beginn einer Trainingseinheit gezielt zu aktivieren. René Kagels zeigt drei Übungen, die das ZNS deiner Kunden effektiv auf die Belastung im Training vorbereiten.

Mit Neurodrills im Warm-Up das ZNS aktivieren

Die Anforderungsprofile an Sportler unterscheiden sich je nach Sportart erheblich. So braucht ein Basketballspieler zum Beispiel ganz andere Skills als ein Eishockeyspieler. Um Athleten optimal auf ihr Training vorzubereiten, sollte jedes Warm-up bestmöglich auf die individuellen Anforderungen im Training abgestimmt sein. Die nachfolgend gezeigten Neurodrills bereiten das ZNS deiner Kunden optimal auf Trainingseinheiten in verschiedenen Bereichen vor und führen zu einer höheren Leistungsfähigkeit. Bei der Verarbeitung und Interpretation dieser Trainingsreize ist das Gehirn sehr gut vernetzt. Entsprechende Reize aktivieren unterschiedliche Gehirnareale. Um die Verarbeitung dieser Daten zu optimieren, können diese Bereiche im Warm Up fokussiert angesteuert werden. Somit wird die Verarbeitung der Daten und folglich die Trainingsleistung wird verbessert. Eine schnellere Informationsweiterleitung kann dann zum Beispiel zu gesteigerter Reaktions- und Handlungsgeschwindigkeit führen.

Neurodrills – 3 Übungen für dein Warm-Up

Neurodrill 1: Hecostix drillthrow

Die Partner stehen sich etwa fünf Meter voneinander entfernt gegenüber. Person A wirft Person B den Hecostix zu und nennt eine Farbe; Person B muss nun den Hecostix in dieser Farbe fangen.

Progression:

  • Partner A wirft Partner B zwei Hecostix zu und nennt zwei Farben; die Hecostix in den genannten Farben muss Partner B fangen.
  • Partner B dreht Partner A den Rücken zu. Auf Zuruf dreht sich Partner B zu Partner A und fängt dann den Hecostix in der vorher genannten Farbe.
  • Partner B fängt den Hecostix in der vorher genannten Farbe aus vollem Lauf.
  • Ausführung mit Augenklappe.

Diese Übung trainiert die Hand-Augen-Koordination, die Reaktionsgeschwindigkeit, die Informationsverarbeitung und die Antizipation.

Neurodrill 2: Skippdrill mit dem Vectorball

  • Zwei Athleten stehen sich in einem Abstand von ca. fünf Metern gegenüber.

  • Person A wirft den Ball mit einem Bodenkontakt zu Person B. Beim Bodenkontakt leuchtet im Zufallsmodus eine Farbe im Ball auf.
  • Person B fängt den Ball entsprechend vorher festgelegter Regeln (z. B. Rot = mit der rechten Hand, Grün = mit der linken Hand, Blau = mit beiden Händen)
  • Um neue Reize zu setzen die Vorgaben während des Spiels regelmäßig verändern.

Progression:

  • Abstand verkürzen: Eine noch schnellere Informationsverarbeitung ist gefordert.
  • Nach vorgegebenem Rhythmus werfen (ggf. Metronom-App verwenden).
  • Das entgegengesetzte Bein nach vorn nehmen, um kontralaterale Bewegungsausführungen zu trainieren.
  • Ausführung mit Augenklappe: Das eingeschränkte Sichtfeld erfordert mehr sensorisches Feedback.

Diese Übung trainiert die Fähigkeit zur schnellen Informationsverarbeitung sowie die Reaktions- und Handlungsgeschwindigkeit.

Neurodrill 3: Focus on Laser

Die Partner stehen sich ca. sieben bis zehn Meter voneinander entfernt gegenüber. Zunächst geht Partner B in den Ausfallschritt und trägt eine Stirnlaserlampe. Dabei gibt Partner A mit seiner Handfläche ein bewegliches visuelles Ziel vor, das Partner B permanent mit dem Laser verfolgen muss.

Progression:

  • Partner B führt Ausfallschritte aus, während er das visuelle Ziel mit dem Laser verfolgt. Noch anspruchsvoller wird die Übung, wenn sie im Takt eines Metronoms (Metronom-App) ausgeführt wird.
  • Partner A verändert permanent die Distanz und variiert sein Tempo, sodass Partner B schneller reagieren und seine Kopfposition durchgehend verändern muss.

Diese Übung trainiert das periphere Sichtfeld, das Gleichgewichtsorgan, die Propriozeption, die Augen und die reflexive Stabilität. Eine weitere neurozentrierte Übung, die mit der Laserlampe durchführbar ist, ist der Infinity Walk (siehe TRAINER-Ausgabe 6/2018).

Unser Tipp für alle Trainer: Das Trainermagazin

Diesen sowie weitere Artikel findest du in der TRAINER Ausgabe 05|2020

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Autor und Sportexperte: René Kagels

Der Herforder Personal Trainer hat einen B.A.-Abschluss in Bewegungscoaching & Gesundheit (Sportwissenschaft). Er wurde 2017 mit dem NEOS AWARD als Newcomer des Jahres ausgezeichnet und ist Gründer & CEO des Studios „Willenskraft“.

www.personalcoach-rkagels.de

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Trainingsworld

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