Schwindel: Wenn die Umwelt sich dreht

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Es gibt viele verschiedene Formen und Arten des auftretenden Schwindels. Manchmal mit Nebenerscheinungen, manchmal ohne. In der folgenden Reihe gibt es interessante Informationen zu Schwindel, aber auch detailierte Berichte über einzelne Schwindelformen.

In jungen Jahren erleidet jeder Sechste Schwindelanfälle, ab dem 80sten Lebensjahr schon jeder Dritte. Somit ist der Schwindel neben den Kopfschmerzen das am häufigsten auftretende Symptom im Bereich des Nervensystems.

 

Was genau ist Schwindel?

Schwindel ist meist ein plötzlich auftretender Anfall, bei dem die Umwelt anfängt, sich zu bewegen, der Boden schwankt oder es wird einem gar schwarz vor Augen. Meist hält dieser Zustand nur Sekunden an und ist häufig verbunden mit Übelkeit, Ohrensausen, Augenzittern oder Benommenheit. Ebenfalls können Schweißausbrüche, Blässe und Bewusstseinsverlust auftreten.

 

Wie ist das Gleichgewichtsorgan aufgebaut?

Das Gleichgewichtsorgan wird auch Vestibularapparat genannt. Es besteht aus 3 Bogengängen, 2 Vorhofsäckchen und einem Endolymphgang. Hierbei handelt es sich um einen mit Flüssigkeit gefüllten Hohlraum zwischen dem Trommelfell und der Gehörschnecke. Bei Drehungen des Kopfes oder Richtungswechseln kommt die Flüssigkeit in Bewegung. Die Sinneszellen an der Gehörgangswand werden gereizt.

Über den Nervus vestibularis werden diese Reize an das Gehirn weitergeleitet, wo die Informationen mit den Informationen vom Auge und den Tiefenrezeptoren der Muskeln zusammentreffen. Die Augen sammeln Informationen über die Bewegungen von Fixpunkten und der Ausrichtung des Horizontes, die Tiefenrezeptoren geben Inforamtionen über Schwankungen im Gelenk weiter. Im Gehirn werden diese gesammelt und verarbeitet. Wenn es zu widersprüchlichen Informationen kommt, wird der Schwindel ausgelöst. Es kann aber auch ein Fehler in der Verarbeitung vorliegen oder der Schwindel kann psychische Gründe haben.

 

Welche Arten von Schwindel gibt es?

Man unterscheidet zwischen:

 

Drehschwindel

Die Umwelt des Betroffenen dreht sich ohne einen erhöhten Alkoholpegel zu haben. Dies kann bei Lagewechsel entstehen, Belgeiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen können auftreten.

 

Schwankschwindel

Der Betroffene hat einen unsicheren Gang, ruhiges Stehen ist nicht möglich, es entsteht das Gefühl, dass der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Übelkeit und Erbrechen treten hierbei nicht auf.

 

Liftschwindel

Es entsteht ein kurzes Gefühl des Fallens.

 

Pseudovertigo

Die Betroffenen leiden unter Benommenheit und es wird ihnen schwarz vor Augen. Das Gefühl, dass die Umwelt sich bewegt, entsteht nicht.

 

Welche Ursachen für Schwindel gibt es?

Ursachen für Schwindel kann zum einen der Einfluss der Psyche sein, zum anderen können es ungewohnte Sinnesreizungen sein. Die Hauptursache liegt aber bei Störungen des Gleichgewichtorgans. Dabei unterscheidet man nochmal zwischen Störungen des Innenohrs und dem Gleichgewichtsnerv, dem peripheren verstibulären Schwindel, und Störungen des Hirnstammes, Kleinhirns und Großhirns, dem zentral verstibulären Schwindel.

 

Gibt es neue Forschungen bezüglich des Schwindels?

Forscher nutzen die neueste Technik, um Zusammenhänge zu ergründen und neue Behandlungsverfahren zu optimieren. Beispielsweise beschäftigt sich das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum für Schwindel, Gleichgewichts- und Okulomotorikstörungen/Augenbewegungsstörungen (IFBLMU) in München mit der sogenannten Eye-See-Cam, um den Zusammenhang zwischen den nah beisammen liegenden Seh- und Gleichgewichtsnerven zu erkunden.

 

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Angi Peukert

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