Kohlenhydrat-Diät schadet Läufern

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Diese Studie untersucht die Einflüsse des Kohlenhydrat-Speichers mit unterschiedlichen GI- und GL-Mahlzeiten auf die Leistungsfähigkeit beim Laufen und die Reaktionen des Stoffwechsels.

Es ist für die Sportlerernährung zweifelsohne wichtig, dass die Muskeln vor einem Wettkampf vollständig mit Kohlenhydraten gefüllt sind (carbohydrate loaded). Aber wie beeinflussen der glykämische Index (GI – ein Maß zur Bestimmung der Menge an Energie, die in die Blutbahnen abgegeben wird) und die glykämische Last (GL – ein Maß zur Bestimmung der Auswirkungen von Mahlzeiten auf den Blutzuckerspiegel, indem der GI und die Menge eines Nahrungsmittels betrachtet werden) die Leistungsfähigkeit?

Um diese Frage zu beantworten, untersuchten Wissenschaftler aus Hongkong die Einflüsse des Kohlenhydrat-Speichers mit unterschiedlichen GI- und GL-Mahlzeiten (so angelegt, dass jeweils die gleiche Kalorienzufuhr sichergestellt war) auf die Leistungsfähigkeit beim Laufen und die Reaktionen des Stoffwechsels. In der Studie absolvierten 9 männliche Läufer einen einstündigen Lauf bei 70 %VO2 max, gefolgt von einem 10km Lauf, nach einer 3-tägigen Kohlenhydrate-Diät mit folgenden Werten:

% der Kalorien aus KohlenhydratenGI (0-100)GL (Einheiten)
Protokoll 1 (GI hoch, GL hoch)7380533
Protokoll 2 (GI niedrig, GL niedrig)7336249
Protokoll 3 (GI hoch, GL niedrig)3179227

Bei Protokoll 1 gab es beträchtliche Mengen Kohlenhydrate mit hohem GI und GL; Protokoll 2 verabreichte die gleiche Menge an Kohlenhydraten, jedoch mit niedrigerem GI und daher mit niedrigeren GL-Einheiten. Protokoll 3 hingegen bat hohe GI-Werte in der Nahrung an, aber mit kleineren Portionen an Kohlenhydraten, um den GL niedrig zu halten (weniger als die Hälfte an Kohlenhydraten der Mengen aus den ersten beiden Protokollen).

Die Ergebnisse aus den Testläufen nach den verschiedenen Kohlenhydrat-Diäten zeigten, dass im Vergleich zu den geringeren Kohlenhydraten aus Protokoll 3, bei den anderen beiden Protokollen signifikant bessere Ergebnisse beim Laufen erzielt wurden – die Diät mit der geringen Kohlenhydrate-Menge war also schädlich für die Leistungsfähigkeit.

Als die Forscher die Ergebnisse der Protokolle 1 und 2 etwas genauer betrachteten, bemerkten sie, dass bei Protokoll 2 (GI hoch, GL niedrig) etwas bessere Ergebnisse erzielt worden waren als bei Protokoll 1 (GI hoch, GL hoch). Durch die wenigen Probanden war die Größenordnung der Abweichungen (48,6 min. vs. 51,3 min.) nicht aussagekräftig genug, um statistisch gesehen von Bedeutung zu sein (auch wenn eine größer angelegte Studie diesen Trend verdeutlichen könnte). Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass für den Kohlenhydrate-Speicher die Menge der Aufnahme wichtiger ist als der Typus.

 

International Journal of Sports Medicine, 2007

 

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