Darf ich mit Asthma schwimmen gehen?

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Schwimmen ist gesund und trainiert die Atemwege. Gefährlich kann es nur werden, wenn man zu wenig Luft bekommt. Daher gehen viele Asthmatiker nicht gerne ins Schwimmbad. Aber eigentlich müssen auch Menschen mit Asthma keine Angst vor dem Training im Wasser haben.

Es gibt mehrere Gründe, warum viele Menschen nicht gerne schwimmen gehen. Das unbekannte Element, das kalte Wasser oder die im Vergleich zum Laufen oder Radfahren anstrengende Bewegung beim Kraulen, die man sich erst mühsam antrainieren muss sind mit Sicherheit gute Gründe, warum man nicht gerne Schwimmen geht. Auch die Angst, keine Luft mehr zu bekommen wenn man das Gesicht unter Wasser hält, ist für viele ein wichtiger Grund. Gerade wenn man ohnehin bereits Probleme mit den Atemwegen oder chronische Erkrankungen der Atemwege wie Asthma hat, gehen viele nicht gerne ins Wasser. Aber diese Angst ist unbegründet.

Gerade Asthma-Patienten sollten sich regelmäßig bewegen. Denn durch Sport werden die Atemwege trainiert. Dabei ist es egal, ob man läuft, Rad fährt oder eben schwimmen geht. Auch Kinder mit Asthma brauchen vor dem Sprung ins Wasser keine Angst zu haben, wie eine Cochrane-Review gezeigt hat. Wenn sie regelmäßig schwimmen gehen, sind sie ausdauernder, haben weniger oft Phasen mit pfeifender Atmung, müssen seltener ins Krankenhaus und fehlen auch nicht so oft in der Schule wie Kinder, die auf Sport verzichten.

Auch wenn viele Kinder und Erwachsene wegen ihrer Erkrankung nicht schwimmen gehen, spricht nichts dagegen. Grade Sport im Schwimmbad ist für Asthmatiker sehr gut geeignet. Zum einen werden die Schleimhäute weniger gereizt, da die Luft warm und feucht ist. Trockene Luft reizt die Schleimhäute und trocknet sie aus. Dann haben auch Erreger leichteres Spiel. Zudem ist die Luft im Schwimmbad nicht mit Pollen belastet. Menschen mit Heuschnupfen oder Allergien können hier freier durchatmen. Zudem leistet das Wasser selber dank seiner Beschaffenheit einen zusätzlichen Beitrag. Durch den höheren Umgebungsdruck wird das Ausatmen erleichtert. Im Gegensatz muss man gegen den Wasserdruck einatmen, was die an der Atmung beteiligten Muskeln zusätzlich trainiert.

Neben der Angst, keine Luft zu bekommen, hört man oft, dass die Chemikalien im Wasser wie Chlor die Atemwege reizt und Asthmatiker daher besser nicht schwimmen gehen sollten. Hier geben die Mitarbeiter der Cochrane Collaboration aber Entwarnung. Sie haben mehrere Studien zum Thema Kinder mit Asthma beim Schwimmen analysiert und keine negativen Auswirkungen gefunden (Cochrane Database of Systematic Reviews 2013, online 30. April).

Insgesamt fanden sie acht randomisierte Studien mit insgesamt 262 Teilnehmern zwischen fünf und 18 Jahren. Die Kinder hatten alle ein gut kontrolliertes Asthma. Bei den Studien mussten die Teilnehmer zwischen sechs und zwölf Wochen mehrmals in der Woche schwimmen gehen. Bei sieben Studien trieb die Kontrollgruppe keinen Sport, bei einer Studie gingen die Kinder ebenso häufig zum Golf spielen.

Die Ergebnisse

Bei allen Studien konnten die Wissenschaftler einen positiven Effekt auf das Asthma feststellen. So nahm die Belastbarkeit der Kinder zu und auch im Ruhezustand verbesserte sich die Lungenfunktion im Vergleich zu den Nicht-Sportlern. Negative Folgen durch das Schwimmtraining fanden sie bei keiner Studie. Auch der Autor der Studie, ist vom positiven Effekt von Schwimmen auf die Lungenfunktion überzeugt, auch wenn das Fazit aufgrund der nur sehr kleinen Probandenzahl eher zurückhaltend ausfällt. So deutet die Review drauf hin, dass ein Schwimmtraining von Kindern und Jugendlichen mit stabilem Asthma gut vertragen wird und sich die Lungenfunktion und insbesondere die kardiopulmonale Fitness verbessert.

Leider gibt es noch keine Studien, die den Effekt von Schwimmen mit den Auswirkungen von anderen Sportarten wie Laufen oder Radfahren verglichen haben. Insofern kann man noch nicht sagen, welche Sportart für Asthmatiker besonders gut geeignet ist. Trotzdem kann man zumindest sagen, dass es keinen Grund gibt, auch mit Asthma nicht schwimmen zu gehen. Auf jeden Fall hat man, so die Autoren der Cochrane-Review, keine negativen Folgen zu erwarten.

Christian Riedel

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