Meditation in der Kampfkunst

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Die Meditation wird in den verschiedenen Kulturen seit mehreren Jahrtausenden als religiös-spirituelles Ritual praktiziert. Anders als hier in Europa wird die Meditation in den asiatischen Religionen als Lebensphilosophie angesehen. In Europa ist sie vor allem als Entspannungsverfahren bekannt.

Das Grundprinzip

Wegen der Entwicklungsgeschichte der Meditation sind bisher noch keine standardisierten Formen ind er Psychologie  festgelegt worden. Es lassen sich nur allgemeine Prinzipien beschreiben. Ziel der Meditation ist es, einen Zustand innerer Versenkung zu erreichen. Sie ist in den verschiedensten Ruhepositionen wie Liegen, Sitzen, Knien und im Schneidersitz durchführbar.

Bei der Meditation unterscheidet man zwischen Zen Meditation und rezeptiver Meditation. Während der Zen-Meditation ist die Konzentration ungerichtet-ziellos. Jedes Bild und jeder Gedanke ist für eine Bewusstseinserweiterung zugelassen. Bei der konzentrativen Meditation fokussiert sich der Trainierende auf ein Wort, einen Klang oder einen Gegenstand. Zum Beispiel wird er seinen eigenen Atem mit Worten wie „eins“ und „zwei“ begleiten.

 

Meditation in der Kampfkunst

In den verschiedenen traditionellen Kampfkunstarten wie dem Taekwondo hat die Meditation ihren eigenen Gebrauch und ist für die Sportler/Künstler eine Tradition. Oft wird die Meditation in den so genannten „inneren Kampfkünsten“ wie Tai Chi verwendet. Die Philosophie ist, dass Hartes durch Weiches besiegt werden kann, weil letzeres erstgenanntem keinen direkten Widerstand entgegensetzt. Diese Philosophie hat mehrere positive Funktionen für den Sportler: Alle Techniken und Bewegungen werden insgesamt fließender ausgeführt. Der Körper wird bewusster wahrgenommen und besser kontrolliert. Geist, Seele und Körper vereinigen sich und können sehr genau miteinander arbeiten.

 

Meditative Übungen für Kampfsportler

Meditative Übungen werden als der anspruchsvollste Weg zu einer Selbstentspannung betrachtet. Heute ist es schwierig, Kampfsportler von der Meditation zu überzeugen, da dieser “Weg nach innen“ durch die alte Meditationsform „klassische Meditation“ sehr schwierig und zeitaufwendig ist. Außerdem ist die Meditation für die meisten Menschen ziemlich fremd. Sehr viele Kampfkünstler denken an „ Selbstbewusstsein“ oder ähnliches, dabei ist die Meditation die Grundlage für eine gute Technik und Präzision im Kampfsport. Meditation kann man auch als einen Zustand geistiger „Leere“ beschreiben. Ein Zustand, in dem nur man selbst zählt. Ein Zustand der absoluten Freiheit und Entspannung. Ein Zustand, in dem man jeglichen Einflüssen der Umgebung entrückt.(Kontrollieren Sie Ihre Emotionen statt sich von ihnen kontrollieren zu lassen)

  

Ort und Zeit der Meditation

Es ist sehr wichtig, wo und wann man meditiert. Grundsätzlich sollten Sie nicht mit vollem Magen meditieren und Sie sollten sich vor allem genug Zeit nehmen, denn Zeit brauchen Sie jede Menge! Vor allem anderen werden Sie Geduld brauchen. Suchen Sie sich einen Ort, an dem Stille herrscht und die Luft frisch ist. So ist es vorteilhaft, im Freien zu meditieren.

 

Meditationshaltungen und Meditationsmöglichkeiten

Es gibt beim Meditieren viele verschiedene Haltungsmöglichkeiten. Ich werde Ihnen einige beschreiben. Probieren Sie zunächst alle einmal aus. Die richtige Haltung ist letztendlich Ihnen selbst überlassen. Ich selbst bevorzuge den traditionellen „Lotussitz“. Doch für den Anfänger wird sie ziemlich schwierig sein, denn dabei ist die Dehnfähigkeit gefragt. Dem Anfänger empfehle ich, im Liegen zu meditieren.

 

Der Lotussitz (für Fortgeschrittene)

Der Lotussitz ist wohl die berühmteste Sitzhaltung in der Meditation. Ihr rechter Fuß liegt auf Ihrem linken Oberschenkel und der linke Fuß auf dem rechten Oberschenkel. Der Rücken bleibt dabei gerade und die Augen bleiben geschlossen. Achten Sie darauf, dass Sie den Kopf nicht hängen lassen.

 

Der „halbe“ Lotussitz

Sitzen Sie aufrecht. Ziehen Sie den einen Fuß an die Innenseite des Oberschenkels und legen Sie den anderen Fuß überkreuz mit nach oben gerichteter Fußsohle an den anderen Oberschenkel. Auch hierbei sollten Sie den Rücken gerade halten, um die Atmung besser zu kontrollieren. Die Augen bleiben geschlossen. Die Hände liegen dabei meist locker im Schoß.

 

Der Fersensitz

Setzen Sie sich dabei mit angewinkelten Beinen auf Ihre Fersen, so dass Ihre Füße ein Dreieck bilden. Wenn es unangenehm wird, dann können Sie ein Kissen unterlegen. Allerdings empfehle ich, das Kissen möglichst nicht zu nutzen, da es unter anderem Ziel sein sollte, den Schmerz wegzudenken.

 

Der Schneidersitz

Beim Schneidersitz verschränkt man die Beine nur locker. Die Knie sind somit knapp über dem Boden. Wichtig ist auch hier eine aufrechte Körperhaltung. Eine Möglichkeit ist es, die Hände mit nach oben geöffneten Handflächen auf die Knie zu legen.

 

Im Liegen

Diese Meditationshaltung ist ziemlich bequem und angenehm. Lege Sie sich auf den Rücken und legen Sie die Arme auf den Bauch oder neben den Körper. Hierbei müssen Sie darauf achten, dass Sie nicht einschlafen. Der Körper kann aufgrund des mangelnden Gefühls für den Atemstrom müde und träge werden. Daher müssen Sie sehr bewusst auf die Atmung achten.

 

Das Tor zum Ich

Sobald Sie Ihre Haltung eingenommen haben, müssen Sie zur Ruhe kommen und an sich selbst glauben.

Beginnen Sie mit der bewussten Wahrnehmung des Körpers.

Spüren Sie den Kontakt mit dem Boden und nehmen Sie ihn wahr. Konzentrieren Sie sich zu 100 % auf Ihren Körper.

Werden Sie zu Ihrem eigenen Zuschauer.

Versuchen Sie alle Muskeln zu entspannen und locker zu lassen.

Nun achten Sie bewusst auf die Atmung. Sie verfolgen Ihre Atmung vom Einatmen bis zum Ausatmen. Ihre Atmung fließt bis zur Körpermitte (ca. 1 cm unterhalb des Bauchnabels) und steigt wieder maximal auf.

Alle äußeren Reize stören nicht mehr.

 

Wenn Sie meinen, dass Sie genug meditiert haben hören Sie einfach auf und kommen Sie zurück zu sich. Strecken und dehnen Sie sich bewusst und atmen Sie tief ein und aus.

Eine Meditation kann Minuten, Stunden, Monate oder sogar Jahre dauern. Die Zeit ist ganz Ihnen selbst überlassen.

Meditation ist der geheime und heilige Reichtum unseres Herzens.

 

Vahab Yektapour

 

Quellenangaben:

1. www.taekwondo.de

2. IST-Bildung die Bewegt

3. Taekwondo: „All about Meditation“

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