Piszczek droht möglicherweise weltweite Sperre

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Dortmund (SID) – Fußball-Profi Lukasz Piszczek vom deutschen Meister Borussia Dortmund droht offenbar eine weltweite Sperre. Wie das Fachmagazin kicker berichtet, wollen Hardliner im polnischen Verband PZPN durchsetzen, dass der für die polnische Nationalmannschaft bis 2012 gesperrte Verteidiger bis zu diesem Zeitpunkt auch für seinen Arbeitgeber keine Spiele mehr bestreiten darf.

„Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann Piszczek auch in der Bundesliga und in der Champions League nicht spielen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass FIFA und DFB eine Strafe für Korruption ignorieren werden“, sagte Artur Jedrych, der Vorsitzende der polnischen Disziplinarkommission, die den BVB-Profi in der vergangenen Woche für alle Länderspiele bis Februar 2012 gesperrt hat.

Piszczek hatte sich im vergangenen Jahr wegen der Beteiligung an einer Spielmanipulation in der Saison 2005/06 selbst angezeigt und war im Juni vom Bezirksgericht Breslau zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung und 25.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Das Sportgericht des Verbandes hatte Piszczek dann vergangene Woche auch bei der Nationalmannschaft vorerst aus dem Verkehr gezogen.

Borussia Dortmund möchte sich zu dieser Angelegenheit derzeit nicht konkret äußern. „Wir beobachten die ganze Entwicklung mit Staunen“, sagte BVB-Pressesprecher Josef Schneck auf SID-Nachfrage. Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der Weltverband FIFA wollten sich zunächst mal ein genaues Bild machen.

Unklar war am Montag, ob der polnische Verband den Vorfall mittlerweile bei der FIFA offiziell angezeigt hat. Der Weltverband müsste das Verbandsurteil prüfen und könnte es theoretisch auf Bundesliga und Champions League ausdehnen. Piszczek dürfte in diesem Fall dann bis zu einer eventuellen Verhandlung vor dem Berufungs-Komitee nicht für Dortmund spielen.

Hinter den Kulissen wird nach kicker-Informationen seit Tagen mit allen beteiligten Parteien fieberhaft an einer Lösung gearbeitet, bei der keiner sein Gesicht verlieren würde. Favorisiert werde eine Umwandlung des Verbandsurteils in eine Sperre auf Bewährung. Vorher müsste Piszczek aber in Berufung gehen und die nächste Instanz anrufen, was er ursprünglich abgelehnt hatte. Der 26-Jährige wollte offenbar erstmal die schriftliche Begründung der Disziplinarkommission abwarten und erst dann reagieren.

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