Fakten zu den Fat-Burnern – Sind Chrom und Koffein Alternativen?

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Im amerikanischen Raum spielen auf dem Markt „schlankmachender“ Supplemente zunehmend Präparate auf Basis von Chrom eine Rolle, die auch in Europa auf dem Vormarsch sind. Chrom ist ein essenzielles Spurenelement und muss über die Nahrung aufgenommen werden.

Vor allem ist Chrom in Fleisch, Eiern, Bierhefe, Innereien und in Vollkornprodukten enthalten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt an, dass 30-100 g/Tag eine angemessene Zufuhr sind. Bei einer durchschnittlichen Zufuhr von 30-139 g/Tag, wie sie für Deutschland erhoben wurde, dürfte die Versorgung gesichert sein.

Die Wirksamkeit von Chrom

Chrom potenziert die Wirkung von Insulin in der Zelle1. Alle insulinabhängigen Stoffwechselwege, wie der Kohlenhydrat- und der Fettstoffwechsel, sind auf das Vorhandensein von Chrom angewiesen. Bei schlechter Versorgungslage von Chrom kann die Gabe dieses Elements den Insulinspiegel senken und auch Auswirkungen auf die Proteinsynthese und die Lipogenese haben. In Tierversuchen zeigte sich, dass Chrom in der Lage war den Körperfettgehalt zu reduzieren und die fettfreie Muskelmasse zu erhöhen. Diese Untersuchungen bilden die Basis für das Übertragen der Wirkungsannahmen auf den Menschen1. Die aktuelle Studienlage spiegelt allerdings widersprüchliche Ergebnisse bei der humanen Anwendung wider. Obwohl es Hinweise gibt, dass Chrom die Körperzusammensetzung positiv beeinflussen kann, zeigen mehrere Studien keinerlei derartige Effekte1. Auch im Hinblick auf die Gewichtsreduktion sind keine Wirkungen nachweisbar. Die Datenlage weißt derzeit darauf hin, dass Chrom kein wirkungsvolles Produkt zur Gewichtsreduktion darstellt.

Abnehmen: Schlank mit Koffein?

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Die wissenschaftliche Evidenz verschiedener Nahrungsergänzungsmittel   © trainingsworld.com

Das in Kaffee, Kakao und Tee vorkommende Koffein gehört zu den ältesten Genussmitteln der Welt. Es wird in Nahrungsergänzungsmitteln und in Functional Food, aber auch in In-Getränken eingesetzt und gilt seit jeher als Stimulanz. Die Spaltung der Koffeinkomplexe erfolgt unter Einwirkung der Magensäure. Koffein wird rasch und vollständig vom Körper aufgenommen. Der Koffeingehalt einer Tasse Kaffee mit rund 150 ml liegt bei 60-150 mg. Eine Tasse Schwarztee enthält 25-100 mg. Colagetränke weisen zwischen 10-25 mg / 150 ml auf. Es erhöht die Aufmerksamkeit und vermindert Ermüdungserscheinungen. Neben dieser zentral stimulierenden Wirkung erhöht Koffein auch die Plasma-Adrenalinspiegel und steigert die Lipolyse. Auch die Leistungsbereitschaft bei körperlichem Training wird erhöht. Das wird vor allem auf die Einsparung von Muskelglykogen durch eine gesteigerte Lipolyse zurückgeführt. Allerdings weisen aktuelle Studien darauf hin, dass Koffein den Muskelglykogenverbrauch nicht beeinflusst. In weiteren Studien zeigte sich, dass die Koffeingabe zu einer gesteigerten Thermogenese führte. Das bedeutet, dass die Körpertemperatur leicht ansteigt und in Folge dessen der Energieverbrauch bis zu 24 Stunden nach der Einnahme erhöht war. Dabei stiegen der Sauerstoffverbrauch, die Fettoxidation und die Serumspiegel an freien Fettsäuren an. Interessanter Weise waren diese Effekte bei schlanken Menschen ausgeprägter als bei übergewichtigen3. Vermutet wird, dass die letztgenannten eine geringere Lypolyserate haben als die schlankeren Personen. Die beschriebenen Effekte legen einen gewichtsreduzierenden Effekt von Koffein nahe.

Viele Fragen bleiben offen!

Die Datenlage zur möglichen Gewichtsreduktion durch Koffein ist nicht eindeutig. Dass sich durch Koffeingabe der Energieverbrauch steigern lässt, wurde in einer Studie mit 11 Personen nachgewiesen, die alle 2-6 Stunden 100 mg Koffein erhielten. Der tägliche Energieverbrauch erhöhte sich um 150 kcal. Allerdings wurden in weiteren Studien, die sich mit der möglichen Wirkung von Koffein auf die Gewichtsreduktion auseinandersetzten, meist kombinierte Wirkstoffe wie Chrom oder Ephedrin eingesetzt. Lediglich in einer einzigen Doppelblindstudie wurde die Wirkung von Koffein in einer Dosierung von 200 mg über einen Zeitraum von 24 Wochen untersucht. Dabei konnte kein Vorteil bei der Einnahme von Koffein festgestellt werden. In Kombination mit Ephedrin konnte eine stärkere Reduktion des Körperfettanteils im Vergleich zur Placebogruppe4 festgestellt werden. Jedoch traten in den Kombinationsstudien mit Ephedrin teilweise unerwünschte Nebenwirkungen auf und Rückschlüsse auf die Rolle des Koffeins waren nur begrenzt möglich. Es scheint aber trotz erhöhter Lipolyse keine signifikante Gewichtsreduktion durch die Aufnahme von Koffein zu geben1. Möglicherweise können Ausdauersportler jedoch von der verbesserten Lipolyse profitieren!

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Literatur: 

1. Ernährung und Medizin, 2004, Bd. 19, S. 121-128.

2. Ernährungsumschau, 1994, Bd. 41, S. 60-67.

3. Obesity Reviews, 2001, Bd. 2, S. 199-211.

4. International Journal of Obesity and Related Metabolic Disorders, 2001, Bd. 25, S. 316-324.

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Über den Autor

Dennis Sandig

Dennis Sandig arbeitet als Sportwissenschaftler am Institut für Sportwissenschaften der Julius-Maximilians Universität in Würzburg.

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