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Musik und Sport

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Eine neue britische Studie zur leistungssteigernden Wirkung von Musik hat eher für mehr Verwirrung statt Aufklärung in der wissenschaftlichen Forschung gesorgt. Entgegen vorhergehenden Erkenntnissen, dass Musik die gefühlte Anstrengung reduziert und dadurch eine Leistungssteigerung bewirkt, soll laut der aktuellen Studie genau das Gegenteil der Fall sein.16 sportlich aktive Testpersonen absolvierten auf einem Radergometer je ein 10-Km-Zeitfahren in 2 unterschiedlichen Szenarien:

  • Ohne Musik
  • Mit Trance-Musik während der gesamten Fahrt. Diese Art der Tanzmusik – sie wird als ’melodisch’, ’experimentell’ und ’hymnisch’ beschrieben – wird normalerweise in Diskotheken gespielt. Das Musikband wurde dabei so zusammengestellt, dass Tempo und Lautstärke für die maximale Testzeit von 28 Min. gleich blieben.

Der mittlere Zeitwert für das Zeitfahren mit Musik betrug 1.030 Sekunden, verglichen mit 1.052 Sekunden ohne Musik – also eine Verbesserung um 22 Sekunden (2 %) mit Musik. Diese Verbesserung wurde hauptsächlich durch eine Geschwindigkeitssteigerung während der ersten 3 Kilometer begründet.

Paradoxerweise waren die Werte für die gefühlte Anstrengung während des Musik-Testlaufs jedoch durchgehend höher. „Interessanterweise“, so die Wissenschaftler, „lagen in der aktuellen Studie sowohl die Geschwindigkeit als auch die gefühlte Anstrengung während des Musik-Testlaufs höher. Dies lässt darauf schließen, dass die Teilnehmer sich während des Musik-Laufs mehr angestrengt haben, sie sich dieser erhöhten Anstrengung jedoch auch voll bewusst waren.“
Vorhergehende Studien, die durch Musik eine Abnahme der gefühlten Anstrengung nachgewiesen hatten, konzentrierten sich auf Tests, die bei vorgeschriebener, nicht voll ausgeschöpfter Trainingsintensität bis zur Erschöpfung durchgeführt wurden. Zeitfahrten gelten im Vergleich zu Tests mit konstanter Leistung jedoch als repräsentativer, zum Teil auch als zuverlässiger, und sie ermöglichen die Auswahl individueller Trainingsgeschwindigkeiten.

Angesichts der Schwierigkeit, ihre Beobachtungen aktuellen Theorien zu leistungssteigernden Effekten von Musik zuzuordnen, fordern die Wissenschaftler eine weitere Untersuchung ihrer Erkenntnisse.

Trotz der Tatsache, dass sich eine, durch Musik bedingte, hohe Anfangsgeschwindigkeit positiv auf die Gesamtzeiten ausgewirkt hat, warnen die Forscher indessen davor, dass eine hohe Startgeschwindigkeit in einigen Rennsituationen durchaus nachteilig sein könnte.

„Obwohl über alle Teilnehmer hinweg eine konsistente Leistungssteigerung zu verzeichnen war und einige der Teilnehmer Radrennfahrer waren, lassen sich unsere Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf Profiradrennfahrer übertragen.“

International Jornal of Sports Medicine, 2004, Bd. 25, S. 611-615

 

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Trainingsworld

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