Laufschuhe im Test: Der Sensation 3 von 361°

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Jogger und ihre Laufschuhe…das ist schon irgendwie ein merkwürdiges Verhältnis. Jogger lassen ihren Laufstil überprüfen, vergleichen Modelle in puncto Material und Gewicht, und dann sollen die Schuhe bestenfalls auch noch gut aussehen. Dabei sind es doch nur Schuhe – oder nicht?

NUR Schuhe? Da mögen einige passionierte Läufer sicherlich widersprechen. Schließlich werden sie in eben diesen viele Stunden lang dem nachgehen, was sie so gern tun: Sich fortbewegen. Ganz normal, ganz einfach, die vielleicht reinste Form des Sports, die die Menschheit kennt. Und wer will sich bei dem, was er gern tut und wobei er Leistung bringen möchte, schon unwohl fühlen? Na also. Die merkwürdige Hingabe von Joggern zu ihren Schuhen scheint also gar nicht so merkwürdig zu sein. Ein Musiker nimmt ja auch nicht irgendeine Gitarre und ein Koch nicht irgendwelche Zutaten. Man möchte den eigenen Ansprüchen gerecht werden.

Der Sensation 3 von 361°

Apropos Ansprüche: Genau diese möchte der Sportartikelhersteller 361° mit seinen Laufschuhen bedienen. Das Unternehmen aus China ist vergleichsweise jung, 2003 ging es an den Start. 2016 war es das erste chinesische Unternehmen überhaupt, das bei den Olympischen Spielen Volunteers und Athleten ausstattete. Dennoch ist 361° in Deutschland und Europa (noch) weitgehend unbekannt.

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Für Trainingsworld testete ich den Laufschuh namens Sensation 3 aus dem Portfolio von 361°. Was taugt also das Schuhwerk aus dem Reich der Mitte?

Der erste Eindruck: Wie aus einem Guss

Beim Öffnen der Box springt einem sogleich der Claim von 361° entgegen: „One degree beyond“. Dies rekurriert auf den Firmennamen und will zum Ausdruck bringen, dass man ein Grad, eben ein Stückchen besser als die Konkurrenz sein möchte. Diese sportlichen Ambitionen will 361° auf seine Kunden übertragen. Immer ein bisschen mehr, immer ein bisschen weiter als die anderen – und auch weiter, als man zuvor selbst für möglich gehalten hat.

Aber vorerst genug des metaphysischen Firmensprechs. Welchen Eindruck machen die Schuhe beim Auspacken? Einen…guten! Die stabile Sohle und das Obermaterial der Schuhe wirken wie aus einem Guss. Es beschleicht mich nicht das Gefühl, als habe man alle Bestandteile „mal eben“ miteinander verklebt. Das stimmt schon mal zuversichtlich.

Leicht stabil, aber nicht starr

Den Sensation 3 beschrieb man mir von Firmenseite als einen „mild stable“-Schuh. Also leicht stabil, aber eben nicht so starr, dass darunter Leichtigkeit und Flexibilität zu leiden hätten.

Weitere Features (ich zitiere hier die offizielle Produktbeschreibung):

  • QU!K Spine“-Glasfaserplatte, die dem Mittelfuß zusätzliche Stabilität verleiht
  • „Fitz-Rite“-Innengewebe, das den Mittelfuß stützt und den gesamten Fuß sicher hält.
  • „QU!KFOAM“-Mittelsohle, ein EVA-Gemisch mit CPU-Beschichtung sorgt für langanhaltende Dämpfung und Reaktionsfähigkeit
  • Druckfreie Zunge, die Komfort bietet und Irritationen vorbeugt

Ins Auge springt mir bei der Erstbegutachtung das neongrüne Obermaterial aus Mesh. Es ist sehr dünn und elastisch, fühlt sich sportlich an. Mir gefällt das Design des Schuhs: Es ist durch die krasse Hauptfarbe Neongrün irgendwie verspielt, aber dennoch dynamisch und zeugt somit von Sportlichkeit.

Angenehme Schnürung ohne Druckgefühl

Laufschuhe im Test: Der Sensation 3 von 361°

Keine Anzeichen von Schwere oder Strangulation

Was mir beim ersten Schnüren direkt auffällt: Die Schnürsenkel fühlen sich an wie relativ dünne Gummifäden, die nachgeben. Man kann sie regelrecht vom Schuh wegziehen und dann „schnappen“ sie sanft zurück. Ob dies nun Kostengründe hat oder es einfach den Gedanken der Flexibilität untermauern soll, ich weiß es nicht.

Vielleicht ja, damit die Schuhe nach dem Schnüren nicht drücken? Genau das ist nämlich der Fall. Mit „normal fest“ gebundener Schleife fühlt es sich angenehm an, den Schuh zu tragen. Kein Anzeichen von Schwere oder Strangulation am Fußrücken. Und jeder Jogger weiß, wie „eklig“ dieses Gefühl ist, wenn man beim Laufen ständig oben gegen etwas stößt, was da eigentlich nicht hingehört.

Der Verfasser dieser Zeilen ist mit 1,90 Metern relativ groß, stämmig und besitzt Schuhgröße 47. Ein Schuh des mir zugesandten Paars wiegt, siehe Fotos, knapp 350 Gramm. Als ich die Zahl auf der Waage erblickte, sah das nach viel aus, der Schuh fühl sich aber sowohl in der Hand als auch am Fuß leicht an. Das vermeintlich hohe Gewicht der Schuhe liegt schlichtweg in meiner großen Schuhgröße begründet.

Ungewohnt, aber nicht unangenehm: Der Widerstand beim Laufen

Das erste Laufgefühl in den Schuhen ist interessant. Es ist wirklich so, dass ich zugleich Stabilität als auch eine gewisse Leichtigkeit spüre. Es fühlt sich an, als würde mich beim Auftreten ein unsichtbarer Widerstand abfedern. Das ist für mich im ersten Moment ungewohnt, aber nicht unangenehm. Irgendwie so, als würde man auf Wolken treten, die relativ schwer sind, den Fuß danach aber nicht daran hindern, wieder rasch nach oben respektive nach vorn zu schnellen.

Ein flaches und glattes Laufen

Nach etwa 40 Minuten habe ich beim Premierenlauf das Gefühl, als wüsste ich nun, wie der Sensation 3 mit mir umgeht und wie ich mit ihm umgehen sollte. Tatsächlich war das letzte Modell, das ich vor dem Sensation 3 trug, der Adidas Duramo. Also ein straighter und unspektakulärer Schuh. Wenn ich es bildlich vergleichen sollte, würde ich sagen: Der Duramo ließ mich eher galoppieren und nach vorn preschen. Der Sensation 3 lässt mich flach und glatt laufen, das wirkt runder und ruhiger. Hier, so fair muss man beiden Schuhen gegenüber sein, zeigt sich einfach der Preis: Für den Duramo muss man etwa 50 Euro auf den Tisch legen, der Sensation 3 kostet knapp 140 Euro. Also etwa das Dreifache.

Die Umstellung beim ersten Laufen mit dem Sensation 3

Interessanterweise tat mir nach dem ersten Laufen mit den Schuhen der linke Oberschenkel im Hüftbereich ein wenig weh. Keinesfalls so arg, dass ich nicht mehr laufen konnte, aber eben doch spürbar. Nach weiteren Läufen mit den Schuhen sollte sich aber herausstellen, dass dies lediglich an der Umgewöhnung an die neuen Schuhe lag. Derartige Schmerzen sollten bei keinem meiner weiteren Läufe mit den Schuhen auftreten.

Was ist nach vier Wochen?

Nach knapp vier Wochen hat der Sensation 3 mit mir einiges erlebt. Werktags laufe ich morgens und abends jeweils etwa eine Stunde, am Samstag länger. Nach vier Wochen habe ich mit den Schuhen also sicherlich eine dreistellige Kilometerzahl abgespult. Diese Kilometer führten mich im Münchner Olympiapark über asphaltierte Wege mit viel Schotter, teilweise auch über Wege mit viel Laub. Da ich den Sensation 3 im November und Dezember testete, herrschten kühle Temperaturen, bis zu minus sechs Grad Celsius. Er musste Regen standhalten, an ein paar Tagen sogar Schnee. Gute Voraussetzungen, um zu sehen, was ein Schuh WIRKLICH aushält.

Stört die Stabilisation den Bewegungsfluss?

Nach ein paar Tagen wurde der Sensation 3 weicher, allerdings ohne etwas von seiner grundlegenden Stabilität bzw. Führung zu verlieren. Dadurch fühlte sich der Schuh für mich beim Laufen zunehmend wie eine „zweite Haut“ an und hat mich positiv überrascht. Er gewährleistet beim Laufen Stabilität und Sicherheit, zugleich aber auch Leichtigkeit. Meine Befürchtung, dass die auf Stabilisation bedachte und in der Sohle eingebaute Glasfaserplatte meinen Bewegungsfluss behindert, hat sich nicht erfüllt. Die Beschreibung „mild stable“ entpuppte sich in der Praxis als genau das, was sie sein sollte. Die Stabilisation reicht den Füßen, metaphorisch gesprochen, sanft die Hand und verleiht ihnen mehr Sicherheit, allerdings ohne sie in ihrer Bewegungsfreiheit einzuschränken.

Laufschuhe im Test: Der Sensation 3 von 361°

Kleiner Nachteil: Die Sohle steckte nach dem Laufen  auf Kies voller kleiner Steine

Was mich auf den mit reichlich Schotter versehenen Wegen im Olympiapark nervte: Die Sohle steckte nach jedem Laufen voller kleiner Steine. Zugegeben, das lässt sich bei einem Laufschuh mit rillenreichem Profil (und ein solches besitzt in der Regel jeder Laufschuh) nicht vermeiden. Dennoch sei es an dieser Stelle für all jene Läufer erwähnt, die üblicherweise auf Strecken unterwegs sind, auf denen sich viele kleine Steinchen befinden. Ein kurzes „Herauspicken“ der Steine sollte dann nach jedem Lauf dazugehören, sofern man vermeiden möchte, dass sich steckengebliebene Steine tiefer ins Material fressen.

Luftdurchlässig und schnell trocknend

Laufen bei Kälte: Einen Pluspunkt erhält der Sensation 3 dafür, dass er luftdurchlässig ist und dadurch auch schnell trocknet. Wirklich kalt wurde es mir in den Schuhen dennoch nicht, was mich gleichermaßen überraschte wie erfreute. Wie schon erwähnt: Ich war bei bis zu minus sechs Grad Celsius mit den Schuhen unterwegs. Sie haben den Münchner Winter also in der Tat zu spüren bekommen, mich indes vor eiszapfengleichen Zehen bewahrt.

Fazit

Wer einen unkomplizierten und sauber verarbeiteten Laufschuh sucht, hat ihn im Sensation 3 von 361° gefunden. Die Materialqualität ist überraschend hoch, der Schuh wirkt wie „aus einem Guss“. Während des Laufens gewährleistet der „mild stable“-Schuh dank einer Glasfaserplatte in der Sohle eine leichte Stabilisierung, die des Läufers Schritte mit Sicherheit versehen und auf eine durable Art führen. Dies schränkte meinen Bewegungsfluss jedoch nicht ein. Der Sensation 3 verlieh mir einen flachen und ruhigen Schritt, das Wort „glatt“ trifft es hier vermutlich am besten.

Beim Auftreten liefert der Schuh einen (merkwürdigerweise) angenehmen Widerstand, so als würde man auf eine Wolke treten, die sich mit Wasser vollgesogen hat. Dennoch hat man danach nicht das Gefühl, als stecke der Fuß fest, er schnellt rasch wieder nach oben. Ich empfand dies, nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, als sehr angenehm.

Die Optik des Schuhs fällt im Gros der modernen Laufschuhe, die um die Aufmerksamkeit der Kunden buhlen, nicht auf. Mir gefällt sie: Die dynamische und langgezogene „3“ auf den Außenseiten verweist auf den Namen des Modells, das „S3“ am hinteren Ende des Schuhs ebenfalls. Auffällig ist der Schuh jedoch, sofern man sich für das Modell in Neongrün entscheidet. Wem dies zu extrem ist, findet im grauen Farbmodell eine gute Alternative.

Das Mesh-Material nimmt die vordere Hälfte des Schuhs ein. Es ist dünn und flexibel, macht den Schuh sehr luftdurchlässig. Auch deshalb trocknet er schnell. Dennoch war es nicht der Fall, dass er sich beim Laufen durch den Münchner Winter mit Feuchtigkeit vollsog oder mir kalte Füße bescherte. Der Sensation 3 schafft hier, aber eben auch insgesamt, einen guten Spagat. Wer die Lust verspürt, abseits der bekannten Marken zu wandeln, insbesondere, wenn man vielleicht zum ersten Mal Laufschuhe mit einer leichten Stabilisierung ausprobieren möchte, sollte dem Sensation 3 von 361° eine Chance geben. Mich hat der Schuh positiv überrascht.

Hinweis: Die Schuhe für diesen Testbericht wurden uns freundlicherweise von 361° Europe zur Verfügung gestellt. Dies hatte jedoch keinen Einfluss auf das Urteil dieses Testberichts. Es erfolgte unabhängig und zeigt meinen persönlichen Eindruck von den getesteten Laufschuhen.

Den Schuh können Sie hier bestellen

Autor: Niklas Nowak

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