EM 2012: Trotz zwei Siegen droht das Aus

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Den großen Rivalen Holland mit 2:1 bezwungen und 6 Punkte nach zwei Vorrundenspielen bei der EM. Dennoch kann das Deutsche Nationalteam im letzten Gruppenspiel gegen Dänemark noch Ausscheiden. Sportpsychologe Jörg Schönenberg beschreibt, wie man mit dieser Situation umgehen sollte.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel!

Fußballtor

Es ist selbstverständlich wichtig, dass sich die Deutsche Nationalmannschaft über die beiden Siege freut. Positive Emotionen sind eine wichtige Basis der Leistungsfähigkeit und tragen dazu bei, das Selbstvertrauen weiter zu stärken und die Motivation zu fördern. Gleichzeitig ist es in der jetzigen Situation aber auch sehr wichtig, einen die Leistung begrenzenden “Spannungsverlust“ zu vermeiden. Würde sich die Deutsche Nationalmannschaft mit ihren bisherigen Leistungen und Erfolgen bereits zufrieden geben, bestünde die Gefahr, dass die Spieler sich im kommenden Spiel nicht mehr hundertprozentig konzentrieren und anstrengen. Jedes Fußballteam ist gegen die deutsche Mannschaft bis in die Haarspitzen motiviert. Bereits das sollte Ansporn genug für das deutsche Team sein, im kommenden Spiel ihr volles Leistungspotenzial abzurufen, und zu versuchen, sich weiter zu steigern. Deswegen scheint es sinnvoll, dass sich die Deutsche Nationalmannschaft nun im Bewusstsein der eigenen Qualitäten voll und ganz und nur auf das nächste Spiel konzentriert.

Selbst gewinnen statt spekulieren!

Die Deutsche Nationalmannschaft ist in einer klassischen Situation, in der man nur zu gerne dazu neigt, Berechnungen anzustellen, wer nun gegen wen wie spielen muss, damit man am Ende sein Ziel erreicht? Doch damit wächst die Gefahr, dass man ein Stück seiner eigenen Macht und Konzentration abgibt. Denn auf das, was die Konkurrenz macht, hat man selbst ja keinen wirklichen Einfluss. Grundlage des Erfolgs der Deutschen Nationalmannschaft ist also schlicht, dass sie sich auf ihre Stärken besinnt, ihr eigenes Spiel konzentriert und erfolgreich gestaltet, und am Ende im besten Falle auch gewinnt. Damit das gelingt, ist es auch wichtig, dass der Bundestrainer der Mannschaft das Gefühl gibt, dass er voll und ganz hinter ihr steht, und sie spüren lässt, dass er an den Erfolg des Teams glaubt. Jeder einzelne Spieler muss sich dabei als Teil der gemeinsamen Vision fühlen, und bereit sein, sein Bestes zum gemeinsamen Erfolg zu geben.

Jörg Schönenberg

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Jörg Schönenberg

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