Wer profitiert von Sportpsychologie?

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Die Sportpsychologie erhält in Fachkreisen seit Jahren immer mehr Aufmerksamkeit. Mittlerweile wird kaum noch bestritten, dass viele Sportler von sportpsychologischen Trainingsmaßnahmen profitieren können. Vor allem dann, wenn diese auf die individuelle Situation des Sportlers zugeschnitten sind.

Zwar kann ein durchschnittlicher Sportler auch mit Sportpsychologie nicht so einfach zur Weltspitze geführt werden, aber bei gleichwertigen Sportlern und Teams kann zum Beispiel die mentale Stärke letztlich über Sieg und Niederlage entscheiden.

Umfassend betrachtet ist der Gegenstand der Sportpsychologie das Erleben und Verhalten des Menschen im Kontext Sport und Bewegung. Da Sport und Bewegung nun einmal mannigfaltige Erscheinungsformen und Dimensionen haben, gibt es auch zahlreiche Anwendungsfelder und Themengebiete für die sportpsychologische Perspektive im Bereich der Forschung, Lehre und Anwendung/Praxis. Eine nicht erschöpfende exemplarische Auflistung klassischer Anwendungsfelder soll einen ersten Eindruck der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten angewandter Sportpsychologie vermitteln:

– (Hoch-)Leistungssport/Spitzensport/Wettkampfsport

– Freizeitsport

– Prävention/Rehabilitation (Gesundheitssport)

– Behindertensport

– Schulsport

– Sportmanagement/psychosoziales Umfeld des Sportlers

 

In jedem dieser Anwendungsfelder bestehen wiederum zahlreiche sportpsychologische Themengebiete und Inhalte. Manche sind für jedes Anwendungsfeld bzw. jede Zielgruppe gleichermaßen relevant und nützlich. Manche sind eher zielgruppenspezifisch. Wir werden primär auf die Situation und Bedürfnisse der Zielgruppe der Leistungs- und ambitionierten Freizeitsportler eingehen. Bei dieser Zielgruppe steht oft ein einzelnes Anwendungsfeld besonders im sportpsychologischen Fokus. Es muss aber berücksichtigt werden, dass in bestimmten Situationen jedoch durchaus auch mehrere Felder parallel in den Blick genommen werden müssen, um der spezifischen Situation des Sportlers gerecht werden zu können. Denn nicht selten hängen mehrere Dimensionen in einem Sportlerleben miteinander zusammen und beeinflussen sich gegenseitig.

So ist es zum Beispiel schon eine komplexe und besondere Herausforderung, nach einer längeren Sportverletzung wieder zu alter Leistungsstärke zurückzufinden (psychophysische Rehabilitation!) und/oder sich wieder seinen Stammplatz im Team zu erkämpfen. Je nach Leistungsniveau spielen dann hierbei sehr schnell zum Beispiel auch die Ebene des Managements und des psychosozialen Umfelds des Sportlers eine unter Umständen sehr wichtige Rolle. An diesem Beispiel wird wieder einmal deutlich, wie wichtig die genaue Klärung der individuellen Situation des Sportlers ist, um darauf aufbauend die richtigen Maßnahmen im Rahmen der sportpsychologischen Beratungspraxis planen und durchführen zu können.

Nützlich ist in diesem Licht betrachtet die sportpsychologische Perspektive also letztlich für jeden leistungsorientierten Sportler (sowie möglicherweise für alle relevanten Personen und Institutionen im Umfeld des Sportlers), sei es, um das Leistungspotenzial ausbauen und voll ausnutzen zu können, oder sei es, um so konstruktiv wie möglich mit herausfordernden und möglicherweise problematischen Situationen umgehen zu können.

 

Jörg Schönenberg

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