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Altersbedingte Veränderungen der Wirbelsäule

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Ein intensives sportliches Training bringt langfristig gesundheitliche Vorteile, z. B. ein geringeres Risiko für koronare Herzerkrankungen, Diabetes und Krebs. Aber welche langfristigen Auswirkungen ergeben sich für die Wirbelsäule, vor allem in Sportarten mit Stoßbelastungen und Erschütterungen?

Diese Frage wollten schwedische Wissenschaftler der Universität Göteborg klären. Sie stellten für eine MRT-Studie eine Gruppe mit insgesamt 71 männlichen Sportlern (Gewichtheber, Ringer, Orientierungsläufer und Eishockeyspieler) und 21 Nichtsportlern zusammen. Die Probanden wurden zu Beginn der Studie (Baseline) untersucht, sowie 15 Jahre später bei einer Folgeuntersuchung, zu der alle Teilnehmer eingeladen worden waren. Dazu gehörten die Beantwortung von Fragen bezüglich eventueller Rückenschmerzen und eine erneute MRT-Untersuchung, bei der der Zustand der Bandscheiben im Brustwirbelsäulenbereich begutachtet wurde.

Die Studie kam zu folgenden Ergebnissen:

  • – Bei 32 Sportlern und allen Nichtsportlern lag an einer oder mehreren Bandscheiben eine Reduzierung der Bandscheibenhöhe vor.

– Mehr als 90 % der Sportler wiesen eine Bandscheibenveränderung auf, und bei 88 % der Sportler lag eine Schädigung vor. Am häufigsten betroffen waren die Gewichtheber und die Eishockeyspieler.

  • – 78 % der Sportler und 38 % der Nichtsportler hatten bei der Baseline-Untersuchung angegeben, sie hätten früher oder aktuell unter Rückenschmerzen gelitten. Bei der Nachfolgeuntersuchung waren es 71 bzw. 75 %.

Es gab keinen statistisch erkennbaren Zusammenhang zwischen den Rückenschmerzen und den Veränderungen, die bei der MRT-Untersuchung festgestellt worden waren.

Die Forscher schlossen daraus, dass für Sportler aus Sportarten mit hoher oder mittelmäßiger Beanspruchung des Rückens ein hohes Risiko für eine Bandscheibenveränderung und für andere im MRT sichtbare Anomalien der Wirbelsäule besteht. In diesen Fällen wurde auch verstärkt von Rückenschmerzen berichtet. Sie schlossen weiter, dass die meisten Wirbelsäulenanomalien bei Sportlern anscheinend während der Wachstumsphase auftreten, denn die bei der Folge-MRT nach 15 Jahren festgestellten Anomalien waren zum größten Teil schon bei der Baseline-Untersuchung vorhanden gewesen.

Bei den Sportlern, die schon in jungen Jahren eine Anomalie aufwiesen, verschlechterte sich der Zustand in je unterschiedlichem Maße. Gründe hierfür sind vermutlich sowohl die große sportliche Belastung als auch der normale Alterungsprozess. Es wird empfohlen, Vorbeugemaßnahmen zu treffen, um die Entstehung solcher Verletzungen bei jungen Sportlern zu vermeiden.


Knee Surgery, Sports Traumatology, Arthroscopy, März 2009, Bd. 21

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Trainingsworld

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