Erhöhtes Asthma-Risiko durch Kreatin?

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Könnte es sein, dass eine Nahrungsergänzung mit Kreatin sich nicht nur negativ auf allergische Lungenerkrankungen wie Asthma auswirkt, sondern diese sogar hervorruft?

Kreatin ist ein häufig verwendetes Nahrungsergänzungsmittel, mit dem Sportler kurzfristig ihre Energieproduktion stark ankurbeln und Muskelmasse aufbauen können. Eine Reihe von Studien hat gezeigt, dass Kreatin zu einer Linderung der Muskelentzündung führen und protektiv bei chronischen Lungenerkrankungen wirken kann, wie z. B. bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung und Mukoviszidose. Bislang ist jedoch wenig bekannt über die Folgen der Kreatinsupplementierung auf chronische Lungenerkrankungen, die allergischen Ursprungs sind, wie z. B. Asthma.

Das ist umso überraschender, dass die Erkrankung Asthma bei Sportlern sehr häufig vorkommt und ein Großteil von ihnen wahrscheinlich Kreatin einnimmt.

Jetzt liegen Untersuchungsergebnisse einer brasilianischen Studie an Mäusen vor, die darauf hindeuten, dass die Kreatin-Supplementierung allergische Lungenerkrankungen nicht etwa lindert, sondern sogar verschlimmert.

 

Die Studie

Bei der Studie wurden 31 Mäuse in 4 Gruppen aufgeteilt:

– Kontrollgruppe – ohne Behandlung

– reine Kreatingruppe – Verabreichung von 0,5 g/kg Körpergewicht/Tag

– Ovalbumingruppe – Verabreichung von Ovalbumin, einem Auslöser für Atemwegsentzündungen

– Kreatin- und Ovalbumingruppe – hier wurden Kreatin und Ovalbumin verabreicht

     

    Die Wissenschaftler untersuchten dann auf Marker für eine Immunantwort und allergische Reaktionen in den Lungen und Atemwegen, z. B. die Serumspiegel von IgE- und IgG1-Immunzellen (die an der allergischen Reaktion beteiligt sind), sowie auf eine Atemwegsentzündung und Verdickung der glatten Muskelzellen der Atemwege.

     

    Die Ergebnisse

    Die Untersuchung ergab, dass die Kombination von Kreatin und Ovalbumin im Vergleich mit einer reinen Ovalbumingabe bei Mäusen zu einer deutlich stärkeren allergischen Atemwegsreaktion führte. Das Kollagen/Elastin in den Atemwegen wurde erhöht und es kam zu einer Verdickung der glatten Muskelzellen (allesamt charakteristische Merkmale einer erhöhten allergischen Reaktion der Lungen und Atemwege). Außerdem waren bei der Gabe von Kreatin vermehrt Gene vorhanden, von denen man weiß, dass sie an allergischen Reaktionen in den Lungen beteiligt sind.

     

    Fazit

    Obwohl man angesichts einer einzigen Tierstudie mit weit reichenden Schlussfolgerungen noch vorsichtig sein muss, deuten diese Ergebnisse dennoch darauf hin, dass weitere Untersuchungen angestellt werden sollten, um zu klären, ob bei Sportlern, die Kreatin einnehmen, ein erhöhtes Asthmarisikos gegeben ist.

     

    Quellenangabe:
    1. American Journal of Respiratory Cell and Molecular Biology, 2007

     

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Trainingsworld

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