Haile Gebrselassie

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Track & Field News, die immer mit vielen Informationen über unseren Sport aufwarten können, berichteten in einer kürzlich erschienen Studie, dass Haile Gebrselassie während seines Aufsehen erregenden und viel besprochenen Duells mit Khalid Khannouchi und Paul Tergat beim diesjährigen London Marathon im April ausschließlich Wasser getrunken hat.

(Er kam dabei nach dem in Marokko geborenen Amerikaner und dem Kenianer ins Ziel.) Der oben angeführten Veröffentlichung zu Folge haben Gebrselassies Trainer darauf hingewiesen, dass der Äthiopier bisher nie kohlenhydrathaltige Drinks während des Trainings oder eines Wettkampfs zu sich genommen hat. Deshalb hatten sie beschlossen, auch während des großen Rennens auf den Einsatz solcher Drinks zu verzichten.(1)

Hallo!? Die Bedeutung von Sportdrinks während längerer Ausdauerwettkämpfe wie dem Marathonlauf ist in sportwissenschaftlichen Kreisen seit 14 Jahren bekannt und akzeptiert (siehe z. B. den Artikel „For long runs, water is no longer the drink of champions“ in der Juli/August Ausgabe 1988 von Running Research News). Das Problem ist ein grundsätzliches: nach 28–35 km bewegen sich die Glykogenspiegel der Beinmuskeln bedenklich nahe am Nullpunkt. Die Beinmuskelzellen suchen daher nach alternativen Energiequellen, um die muskuläre Kräfteproduktion zu gewährleisten und die Marathongeschwindigkeit weiter aufrechtzuerhalten.

Muskeln und Blut sind selbst bei einem so schlanken Läufer wie Haile Gebrselassie immer von ausreichend Fett umgeben. Doch aus diversen Gründen kann das Fett nur schwer die für einen Marathonwettbewerb nötige Energieproduktion sicherstellen. Die Lösung des Problems ist im wahrsten Sinne ein Sportdrink wie Gatorade, der – in angemessenen Mengen vor und während des Laufens getrunken – die Muskeln mit ausreichend Kohlenhydraten versorgt, damit sie zufriedenstellend arbeiten.

Gebrselassie lief in London trotz seines Kohlehydratmangels eine Zeit von 2:06:35 Stunden. Falls sein Managementteam jemals im 21. Jahrhundert ankommen sollte, kann die Vorstellung, wie schnell er bei zukünftigen Marathons laufen könnte, durchaus beängstigend sein.

 

Owen Anderson

 

Quellenangaben:

  • Track & Field News, 2002, „Geb runs out of gas“, S. 51
     
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