Fleißig Höhenmeter gesammelt – ganz ohne hohe Berge

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Mir kam es schon fast wie ein Wunder vor. Ich bekam doch tatsächlich mitten in der Pampa ein Rad zur Verfügung gestellt. Dieses musste zwar zunächst wieder fahrtüchtig gemacht werden, doch nach einigen Kilometern funktionierte dann auch die Gangschaltung reibungslos. Augenscheinlich hatte auch der Regen diesem Drahtesel in Form von Rost schon ordentlich zugesetzt. Doch es fuhr! Und so konnte ich nun endlich auch den weiteren Umkreis Whananakis erkunden. Hierbei stellte sich schnell raus, dass man dort durchaus gut Höhenmeter sammeln kann. Geteerte Straßen gibt es allerdings nicht viele, so zahlte es sich aus, dass mein fahrbarer Untersatz ein Mountainbike war. Oder zumindest optisch eines sein wollte. Beim näheren Betrachten springt einem nämlich ein Aufkleber ins Auge, der darüber aufklärt, dass dieses Rad nicht zum Offroad-Fahren geeignet ist. Hä?

Doch zurück zum Thema: Besitzt man ein off-road-fähiges Rad, laden die zahlreichen sog. „metal roads“ (Wellblechstraßen) ein, die Landschaft zu erkunden. Dank der vielen Hügel, die es permanent hoch und runter geht, hat man immer wieder wunderschöne Ausblicke ins Landesinnere, das geprägt ist von Weideland – doch dieses wechselt sich auf angenehme Weise oft mit recht ursprünglichem Regenwald ab. Richtige Trails gibt es in dieser Region allerdings nicht.

Neben dem unverhofften Radtraining ging ich weiterhin viel laufen. Eine sehr schöne Route führt hier über den Coastal Walkway, der in seiner Gesamtlänge Whananaki mit dem berühmten Surfort Sandy Bay verbindet. Dieser Weg ist wiederum Teil eines Wanderwegs, der einmal durch das ganze Land (also 2.200 km) führt. Das Gute: Der Weg ist dank orangener Marker gut zu erkennen und auch für Trailneulinge wie mich geeignet. Anstatt den ganzen Weg nach Sandy Bay zu laufen, machte ich allerdings einen Abstecher zur Gedenkstätte des französischen Kapitäns Boulainville, dessen Schiff 1975 vor der Küste Feuer fing. 16 seiner Männer kamen in der Strömung und den Wellen Whananakis um. Neben der Brücke ist dieser Stein übrigens das zweite „Must See“ Whananakis. Neben dem Monument wird man aber auch mit einem atemraubenden Blick auf die Küste verwöhnt. Der Weg lohnt sich also!

Inzwischen bin ich übrigens auch ein großer Fan des Barfußlaufens geworden. Hoffentlich treffe ich noch auf viele so schöne Sandstrände.

Zum Abschluss war ich noch einmal im Schwimmbad Whangareis, der nördlichsten Stadt Neuseelands, ein paar Bahnen ziehen. Der 25-m-Pool ist einfach, aber vor allem schön leer. Die 6 $ Eintritt rechnen sich auf jeden Fall, da man im Anschluss an das Training noch schön in den Spa-Bereich gehen kann. Auch Familien kommen hier dank Wellenbecken und Rutschen auf ihre Kosten.

 

Sandra Holte

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