Inter bleibt Meister von 2006

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Und auch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von Neapel über mögliche Verstrickungen zwischen der Camorra, dem neapolitanischen Arm der Mafia, und dem Fußball dehnen sich aus. Über 200 Partien der vergangenen Saison sind inzwischen ins Visier der Ermittler geraten. Neben der Manipulation von mehreren Spielen könnte die Camorra nach Vermutung der Staatsanwälte auch Geld aus kriminellen Aktivitäten mit Investitionen bei legalen Wettanbietern gewaschen haben.

Der Fußballverband will die Ermittlungen bis zum 10. August abschließen, um einen regulären Beginn der Meisterschaft am 27. August zu ermöglichen. Mittlerweile stehen 60 Spiele der ersten, zweiten und dritten Liga unter Manipulationsverdacht. Die Staatsanwaltschaft Cremona ermittelt insgesamt gegen 30 Personen, 16 davon hatte sie bei einer landesweiten Razzia Anfang Juni festgenommen.

Insgesamt will Palazzi bis zum 20. Juli 21 Personen vernehmen. Am Donnerstag soll der ehemalige Nationalstürmer Giuseppe Signori befragt werden, der als Drahtzieher eines illegalen Wettrings gilt und zwei Wochen lang unter Hausarrest stand, seine Verwicklung in die Affäre allerdings vehement bestreitet.

Im Zuge des neuen Wett- und Manipulationsskandals hat Chefankläger Palazzi unterdessen Luca Campedelli, Klubchef des Erstligisten Chievo Verona, in einer 90-minütigen Befragung vernommen. Grund sind die vermuteten Absprachen im Spiel zwischen dem SSC Neapel und Chievo (3:0) im Mai 2009.

Rekordchampion Juventus Turin war zuvor gerichtlich gegen Inter vorgegangen und hatte die Wiedereinsetzung als Meister von 2006 gefordert, nachdem im Rahmen eines Zivilverfahrens gegen Juves Ex-Sportdirektor Luciano Moggi Telefongespräche von Facchetti und dem damaligen Schiedsrichter-Koordinator Paolo Bergamo aufgetaucht waren. Diese hatten aus Juve-Sicht geheime Absprachen ans Licht gebracht.

Mailand (SID) – Nach Juventus Turin hat nun auch der italienische Fußballverband (FIGC) im Zuge des Ligaskandals von 2006 Manipulationsvorwürfe gegen Inter Mailand erhoben. Der FIGC-Chefankläger Stefano Palazzi behauptet, dass der damalige Inter-Präsident Giacinto Facchetti genau wie die Verantwortlichen von Juve und anderen Spitzenvereinen Schiedsrichter beeinflusst und damit die Serie A manipuliert habe. Zugleich bestätigte der Verband aber die Entscheidung seines Sportgerichts vom vergangenen Freitag, nach der Inter den Meistertitel behalten darf. Der Fall sei sportrechtlich verjährt und daher nicht mehr zu bestrafen, teilte der Verband als Begründung für das Urteil vom Freitag mit.

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