Auch Freiburg blamiert sich

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Unterhaching (SID) –

Die Spieler des SC Freiburg schlichen wie die geprügelten Hunde vom Platz, Marcus Sorg schüttelte nur entgeistert den Kopf: Die Ära des neuen Trainers der Breisgauer begann mit einer dicken Blamage, und Sorg ereilte dabei ein ähnliches Schicksal wie seinen Vorgänger. Nachdem sich Robin Dutt mit Bayer Leverkusen beim Drittligisten Dynamo Dresden blamiert hatte, schied nur einen Tag später Sorg in seinem ersten Pflichtspiel als Chefcoach kläglich mit 2:3 (1:0) bei der SpVgg Unterhaching aus.

Der Fußball-Bundesligist erlitt dabei nach einer stürmischen Anfangsphase einen unerklärlichen Kollaps gegen eine Mannschaft aus weitgehend Namenlosen und schied erstmals seit 14 Jahren wieder in der ersten Pokalrunde aus. „Das ist eine Niederlage, die richtig weh tut, auch für den ganzen Klub, weil wir viel Geld hätten verdienen können“, sagte Sorg.

Deutlichere Worte wählte Sportdirektor Dirk Dufner. „Wir haben Haching stark gemacht, deshalb brauchen wir uns nicht zu beschweren. So ein Auftritt gegen einen Drittligisten ist nicht unser Anspruch. Ich bin bitter enttäuscht“, sagte Dufner und fühlte mit Sorg: „Gerade für den Neuanfang wäre ein Sieg schön gewesen.“

Der von Heiko Herrlich trainierte Drittligist war zunächst chancenlos gewesen und durch Cedrick Makiabi in Rückstand geraten (10.), drehte das Spiel allerdings mit Unbekümmertheit zur allgemeinen Verblüffung der 4100 Zuschauer um. Roland Sternisko (17.) und Mijo Tunjic mit einem sehr umstrittenen Foulelfmeter (47.) brachten den Bundesligisten zwischenzeitlich völlig aus der Fassung.

Freiburg wirkte konsterniert und bisweilen hilflos. Vorne fehlte die Durchschlagskraft, in der Abwehr herrschte ein ziemliches Durcheinander. Auch der zwischenzeitliche Ausgleich des eingewechselten Stefan Reisinger (74.) änderte dies nicht entscheidend – im Gegenteil. Tunjic erzielte in der 87. den Siegtreffer für den Underdog erneut per Foulelfmeter – und wieder sorgte der Pfiff von Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) für hitzige Diskussionen.

Die Schuld für die Blamage suchten die Freiburger in erster Linie aber bei sich. „Wir haben die Hachinger ins Spiel kommen lassen, das darf natürlich nicht passieren. Vielleicht war es ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit“, sagte Kapitän Heiko Butscher.

Die Gäste mussten ohne Torjäger Papiss Demba Cissé auskommen, der wegen einer Magen-Darm-Verstimmung kurzfristig unpässlich war. Sie trafen auf eine Mannschaft, die optisch an eine A-Jugend erinnert und in der nur zwei Spieler einen bekannten Namen tragen: Trainer Herrlich, der seine Arbeit in Haching kurioserweise erst am 1. September offiziell aufnimmt, vertraut auf Innenverteidiger Jonas Hummels, Bruder von Nationalspieler Mats Hummels, und Markus Schwabl, Sohn des ehemaligen Bundesligaprofis Manfred Schwabl.

Die vor der Saison völlig umgekrempelten Unterhachinger drohten von den Freiburgern zunächst überrannt zu werden. Ein Schuss von Daniel Caligiuri rollte gleich beim ersten Angriff der Gäste knapp am Tor vorbei (1.), erneut Caligiuri zielte kurz darauf knapp über die Latte (8.). Cedrick Makiadi brachte nur Augenblicke später den Ball aus sechs Metern nicht über die Linie (9.), glich seinen Fauxpas allerdings eine Minute später mit dem Führungstreffer aus (10.).

Unterhaching schluckte den Gegentreffer wie ein Aufputschmittel hinunter, und die Halbzeitpause beruhigte die fahrigen Freiburger nicht. Bereits kurz nach Wiederanpfiff zeigte Winkmann nach einem Zupfer von Barth auf den Elfmeterpunkt – Tunjic verwandelte elegant. Was folgte, war das Bemühen der Freiburger, die Blamage irgendwie abzuwenden, doch überzeugend wirkte dies nicht.

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