Spielzüge im American Football | Laufspiel und Passspiel

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Spielzüge im American Football: Der American Football ist in all seinen Facetten eine sehr komplexe Sportart. Um den Ball in die gegnerische Endzone zu tragen, stehen dem angreifenden Team dabei allerdings nur zwei simple Möglichkeiten zur Verfügung. Das Laufspiel und das Passspiel!

Spielzüge in der NFL

Glücklicherweise haben die Coaches und Koordinatoren im Laufe der Entwicklung aber eine nahezu unerschöpfliche Kreativität bewiesen, daraus eine Vielzahl an unterschiedlichsten Spielzügen zu kreieren. »Dive«, »Toss«, »Sweep« und »Trap« sind nur einige Fachbegriffe für einen kleinen Auszug an Laufspielzügen im American Football.

Yards, First Down und Endzone

Dabei kommt es auch immer darauf an, welchen Raum ein Team mit einem Spielzug gewinnen will. Es muss nicht immer gleich bis in die gegnerische Endzone gehen. Manchmal fehlt nur ein Yard zu einem neuen First Down und ein kraftvoller Lauf durch die Mitte, der eben ein Yard gewinnt, kann schon den Zweck des Spielzugs erfüllt haben.

American Football: Was ist ein Laufspiel und Runningback?

Für die Verteidigung ist es auch nicht klar, dass immer nur der Runningback des Gegners mit dem Ball laufen wird. Er ist zwar zumeist bei einem Laufspielzug im Einsatz, kann aber auch nur zur Ablenkung auf dem Feld stehen. Dann bekommt zum Beispiel schon der Fullback, der normalerweise den Weg für den Runningback freiräumen soll, den Ball. In anderen Spielzügen behält der Quarterback selbst das Spielgerät und agiert so selbst als Ballträger für seine Mannschaft. Bei einem »End-Around«-Spielzug wird einer der Wide Receiver zum »Man in Motion « und der Spielzug wird eröffnet, wenn er auf Höhe des Quarterbacks an diesem vorbeisprintet.

American Football: Spielzüge mit dem Wide Receiver

Dann bekommt der Wide Receiver per »Handoff« den Ball und wird zum Runningback. Der NFL wird aber nachgesagt eine »Passing League« zu sein, also eine Liga, in der man am ehesten zum Erfolg kommt, wenn der Quarterback den Ball wirft. Und auch hier kennt das Playbook (Buch, in dem die einstudierten Spielzüge eines Teams stehen), eine Unzahl an Fachbegriffen. »Fly«, »Post«, »Flag«, »Slant« sind allesamt Begriffe, die für die Routen stehen, die die Passempfänger nach Ansage des Spielzugs laufen. Ein schneller Wide Receiver kann versuchen seinen Gegenspielern mit reiner Geschwindigkeit zu entkommen und sich auf einer »Fly«-Route für einen tiefen Pass anzubieten.

Zeitgleich bringt sich ein anderer Receiver auf einer »Slant«-Route in Stellung: Dabei biegt der Spieler auf eine nach innen führende Diagonalroute ab und versucht sich zwischen den gegnerischen Linebackern und Safetys in Position zu bringen. Der Quarterback steht dann vor der Aufgabe den richtigen »Read« zu finden. An der Aufstellung der Defense erkennt der gute Quarterback, welcher seiner Receiver eine hohe Wahrscheinlichkeit haben wird, wenige Sekunden später möglichst frei zu sein.

Was bedeuten die Trikotnummern 50 – 79 in den NFL?

Aber auch er kann sich niemals sicher sein, denn die Defense spielt manchmal eine Manndeckung, einen Spielzug später eine Zonen-Verteidigung (Raumdeckung). Als Passempfänger stehen dem Quarterback die Wide Receiver, sein Tight, sein Runningback und sein Fullback zur Verfügung. Nicht passberechtigt sind die Spieler der Offensive Line. Ihre Trikotnummern 50 bis 79 signalisieren dies zusätzlich, da die Nummern kategorisch nur von nicht passberechtigten Spielern getragen werden.

Pro Spielzug ist übrigens nur ein Vorwärtspass erlaubt, hingegen ist eine beliebige Zahl an Rückwärts- und Querpässen möglich. Daraus ergeben sich auch immer wieder Trickspielzüge, wenn eine Mannschaft bei auslaufender Spieluhr nur noch einen Spielzug zur Verfügung hat, aber einen großen Raum zu überwinden hat. Dann wird der Ball gerne hin- und hergepasst, in der Hoffnung, eine Lücke in der Verteidigung zu finden.

American Football: Darf der Quarterback selbst den Ball fangen?

Auch muss bei anderen Trickspielzügen nicht zwingend der Quarterback den Pass werfen. Im Gegenteil: Agiert plötzlich ein Teamkollege als Passgeber, darf der Quarterback sogar selbst den Ball fangen. Ein beliebter Spielzug ist die Play-Action. Dabei täuscht der Quarterback die Übergabe des Balles an seinen Runningback nur an. Der Runningback führt die Täuschung mit einem energischen Lauf weiter aus, während der Quarterback sich dadurch mehr Zeit für einen Pass auf einen freien Empfänger erhofft.

Welchen Spielzug das angreifende Team auch immer wählt, am Ende entscheidet auch die richtige Auswahl der Plays über Sieg und Niederlage.

Emmitt Smith: Platz ist in der kleinsten Lücke

Kein Runningback hat mehr Bälle von seinem Quarterback in die Hände gedrückt bekommen. Keiner hat mehr Yards in seiner Karriere erlaufen. Emmitt Smith gehört ohne Frage zu den größten Spielern, die den Sport des American Football jemals ausgeübt haben.

Dabei ist der Erstrundenpick der Dallas Cowboys von 1990 nur 1,75 Meter groß und galt zu Beginn seiner Karriere als »zu klein«, um erfolgreich in der NFL Football spielen zu können. Doch seine in der Tat geringe Körpergröße machte sich die »Nummer 22« der Cowboys zu Nutze. Er fand jede erdenklich kleine Lücke, um hindurch zu schlüpfen und Yards für sein Team zu erobern.

Der beste Runningback in der NFL-Historie

18.355 Yards in 4.409 Läufen sind einsame Spitze in der ewigen Bestenliste dieser Kategorie. Seinen größten Moment hatte Smith in Super Bowl am 30. Januar 1994. Beim Stand von 13:13 im dritten Viertel gegen die Buffalo Bills hatte der Ballträger zwei Touchdowns auf das Spielfeld gezaubert! Und den Cowboys so zum vierten Triumph ihrer Historie verholfen. Als Belohnung gab es die Auszeichnung als Super-Bowl- MVP (wertvollster Spieler des Endspiels) obendrauf.

Bereits ein Jahr zuvor hatte sich Smith zum ersten Mal in seiner 15 Spielzeiten andauernden Karriere NFL-Champion nennen dürfen. Im Januar 1996 kam der dritte und letzte Titel hinzu. Seine Karriere ließ der in die NFL Hall of Fame aufgenommene Spieler ab 2003 noch zwei Spielzeiten bei den Arizona Cardinals ausklingen. Auch nach seiner Karriere blieb er seinen Fans erhalten: Für das Fernsehen analysierte er Spiele und war in einer Gastrolle einer US-Fernsehserie zu sehen.

Autor: Markus Schulz

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