Darf ich mit Morbus Crohn Sport treiben?

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Sport mit Morbus Crohn: Bei vielen Krankheiten und Beschwerden können Sport und regelmäßige Bewegung für eine Verbesserung der Gesundheit sorgen. Zu diesen zählt auch Mobrus Crohn. Internist Mahesh Arenja vom Johanniter-Krankenhaus in Bonn klärt auf, ob man auch mit Morbus Crohn Sport treiben kann.

Morbus Crohn ist vereinfacht gesagt eine chronische Entzündung bestimmter Teile des Verdauungstraktes“, erklärt Internist Mahesh Arenja. „Dabei können die geschwürigen Entzündungen von der Speiseröhre bis zum Anus reichen. Die Entzündung tritt am häufigsten im Bereich auf, in dem der Dünn- in den Dickdarm übergeht. Man bezeichnet diesen Bereich auch als ‚terminales Ileum‘ oder ‚Ileum terminale‘.“

Wie die chronische Autoimmunerkrankung, die nach ihrem Entdecker Burrill B. Crohn benannt wurde, entsteht, ist bisher ungeklärt. „Die Betroffenen leiden normalerweise ihr gesamtes Leben unter Morbus Crohn“, sagt Arenja. „Ähnlich wie bei der Migräne verläuft auch Morbus Crohn in Schüben und ebenso wie bei der Migräne gibt es bisher keine bekannte Heilmethode.“  

Symptome bei Morbus Crohn

Statt Kopfschmerzen bekommen die Patieten bei Morbus Crohn anfallartige Beschwerden im Magen-Darm Bereich, die deutlich intensiver sind als bei üblichen Magen-Darm-Problemen. Dazu zählen Durchfall, Bauchschmerzen, Fieber, Gewichtsverlust und Stenosen (Darmverengungen). Außerdem kann es zu Fisteln (entzündliche Gangbildungen) kommen, die meistens im Bereich des Afters auftreten. Weiter können die Entzündungen, die bei Morbus Crohn auftreten, auch andere Organe oder Körperteile befallen“, erklärt der Internist. Zur Behandlung werden entsprechende Medikamente eingesetzt, wobei Stenosen häufig operativ geweitet und Fisteln entfernt werden müssen. Teilweise wird in schweren Fällen sogar der betroffene Teil des Darms wegoperiert.

Sport mit Morbus Crohn

Ähnlich wie die Ursachen ist auch das Thema Bewegung bei Morbus Crohn nicht genau erforscht. Es ist bisher nicht ganz klar, ob Sport nun gesund oder schädlich ist, da entsprechende Studien bis dato fehlen. „Es gibt allerdings Hinweise, die dafür sprechen, dass Bewegung bei Morbus Crohn trotz eines geschwächten Immunsystems helfen kann“, sagt Mahesh Arenja. „So konnte der Morbus Crohn Experte Dr. Martin Meller in einer entsprechenden Studie nachweisen, dass Crohn-Patienten, die leichten Ausdauersport betreiben, weniger Medikamente benötigen als die, die nur auf die Entspannungstherapie setzen. Auch die Begleiterscheinungen wie Ängste oder Depressionen waren bei den Sportlern verbessert. Zudem hatten die sportlichen Patienten ein besseres Körpergefühl. Von diesen positiven Effekten des Sports kann jeder profitieren und nicht nur Morbus Crohn Patienten. Insofern kann man nur jedem ans Herz legen, sich regelmäßig zu bewegen“, sagt der Mediziner. Auch eine Studie am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M. konnte belegen, dass Crohn-Patienten von Sport profitieren (1).  

Fazit

Sportlich aktive Menschen haben weniger Stress, sind gesünder, das Immunsystem ist stärker und entzündliche Prozesse werden besser und schneller bekämpft. Diese positiven Auswirkungen kommen auch den Morbus Crohn Patienten zu Gute. Im Gegenzug sind keine negativen Auswirkungen bekannt. Auch Leistungssport ist mit Morbus Crohn theoretisch möglich. „Jeder Betroffene muss seine individuelle Leistungsgrenze kennen“, sagt Arenja. „Das gilt nicht nur für Leistungssportler, sondern auch für Hobbysportler. Daher sollte man vor dem ersten Training einen Facharzt befragen. Gerade nach einer Bauch-OP sind Sportarten nicht geeignet, bei denen die Bauchmuskeln stark gefordert sind. Auch Mannschafts- und Kontaktsportarten sind mit Vorsicht zu genießen, da es bei einem intensiven Aufprall zu einem Narbenbruch kommen kann. Ansonsten gibt es aber eigentlich keine mir bekannten Gründe, warum man mit Morbus Crohn keinen Sport machen könnte, solange man auf seinen Körper hört.“   Christian Riedel   Quellenangaben: 1. http://idw-online.de/pages/de/news154679   Lesen Sie auch: Allergische Rhinitis im Ausdauersport

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Über den Autor

Christian Riedel

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