Laufen Sie rückwärts!

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Rückwärtsgehen bzw. -laufen wird bei Überlastungsschäden und Kniegelenksproblemen als Rehabilitationsmaßnahme empfohlen, da hierdurch die Quadrizepsmuskeln gestärkt werden, während gleichzeitig die auf das Kniegelenk einwirkenden Kompressionskräfte reduziert werden. Dies wiederum verhindert eine Überdehnung des vorderen Kreuzbandes und mindert die Absorptionskraft.

Das ist jedoch noch nicht alles: Einer neuen südafrikanischen Studie zufolge, fördert Rückwärtstraining die Fitness des Herz-Kreislauf-Systems. Außerdem bewirkt es eine deutliche Veränderungen der Körperzusammensetzung und wäre daher grundsätzlich eine sinnvolle Ergänzung zu konventionellen Lauftrainingsprogrammen.
In der Studie wurden die Effekte eines Rückwärtstrainings-Programms auf gesunde junge Universitätsstudentinnen untersucht. 26 Studentinnen nahmen sowohl vor, als auch nach einem 6-wöchigen Trainingsprogramm an 3 verschiedenen Basistests (Körperzusammensetzung, Laufband-Test im submaximalen Bereich und 20 m-Shuttle-Run) teil.

Für das Trainingsprogramm wurden sie in 2 Gruppen aufgeteilt:

  • In eine Trainingsgruppe, die ein 6-wöchiges Rückwärtslauf- bzw. Gehprogramm absolvierte. Dies bestand aus 3 Einheiten pro Woche, d. h. insgesamt 18 Einheiten. Dabei wurde die Dauer der einzelnen Trainingseinheiten im Laufe der Studie progressiv gesteigert.
  • Eine Kontrollgruppe, die ihrem normalen täglichen Trainingspensum nachging.
  • Beim zweiten Test zeigte die rückwärtstrainierende Gruppe folgende Ergebnisse:

    • eine deutliche Abnahme des Sauerstoffverbrauchs beim Training auf dem Laufband – sowohl während des Vorwärts- als auch während des Rückwärtstrainings (30 % bzw. 32 %);
    • einen statistisch gesehen deutlichen Rückgang der Hautfaltendicke (19,6 %) sowie des prozentualen Körperfettanteils (2,4 %) am Ende der Untersuchungsperiode;
    • eine statistisch gesehen deutliche Steigerung der maximalen Sauerstoffaufnahme um 5,2 %.

    Daraus schließen die Wissenschaftler: „Die Ergebnisse dieser Studie liefern erstmals Hinweise darauf, dass Rückwärtsbewegungen die Herz-Kreislauf-Fitness verbessern und möglicherweise positive Auswirkungen auf die Körperzusammensetzung junger Frauen haben.“

    International Journal of Sports Medicine, 2005, Bd. 26, S. 214-219

     

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    Über den Autor

    Dennis Sandig

    Dennis Sandig arbeitet als Sportwissenschaftler am Institut für Sportwissenschaften der Julius-Maximilians Universität in Würzburg.

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