Die vollwertige Mischkost – eine Empfehlung für alle?

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Von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung wird grundsätzlich eine vollwertige Mischkost als Ernährungsgrundlage empfohlen. Lesen Sie, wie diese aussehen sollte und ob das wirklich für jeden sinnvoll ist.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist ein gemeinnütziger Verein. Sie betont in ihrer Satzung vor allem 3 Ziele: Förderung, Auswertung und Publikation ernährungswissenschaftlicher Forschung Ernährungsberatung im Dienste der Gesundheit der Bevölkerung Sie erstellt die derzeit geltenden Empfehlungen zur Zusammensetzung der Nahrung für den „gesunden“ Teil der deutschen Bevölkerung. Sie ist nicht mit Therapie beauftragt. Diese Empfehlungen werden in den Ernährungsregeln der DGE publiziert. Nach den aktuellen Vorgaben sollte sich unsere Nahrung folgendermaßen zusammensetzen: 

55-60 % der täglichen Energiezufuhr sollten mit Kohlenhydrate, 

25-30 % mit Fett und 

12-15 % mit Eiweiß abgedeckt werden. 

Diese seit Jahrzehnten bestehende Empfehlung der DGE zur prozentualen Zusammensetzung der Hauptnährstoffe pro Tag stellt eine kohlenhydratbetonte vollwertige Mischkost dar1. Das in diesem Sinne „richtige“ Nährstoffverhältnis der Nahrung, im Zusammenhang mit den oben angeführten Empfehlungen, lässt sich leicht berechnen. Die Berechnung ist selbstverständlich universal einsetzbar.

So berechnen Sie die Nährstoffkombination Ihrer Mahlzeit 

Um die Nährstoffkombination zu berechnen, müssen Sie den Brennwert (Kaloriengehalt) der Hauptnährstoffe kennen2: 

4 kcal pro 1 g Kohlenhydrate, 

9 kcal pro 1 g Fett, 

4 kcal pro 1 g Eiweiß 

Damit Sie das richtige Verhältnis bestimmen können, rechnen Sie mit Energieprozenten. Bei der Berechnung der Energieprozente einer Mahlzeit wird von der Menge eines Nährstoffes in Gramm ausgegangen. Die Menge (g) multiplizieren Sie mit dem Brennwert (4 oder 9 kcal) des jeweiligen Nährstoffes und dividieren dann durch den Gesamt-Kaloriengehalt der Mahlzeit. Der sich ergebende Wert mit 100 multipliziert ergibt die Energieprozente2. 

Tipp: Sollten Sie keinen Taschenrechner zur Hand haben, kann das Kohlenhydrat-Fett-Verhältnis auch im Kopf leicht überschlagen werden. Die Zusammensetzung ist in Ordnung, wenn 4-mal so viele Kohlenhydrate (in Gramm) in einer Mahlzeit enthalten sind wie Fette (in Gramm)! 

Sporternährung: Die vollwertige Mischkost – eine Empfehlung für alle?

Abb 1: Der Ernährungskreis

Um die Lebensmittelauswahl und den jeweiligen Anteil dieser Lebensmittel an der täglichen Zufuhr zu erleichtern, hilft hier der Ernährungskreis der DGE6. Sein einfaches Schema macht die tägliche Lebensmittelauswahl leicht (vgl. Abb. 1). Dieser Kreis wurde 1956 erstmals entwickelt und bildet die empfohlene Vollwerternährung grafisch ab. Das reichhaltige Lebensmittelangebot wird im Kreis in 7 Gruppen unterteilt. Je größer ein Feld ist, desto größere Mengen sollten aus dieser Gruppe verzehrt werden. Lebensmittel aus kleinen Segmenten sollten sparsam verwendet werden3. 

Basis dieser Ernährungsweise sind pflanzliche Lebensmittel wie Getreideprodukte und Kartoffeln gefolgt von Gemüse und Obst. (Bereich 1+2+3) Möglichst fettarme tierische Lebensmittel sollen den täglichen Speiseplan in kleineren Portionen ergänzen. (Bereich 4+5) Es wird dazu geraten, Fett und fettreiche Lebensmittel eher selten zu verzehren.

Aus diesem Kreis entstammt auch die dreidimensionale Lebensmittelpyramide der DGE6. In dieser werden verschiedene Gruppen von Lebensmitteln eingeordnet. Aktuelle wissenschaftlich basierte Empfehlungen orientieren sich heutzutage jedoch an einer fett-eiweißbetonten Ernährungsweise, die eine vollkommen andere Nahrungszusammensetzung empfiehlt4. Die Empfehlungen der DGE sind längst nicht Empfehlungen für Jedermann und schon gar nicht für den Großteil der deutschen Bevölkerung.

Hanna Sandig

 

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Literatur:

1) Ernährung und Medizin, 2008, Bd. 23 (1), S. 14-19 

2) aid infodienst e.V. (Hrsg.) (2005). Rundum fit mit Sport und Ernährung, (8. überarbeitete Aufl.). Köln: Moecker Merkur Druck GmbH 

3) Dickau, Kirsten (2004). Die Nährstoffe – Bausteine für Ihre Gesundheit. Bonn: Deutsche Gesellschaft für Ernährung 

4) Worm, Nikolai (2006). Glücklich und schlank – die LOGI Methode. Lünen: Systemed Verlag

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