Die distale Radiusfraktur: Der Handgelenksbruch

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Durch einen Sturz auf die Hand kann es zu Stauchungen im Bereich der Mittelhandknochen aber auch zum Bruch des distalen1 Radius kommen. Mit 25 % ist die distale Radiusfraktur der häufigste Bruch beim Menschen.

Eine Verletzung durch einen Sturz kann beispielsweise beim Fahrrad fahren aber auch bei Kontaktsportarten sowie im Wintersport passieren. Bei jüngeren Menschen sind meist sportliche Aktivitäten die Ursache, bei älteren Menschen kann es durch Gangunsicherheiten zum Sturz kommen, der durch die häufige Osteoporose schneller zum Bruch der Knochen führt.

 

Wie ist das Handgelenk aufgebaut?

Die distale Radiusfraktur ist eine Fraktur im proximalen Handgelenk.

Das proximale Handgelenk wird durch die distale Speiche und die 3 Handwurzelknochen (Kahnbein, Dreiecksbein und Mondbein) gebildet. Ein weiterer Gelenkpartner ist die Zwischengelenksscheibe des distalen Gelenks zwischen Elle und Speiche.

Die Gelenkkapsel ist sehr dünn und schlaff ausgebildet und wird durch zahlreiche Bänder gestrafft.

Das proximale Handgelenk ist ein Eigelenk, hat zwei Freiheitsgerade und kann in folgende Richtungen bewegt werden:

– Palmarflexion etwa 80°/ Dorsalextension etwa 70°

– Radialabduktion etwa 20 °/ Ulnarabduktion etwa 40°

 

Klassifikationen

Es gibt verschiedene Klassifikationen der Fraktur. Meist findet der Sturz auf das nach oben gestreckte Handgelenk (Palmarflexion) statt. Hierbei kann es zu einer Achsabweichung des distalen Radius zur Streckseite kommen, der Colles-Fraktur.

Der Sturz auf das angebeugte Handgelenk mit einer Achsverschiebung zur Beugeseite hin tritt wesentlich seltener auf und nennt sich Smithfraktur.

 

Welche Symptome treten auf?

Das gesamte Gebiet rund um das Handgelenk ist druckempfindlich, geschwollen und schmerzhaft. Durch den Bruch kann es bei Bewegung zum Knirschen im Gelenk kommen. Dieses Knirschen nennt sich auch Kripitation. Die Hand kann nur noch in Schonhaltung ohne viel Bewegung gehalten werden. Häufig kommt es zur Verschiebung der Knochen, meist in Richtung der Speiche und des Handrückens. Diese Verschiebung nennt sich Bajonettfehlstellung. Wenn der Nerv in Mitleidenschaft gezogen wird, kann es zu einem pelzigem Gefühl oder zum Kribbeln in den Fingern kommen.

 

Wie wird behandelt und nachgesorgt?

Ziel der Nachsorge ist es, die Gelenkflächen anatomisch wieder herzustellen. Dabei sind die Achsen, die Lage und Neigung der Gelenkflächen im Fokus. Zunächst wird ersteinmal geschaut, ob der Bruch disloziert ist. Ist dies der Fall muss der Bruch zunächst gerichtet werden.

Konservativ wird der Bruch mindestens 6 Wochen mit einem Gips versorgt. Regelmäßige Röntgenkontrollen sind wichtig, um zu kontrollieren, ob die Gelenkflächen wie gewünscht zusammenwachsen können.

Operativ kann der Bruch durch die Kirschner-Drähte versorgt werden. Nach der Reposition durch Zug werden die Bruchstellen mit den Drähten fixiert und zusätzlich mit einem Gips ruhiggestellt.

Eine andere operative Fixationsmöglichkeit ist die volare Platte. Diese wird meist auf der Beugeseite angelegt, da sie dort seltener die Sehne irritiert.

Mögliche Komplikationen sind:

– erneute Verschiebung des Bruches,

– Morbus Sudeck,

– Arthrose.

 

Zur physiotherapeutischen Nachbehandlung zählen folgende Punkte:

– Ödemreduktion durch Hochlagerung, Ausstreichungen, Kühlung und Lymphdrainage

– Gelenkbeweglichkeit durch Mobilisation aller Gelenke

– Muskel- und Sehnenelastizität durch Längs- und Querdehnungen

– Schmerzfreiheit durch Ultraschall, Eis, Wärme, Deep Fricitons

– Narbenmobilisation

– Kraft und Koordiantion

– ADL´s ( All Daily Life Activities)

– Sensibilität durch verschiedene Reize

 

Angi Peukert

 

Quellenangaben:

1. http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Chirurgische-Klinik-und-Poliklinik- Innenstadt/de/fachgebiete/unfallchirurgie/unfallchirSprechstunde/ distaleRadiusfraktur/index.html

2. http://www.physiotherapie-handrehabilitation.de/pdf/DAHTH_Okt03.pdf

 

(Lesen Sie auch: Sportverletzung: Die Schultereckgelenksprengung)

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