Tipps: Sport bei Schwangerschaft

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Sportlich aktiv zu sein, wird mittlerweile zum Glück viel mehr Frauen empfohlen, als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Bevor man eine falsche Empfehlung ausspricht, hat man vom Sporttreiben eher abgeraten. Erfahren Sie, inwieweit Sport in der Schwangerschaft ratsam ist.

Natürlich darf eine schwangere Frau nicht einen x-beliebigen Sport treiben und somit sich und den Fötus unnötig in Gefahr bringen. Aber es gibt eine sehr große Palette körperlicher Aktivitäten, die man bedenkenlos ausführen kann um seine Fitness  zu erhalten. Eine Frau, die bereits vor der Schwangerschaft körperlich aktiv war, möchte ihr aktives Lebensgefühl weiterhin beibehalten. Aber auch sportlich inaktive Schwangere dürfen sich dem bewegenden Gedanken gern anschließen, denn die Leibesübungen sind nicht nur für die Frau, sondern auch für das Ungeborene extrem hilfreich und gleichzeitig entwicklungsfördernd. Die Leistungssportlerinnen müssen an dieser Stelle etwas kürzer treten, damit die Entwicklung des Kindes nicht gefährdet oder sogar eine Fehlgeburt provoziert wird. Im ersten Teil dieser Artikelserie werden die physiologischen Veränderungen besprochen, die während der Schwangerschaft passieren.   In den ersten Schwangerschaftswochen verändert sich der Tonus der glatten Muskulatur, dazu gehören Herz und Gefäße. Diese stellen sich automatisch weiter, so dass das zirkulierende Blutvolumen abnimmt. Stoffe wie Natrium und Wasser werden vom Körper mehrfach verwendet, d.h. nicht direkt nach dem ersten Zirkulieren durch das Blutsystem ausgeschieden. Durch den vermehrten Wasseraufenthalt im Körper, nimmt die Menge des zirkulierenden Blutes allgemein zu. Diese größeren Mengen an Flüssigkeit müssen durch den Körper mit mehr Herzkraft gepumpt werden. Aus diesem Grund erhöhen sich das Schlagvolumen des Herzens und die Herzfrequenz. Durch die vermehrt aufkommende Arbeit erhöht sich der Sauerstoffbedarf in Ruhe und somit die Atemfrequenz bis zu 50 %. Die weitgestellten Gefäße können Krampfadern in den Beinen und im Genitalbereich verursachen, insbesondere bei entsprechender genetischer Disposition. Weitere Faktoren für die Begünstigung der Krampfandern sind erhöhter Druck innerhalb der Bauchdecke, Kompression der Gefäße im Beckenbereich und der erschwerte Rückfluss des venösen Blutes. Zusätzlich kommt es durch veränderte hormonelle Situation zu einer größeren Hemmung der Gerinnungsfaktoren. Ablagerungen an den Gefäßwenden können leichter gelöst werden, so dass es zu Thrombosen und zu Lungenödemen kommen kann.   Der sogenannte Schwangerschaftsdiabetes ist die häufigste schwangerschaftsbegleitende Erkrankung. In Deutschland liegt die Quote bei 5 bis 10 %. Dabei handelt es sich um eine Glukosetoleranzstörung. Risikofaktoren dafür sind das Übergewicht, Schwangerschaftsalter über 30 Jahren und zu starke Gewichtszunahme während der Schwangerschaft. Allerdings kann diese Störung auch ohne genannte Anzeichen auftreten. In der Regel bildet sich die Intoleranz nach der Entbindung komplett wieder zurück. Nur in den seltensten Fällen kann sich eine manifeste Diabetes entwickeln. Der Fötus ist dem mütterlichen Blutzuckerspiegel ausgesetzt und oft nimmt er diese fehlerhafte Entwicklung in seine Disposition auf.   Der Muskeltonus der Skelettmuskulatur nimmt durch den Einfluss von Relaxin und Östrogen ab. Zusätzlich durch das steigernde Gewicht von 15 bis 25 % kommt es zu einer größeren Überdehnung des Bandapparates nahe der Gelenke. Außerdem erweitert sich der gesamte Beckenring, um das bessere Passieren des Kindes im Geburtskanal zu gewährleisten. Durch den größer werdenden Bauch verlagert sich der gesamte Körperschwerpunkt nach vorn, was zu einer stärkeren Kippung des Beckens und somit zu einer ungünstigen Position der Lendenwirbelsäule führt. Somit wird die Entwicklung der Rückenschmerzen im Lumbalbereich und im Iliosakralgelenk begünstigt. Zusätzlich können Gangunsicherheiten auftreten, da durch den wachsenden Bauch die optische Wahrnehmung der eigenen Füße nicht mehr gewährleistet wird. Die Sturzgefahr nimmt zu.   Hormonelle und körperliche Veränderungen können neben der Gesundheit ebenfalls die Psyche beeinflussen. Es kann zu Übelkeit oder zu einer deutlichen Müdigkeit in den ersten Schwangerschaftswochen kommen. Depressionen oder Schlafstörungen werden allerdings nur selten beschrieben In den nächsten Artikeln werden die Auswirkungen der sportlichen Tätigkeit und konkrete Empfehlungen zum Sport während der Schwangerschaft thematisiert.   Lesen Sie auch: Darf ich mit Neurodermitis Sport treiben?   Marina Lewun

Psychische Faktoren

Muskuläre Veränderung

Verarbeitung im Glukosestoffwechsel

Kardiovaskuläre Veränderung

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Über den Autor

Marina Lewun

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