Sportverletzung: Meniskusläsionen (Teil II)  – Behandlungsoptionen

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Nachdem der 1. Teil dieser Artikelreihe sich mit der Anatomie des Menikus und des Verletzungsmechanismus von Meniskusriss oder Meniskusläsion befasst hat, erläutert Angi Peukert hier die Behandlugsoptionen bei dieser Verletzung – konservative Behandlung oder Operation?

Zum 1. Teil des Artikels: Sportverletzung: Meniskusläsion (Teil I) – Anatomie und Verletzungsmechanismus 

 

Behandlungsoptionen

Die Versorgung nach dem Trauma einer Sportverletzung hängt von der Rissart und der Lokation ab. Ein Riss im gut durchbluteten Teil des Mensikus kann durchaus konservativ nachbehandelt werden. Mittel der Wahl sind hier Schienenlagerung, abschwellende Medikation, Punktion und Injektionen.

Zunächst steht die Ruhigstellung im Vordergrund, um die 1. Phase der Wundheilung – die Entzündungsphase – für die ersten 5 Tage zu unterstützen. Hier ist nur schmerzabhängiges Bewegen erlaubt, ansonsten steht die Schmerzlinderung und Durchblutungsförderung im Vordergrund.

Ab dem 5. Tag, wenn die Proliferationsphase – die 2. Phase der Wundheilung – beginnt, kann mit Bewegung mit zunehmender Belastung, Mobilisation und Koordinationstraining begonnen werden.

 Erst ab der 10. Woche beginnt die letzte Phase – die Umbauphase. Wichtig ist hier, dass die vorherigen Phasen eingehalten wurden und genug Kollagen gebildet wurde, welches nun umgebaut werden kann. Damit dies stattfindet, stehen spezifische Belastungen, forcierte Trainingstherapie sowie sportspezifisches Training im Vordergrund.

 

Operationen

Operationen werden bei Rissen durchgeführt, bei denen die Gefahr besteht, dass ein Teil des Meniskus in den Gelenkspalt klappt und dadurch die Bewegung limitiert, Schmerz verursacht und langfristig zu einer Arthrose führen könnte.

Durch eine arthroskopische Operation – eine minimalinvasive Kniegelenksspiegelung – wird der Meniskus entweder teilentfernt oder genäht, in seltenen Fällen kann er auch durch Ersatzmaterial ersetzt werden. Diese Art der Operation wird normalerweise ambulant durchgeführt.

 

Die Meniskusteilresektion

Nach der Meniskusteilresektion wird für die ersten 2-3 Tage Teilbelastung verordnet. Danach ist Vollbelastung sowie die Ausnutzung der kompletten Beweglichkeit des Knies erlaubt. Die üblicherweise nur leichten Schmerzen, die auftreten können, sind mit Medikamenten gut zu behandeln. Die Belastung darf stetig gesteigert werden, sodass nach circa 2 Wochen moderate sportliche Betätigung – beispielsweise leichtes Joggen – möglich ist.

Es ist dabei wichtig, schon direkt im Anschluss an die Operation isometrische Bewegungs- und Stabilitätsübungen in Beugung und Streckung zu absolvieren, um möglichst schnell die volle Beweglichkeit wieder zu erreichen. Nach etwa 14 Tagen werden die Fäden der circa 5 Millimeter langen Einschnitte gezogen.

 

Die Meniskusnaht

Bei der Meniskusnaht dauert die Nachbehandlung deutlich länger. Die Zeit, in der nur eine Teilbelastung erlaubt ist beträgt bei dieser Behandlungsform 6 Wochen. Die ersten 2 Wochen ist die Kniebeugung dabei auf 60 – 100° limitiert. Nach 4-6 Wochen ist das Implantat dann alltagsfähig, nach 2-3 Monaten darf wieder mit leichtem Sport begonnen werden. Erst nach 6 Monaten hat das Implantat genug Stabilität, damit wieder mit Kontaktsportarten begonnen werden darf.

 

Fazit

Die Behandlung eines Meniskusriss ist im Zweifelsfall nicht unkompliziert und manches Mal langwierig. Dank medizinischer Fortschritte ist zwar unter Umständen auch eine schnelle Heilung möglich, am Besten sollten jedoch mit präventiven Übungen Meniskusläsionen vermieden werden. (Video: Vorbeugung und Hilfe bei Sportverletzungen)

 

Angi Peukert

 

Quellenangaben:

1. Steiner, Renate (2006): Darstellung von Meniskusläsionen an einem 3 Tesla Hochfeld Magnetresonanztomographen. URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/3064/pdf/Doktorarbeit_RenateSteiner.pdf (19.04.2012)

2. Hochschild, Jutta: Strukturen und Funktionen begreifen. Funktionelle Anatomie- Therapierelevante Details. Stuttgart: Thieme, 2002

3. Bant, Harald et al.: Sportphysiotherapie. Stuttgart: Thieme, 2011

4. Zalpour, Christoff: Anatomie Physiologie. 2. Auflage, München/Jena: Urban & Fischer

5. Diemer, Frank et al.: Praxis der medizinischen Trainingstherapie 1. Lendenwirbelsäule, Sakroiliakalgelenk und untere Extremität. 2. Auflage, Stuttgart: Thieme, 2011

6. Hüter-Becker, Antje et al.: Physiotherapie in der Orthopädie. 2. Auflage, Stuttgart: Thieme, 2009

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Angi Peukert

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