Läuferknie – das Patellaspitzensyndrom

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Eine amerikanische Studie suchte im Hüftbereich nach möglichen Ursachen des Patellaspitzensyndroms (PFP). Dieses ist die häufigste Schmerzursache bei Läufern und wird deshalb auch Runner’s Knee genannt.

Proximale und distale Laufmechaniken wurden bereits als Verursacher für das Patellaspitzensyndrom vermutet. Leider liegen bis dato noch keine Studien vor, die einen solchen Zusammenhang nachweisen. Das Ziel dieser Studie war deshalb ein Vergleich von Lauftechniken bei weiblichen Läufern, die ein Patellaspitzensyndrom entwickelten mit solchen, die schmerzfrei blieben (Kontrollgruppe). 

400 Läuferinnen und Läufer untersucht

Die Hypothese war, dass Läuferinnen, die ein PFP entwickeln, folgende Kriterien erfüllen: größere Hüftadduktion, Hüftinnenrotation und Eversion des Fußes. 400 Läuferinnen unterliefen dafür eine instrumentengestützte Ganganalyse und wurden nach erlittenen Verletzungen der vergangenen 2 Jahre befragt. Dabei wurden 15 Fälle von PFP festgestellt, die alle ärztlich diagnostiziert wurden. Die Laufmechanik dieser 15 Fälle wurde mit den Personen verglichen, die kein PFP entwickelten. 

Bei Rehabilitation auf die Hüfte achten!

Als Ergebnis wurde vor allem eine signifikant größere Hüftadduktion (p = 0.007) bei der PFP Gruppe festgestellt. Für die Parameter Hüftinnenrotation (p = 0.47) und Fußeversion (p = 0.1) gab es keine signifikanten Unterschiede. Die größere Hüftadduktion bei PFP Läuferinnen deckt sich mit diversen anderen Studien. Es ist zu vermuten, dass Läuferinnen mit einem PFP beim Laufen ein anderes neuromuskuläre Muster aufweisen als solche ohne PFP. Deshalb sollten präventive und rehabilitative Maßnahmen vor allem auf die besondere Hüftmechanik achten. Möglicherweise lassen sich hier Trainingsinterventionen anhand des Functional Movement Screen etablieren. 

Neuromuskuläre Bewegungsmuster im Fokus

Gerade die neuromuskulären Bewegungsmuster stehen im Fokus dieses Screeningverfahrens. Letztendlich muss das Ziel eines individuellen Athletiktraining darin bestehen alle Faktoren, die das Entstehen einer solchen Problematik begünstigen, zu beseitigen. Das Korrigieren dysfunktionaler Bewegungsmuster kann hier ein wichtiger Ansatz sein, um präventiv dem Entstehen des PFP vorzubeugen. 

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Quelle:

Medicine and Science in Sports and Exercise, 2013. 45 (6), S. 1120-1124.

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Über den Autor

Dennis Sandig

Dennis Sandig arbeitet als Sportwissenschaftler am Institut für Sportwissenschaften der Julius-Maximilians Universität in Würzburg.

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