Fußverletzungen und wie Sie diese vermeiden können

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Über den Aufbau der Füße, die Aufgabe, das richtige Gangbild und wie Sie Ihre Füße unterstützen können, informiert Sie folgender Beitrag.

Wie sind die Füße aufgebaut?

Der Fuß besteht aus 28 Einzelknochen, 33 Gelenken und mehr als 100 Muskeln und Bändern. Für die Fußstatik sind die Längs- und Quergewölbe sehr wichtig. Zu den Knochen zählen:

Fußwurzel

Sprungbein (Talus), Fersenbein (Calcaneus), Kahnbein (Os naviculare), drei Keilbeine (Ossa cuneiforme), Würfelbein (Os cuboideum)

Zehen

vier Mittelphalanxe, fünf Endphalanxe, zwei Sesambeine am Endphalanx Großzeh

 

Das Sprungbein (Talus) des Fußes steht mit dem Schienbein (Tibia) und dem Wadenbein (Fibula) in Verbindung und bilden zusammen das obere Sprunggelenk. Um die Knochengabeln der Unterschenkelknochen zu fixieren, sind diese durch sehr starke Bänder (Syndesmosebänder) miteinander verbunden. Wegen der zusätzlichen Fixation durch Seitenbänder findet dort nur die Dorsalextension (Fuß zum Schienbein ziehen) und Plantarflexion (Fuß vom Schienbein wegstrecken) statt. Das untere Sprunggelenk wird durch den Talus, Clacaneus und dem Os naviculare und den entsprechenden Gelenkflächen gebildet. Besonders dabei ist die Einteilung in eine hintere und eine vordere Kammer durch das sehr starke Lig. talocalcaneum interosseum, dem Zwischenknochenband. Die Bewegungsachse verläuft schräg ,so dass die Fußinnenkante, Supination, und die Fußaußenkante, Pronation, angehoben werden kann. Die restlichen Gelenke sind sehr straff, so dass hauptsächlich ein leichtes Federn möglich ist. In den Zehengelenken ist zusätzlich noch das Spreizen möglich.

 

Was ist die Aufgabe der Füße?

Zu den Aufgaben des Fußes zählen:

Aufrechte Körperhaltung durch Propriozeptoren 1 unter der Fußsohle (die Informationen über den Stand des Fußes ans Gehirn weiterleiten)

Aufnahme des Körpergewichts und Weiterleitung der Last auch die Gelenkflächen

Gleichgewicht halten Auftritt abfedern

Ausgleich von Bodenunebenheiten

Dynamisches Fortbewegen

 

Für den aufrechten Stand sind Bau und Beweglichkeit der Fußgewölbe sehr wichtig. Das Längsgewölbe befindet sich am inneren Fußrand. Knöchern geht das Gewölbe von Fersenbein bis zum ersten Mittelfußknochen. Den höchsten Punkt bildet dabei das Os naviculare mit 1,5 – 2 cm vom Boden entfernt. Die Stabilität wird durch die Bänder am Fußboden gewährleistet. Diese Verspannung des Gewölbes wird hauptsächlich durch das Lig. plantare longum eingenommen, zusammen mit den anderen kürzeren Bändern bildet es die Plantaraponeurose. Wichtigste Muskeln für beide Gewölbe sind der M. tibialis posterior und der M. peroneus longus, für das Längsgewölbe zusätzlich die Zehenextensoren. Das Quergewölbe wird im Mittelfußbereich in Höhe der ossa cuneiforma gebildet. Stabilität geben neben der schon genannten Muskulatur folgende Bänder: Lig. cuneocuboideum, Lig. cubonaviculare, Ligg. intercuneiformia und Ligg. interossea. (Gut zu wissen: Wie und wann bandagiere oder tape ich richtig)

  

Wie sieht das richtige Gangbild aus?

Um den richtigen Gang zu beschreiben, gehen wir auf die unterschiedlichen Stand- und Schwungphasen ein. Die Standphasen werden in fünf unterteilt: Initiale Standphase, Stoßdampfphase, Mittlere Standphase, Terminale Standphase und der Vorschwungphase 2.

Wichtige Funktion für einen sauberen Gang ist die Standstabilität auf einem Bein, damit der Körper aufrecht gehalten werden kann. Außerdem die Gewichtsverlagerung und das Vorwärtsführen des Körpers über den stützenden Fuß. Damit kann das Bein optimal auf die Schwungphase vorbereitet werden. Der Initial contact setzt voraus, dass die Plantarfelxion des Fußes und der volle Knieextension frei ist, damit der Fersenkontakt gewährleistet ist. Die Aufgaben vom Loading responce ist die Stoßdämpfung, sowie die langsame Gewichtsübernahme auf dem Standbein. In der Mid stance ist das Gewicht auf dem kompletten Fuß verlagert und wird vom Standbein übernommen. In dieser Phase beginnt für das andere Bein die Schwungphase. Am Ende der Phase übernimmt der Vorfuß das Gewicht und die Ferse hebt allmählich ab. Mit dem Abheben der Ferse beginnt der Terminal stance, nun liegt die gesamte Belastung auf dem Vorfuß, das Knie muss in die Flexion nachlassen und der Körperschwerpunkt wird nach vorne verlagert. Mit dem Aufsetzten des anderen Beines endet der Terminal stance. Der Pre-swing ist charakterisiert durch das Abheben des Fußes, noch ist das Knie gestreckt. Die gesamte Standphase dauert 60 % eines Gangzykluses.

Die Schwungphasen werden in drei unterteilit: Initiale Schwungphase, Mittlere Schwungphase und terminale Schwungphase 3. Wichtige Aufgaben der Schwungphase sind das Vorschwingen des Beines, ohne dass der Fuß den Boden berührt, Die Bestimmung der Schrittlänge durch das Kniegelenk und das Weiterführen des Körpergewichtes um das Bein auf die Belastungsphase vorzubereiten. Im Initial swing ist der Fuß abgehoben und wird in Gangrichtung beschleunigt. Die Phase endet, wenn das Knie in der maximalen Beugung ist. Beim mid swing wird der Fuß noch über dem Boden gehalten und die Kniestreckung beginnt. Der terminal swing schließt den Gangzyklus ab und beendet das vorwärts bewegen. Der Fuß nimmt Kontakt mit dem Boden auf und das Knie wir komplett gestreckt. Die gesamte Schwungphase nimmt 40% des gesamten Gangzykluses ein.

 

Kann ich meine Füße unterstützen?

Die Füße kann man durch gezieltes Koordinationstraining schulen und eine Verletzung vermeiden. „Koordinative Übungen werden zunächst barfuß ausgeübt, um die Informationen besser aufnehmen zu können sowie durch das häufige und intensive Ansprechen der kurzen Fußmuskeln Automatismen festzusetzen. Später wird es aber besonders für Sportler auch wichtig sein, mit dem aktuellen Schuhwerk zu trainieren, um Spielsituationen „nachzustellen“, bzw. das Gefühl für Stabilisation mit Schuhwerk zu üben.“

 

Angi Peukert

 

Literatur

1. http://www.praxis-risch.li/Fussreferat.pdf

2. http://www.dr-gumpert.de/html/fuss.html

3. Hochschild, Jutta: Strukturen und Funktionen begreifen. Funktionelle Anatomie- Therapierelevante Details. Band 2, Stuttgart: Thieme 2002.

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Über den Autor

Angi Peukert

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