Sportler und Luftverschmutzung

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Sportler sollten möglichst nicht an Straßen entlang trainieren, auch wenn die schädlicheren Luftschadstoffe in Deutschland kontrolliert werden. Dies ist das wichtigste Ergebnis einer groß angelegten Untersuchung zum Thema Sport und Luftverschmutzung, die im „British Journal of Sports Medicine“ veröffentlicht wurde.

Die Wissenschaftler der Universitäten Brunel und Surrey führten eine Literaturstudie durch, um Richtwerte für die Gesundheitsschädlichkeit von Luftschadstoffen allgemein und insbesondere für Sportler festzulegen. Des Weiteren wurden für Großbritannien aktuelle Schadstoffwerte in der Luft untersucht, und hinterfragt ob Sportler besonders gefährdet sind. Die 6 wichtigsten untersuchten Luftschadstoffe in den Städten waren: Kohlenmonoxid, Stickstoffoxid, Ozon, Feinstaub, Schwefeldioxid und flüchtige organische Verbindungen.

„Das Thema der Luftverschmutzung gibt auch weiterhin Anlass zur Sorge, trotz fallender Werte für einige wichtige Schadstoffe“, erklären die Wissenschaftler. „Viele Effekte der Schadstoffbelastung auf die Gesundheit sind bereits bekannt, es gibt jedoch noch keine übereinstimmenden Ergebnisse für die Auswirkungen der Luftverschmutzung auf aktive Sportler und auf deren Leistung.“

Aus 3 Gründen können Sportler besonders durch Luftverschmutzung gefährdet sein:

  • Die Menge an eingeatmeten Schadstoffen steigt mit schneller werdender Atmung während des Trainings proportional an.
  • Während des Trainings wird verstärkt durch den Mund eingeatmet; dadurch umgeht die Luft das nasale Filtersystem.
  • Die erhöhte Luftstromgeschwindigkeit trägt die Schadstoffe tiefer in den Atemapparat hinein.
  • Die Empfehlungen der Wissenschaftler an die Sportler lassen sich wie folgt zusammenfassen:

    Halten Sie sich während des Trainings von verkehrsreichen Zonen fern. Die Luftverschmutzung nimmt mit zunehmender Entfernung von viel befahrenen Straßen exponentiell ab. Daher ist es ratsam, wann immer möglich, in ländlichen Gebieten oder in Parks Sport zu treiben. Falls Sie Straßen nicht vollständig vermeiden können, so vermeiden Sie möglichst den Berufsverkehr, da sich zu dieser Zeit Stickoxide, Kohlenmonoxid und flüchtige organische Verbindungen besonders anstauen.

    Verfolgen Sie die Schadstoffprognosen und Umweltnachrichten, und befolgen Sie die entsprechenden Warnhinweise. Trainieren Sie bei kaltem Smogwetter nicht im Freien.

    Seien Sie auf Reisen besonders vorsichtig. Einige Länder haben weniger strenge Umweltauflagen als Deutschland; infolgedessen kann die Luftqualität in diesen Ländern deutlich schlechter sein. Die klimatischen und geografischen Bedingungen in einzelnen Regionen können zu einer bedeutend höheren Schadstoffkonzentration führen, wie z. B. in Los Angeles. Aber auch in sich „entwickelten“ Ländern kann es zu gefährlich hohen Schadstoffkonzentrationen kommen.

    Achten Sie auf mögliche Gefahren in geschlossenen Räumen. In geschlossenen Räumen ist das Risiko für eine Kohlenmonoxidvergiftung höher als im Freien. Als Sportler sollten Sie daher verrauchte Räume meiden. Achten Sie auch darauf, vor einem Wettkampf oder Training nicht mit dem Auto in einen Stau zu geraten.

    Auch in Deutschland sollten Sie es vermeiden, sich an heißen, sonnigen Tagen hohen Ozonwerten (die zu Atemproblemen führen können) auszusetzen. Trainieren Sie dann am besten früh morgens oder spät abends.

    Asthmatikern wird besondere Vorsicht geboten. Schwefeldioxid mag für Sportler mit gesunden Lungen bei normal belasteter Luft kein Problem darstellen; für Asthmatiker kann dies jedoch anders aussehen. Sie sollten vor dem Training stets ihre Medikamente einnehmen und während des Trainings ihr Inhalierspray bei sich tragen.

    Schützen Sie sich durch eine gesunde Ernährung. Die Ernährung von Sportlern sollte reich an antioxidativen Früchten und Gemüse sein bzw. durch antioxidative Präparate ergänzt werden. Denn schließlich gibt es Hinweise darauf, dass hierdurch die negative Wirkung einiger Schadstoffe reduziert wird.

    Letztendlich sollten Sportler auch immer daran denken, sich nicht zu lange einer schadstoffbelasteten Umgebung auszusetzen. „Die Trainingsdauer ist ebenfalls ein sehr wichtiger Faktor”, folgerten die Forscher. “Ultramarathonläufer und andere extreme Ausdauersportler – z. B. Walker oder Radsportler – sind potenziell stärker von den negativen und gefährlichen Effekten der Luftverschmutzung betroffen; die durch das Training noch verstärkt werden.“

    British Journal of Sports Medicine, August 2001, Bd. 35 (4), S. 214–222

     

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