Sport und Gehirnerschütterungen bei Kindern

0

Bei Kindern kommt es im organisierten Sport 6-mal häufiger zu ernsthaften Gehirnerschütterungen als bei anderen körperlich aktiven Freizeitbeschäftigungen. Das ist das beunruhigende Ergebnis einer neuen Studie aus Australien.

Verletzungen aus sportlichen und anderen physisch aktiven Freizeitvergnügungen werden von Forschern oft nicht gesondert gesehen. Das australische Forscherteam unterschied jedoch zwischen beiden Aktivitäten.

Die Wissenschaftler haben sich die Krankenblätter aller Kinder im Alter von 6-16 Jahren angesehen, die innerhalb eines Jahres mit einer ernsthaften, aus sportlichen oder anderen physischen Aktivitäten resultierenden Kopfverletzung in der Notfallambulanz des Kinderkrankenhauses Sydney behandelt wurden.

Zugrunde liegendes Ziel der Untersuchung war der Vergleich zwischen den Verletzungen, zu denen es im organisierten Sport gekommen war, und denen, die aus anderen, mit physischen Aktivitäten verbundenen Freizeitbeschäftigungen herrührten.

Für die insgesamt 592 Kinder und Jugendlichen ergab sich folgendes Bild:

  • – Ungefähr 25 % der Kinder hatte sich die Verletzung bei organisiertem Sport zugezogen. 75 % der Verletzungen resultierten aus anderen aktiv gestalteten Freizeitbeschäftigungen.

– Stürze machten über 50 % der Verletzungen aus, der Rest resultierte aus Kollisionen mit einem Gegenstand oder einer Person.

– Im Bereich der Sportunfälle kam es beim Fußball am häufigsten zu Verletzungen (fast 20 %).

– Die meisten Verletzungen konnten als geringfügig (71,2 %) bezeichnet werden, 25 % als mittelschwer und 3,2 % als ernst. 143 Kinder (24,2 %) mussten im Krankenhaus bleiben.

    Alle Kinder erholten sich von ihren Verletzungen.

    Als beunruhigendstes Ergebnis der Studie ist zu nennen, dass an organisiertem Sport teilnehmende Kinder und Jugendliche sich fast 6-mal häufiger ernsthafte Gehirnerschütterungen zuzogen als ihre an anderen, mit physischen Aktivitäten verbundenen Freizeitvergnügungen teilnehmenden Altersgenossen.

    Die Resultate legen die Vermutung nahe, dass es bei Kollisionen sehr viel häufiger zu ernsthaften Kopfverletzungen kommt als bei Stürzen. Zu Kollisionen kommt es im organisierten Sport wiederum häufiger als bei anderen, mit physischen Aktivitäten verbundenen Freizeitbeschäftigungen“, sagen die Wissenschaftler. Sie glauben, dass die ungenügende Nutzung von Schutzkleidung für die Verletzungen bei solchen Kollisionen verantwortlich ist.

    Die Befolgung von Regeln und Vorschriften muss durch Eltern und Trainer durchgesetzt werden, wenn die Vorteile der Schutzkleidung bei der Verhinderung von Kopfverletzungen zum Tragen kommen sollen“, schlussfolgern die Wissenschaftler.

    British Journal of Sports Medicine 2006, Bd. 40, S. 163–168

Teilen

Über den Autor

Leave A Reply