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Brennpunkt Schulter – drei effektive Übungen gegen das Engpasssyndrom

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Engpasssyndrom der Schulter: Das Impingement ist ein weit verbreitetes und schmerzhaftes Problem unter Trainierenden. Stephan Müller erklärt die Ursachen und zeigt effektive Maßnahmen und Übungen.

Wie ist die Schulter aufgebaut?

Die Schulter ist ein sehr komplexes Gelenk mit vielen Muskeln. Die Bestandteile des Schultergelenks sind Knochen, Gelenkkapsel, Bänder, Muskulatur/Sehnen, Schleimbeutel und Unterhautfettgewebe/Haut. Der knöcherne Teil ist ein Kugelgelenk mit sehr großer Bewegungsamplitude. Es besteht aus dem Oberarmkopf (Caput humeri) als Gelenkkopf und einem Teil des Schulterblatts (Scapula) als Gelenkpfanne (Cavitas glenoidalis). Da die Pfanne in diesem Gelenk wesentlich kleiner ist als der Kopf, befindet sich an ihrem Rand eine Knorpellippe (Labrum glenoidale oder Limbus), die auf diese Weise die Pfanne vergrößert und das Gelenk stabilisiert.

Die elastische Kapsel

Zum Gelenkschutz entspringt aus der Pfanne die elastische Gelenkkapsel. Sie umschließt das Gelenk und hält es zusammen mit der Synovialflüssigkeit beweglich. Oberhalb dieses Gelenks befinden sich zwei knöcherne Abschnitte des Schulterblatts – der Rabenschnabelfortsatz (Processus coracoideus) vorn und die Schulterhöhe (Acromion) oben. Diese Strukturen bilden die Ansatzpunkte für stabilisierende Bänder. Gemeinsam mit dem zwischen beiden verlaufenden Band (Ligamentum coracohumerale) bilden sie das Schulterdach. Zur weiteren Stabilisierung der Gelenkkapsel befinden sich im vorderen Bereich die sogenannten glenohumeralen Bänder.

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Regelmäßig ausgeführte Mobilitätsübungen in Kombination mit schonendem Kraftaufbau können bereits ausreichen, um die Schulterschmerzen erfolgreich zu behandeln.

Auch nach einer Operation können leichte Bewegungen und ein gezielter Aufbau der Schultermuskulatur entscheidend für die schnelle Genesung sein.

Unsere Trainingsworldautoren, die Sporttherapeutin Katharina Brinkmann und der Sportredakteur Nicolai Napolski, fassen die wichtigsten Informationen zu Hintergrund und Entstehung des Engpasssyndroms zusammen.

Außerdem stellen sie effektive Techniken und Übungen vor, mit denen sich die Beschwerden einfach und gezielt von zuhause aus behandeln lassen.

Funktionelle Muskeln in der Schulter

Um die große Bewegungsamplitude des Schultergelenks (Articulatio humeri) zu stützen und zu stabilisieren, umschließen das Gelenk wichtige Muskeln. Sie hüllen den gesamten Schultergürtel ein und kommen von ihrem Ursprung aus verschiedenen Körperregionen. Durch diese muskuläre Vielfalt ergibt sich ein breites Bewegungsspektrum. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, den Gelenkkopf in der Gelenkpfanne zu zentrieren und die eigentliche Bewegung des Gelenks durch die Kraftübertragung auf die beteiligten Knochen zu ermöglichen. Für den erweiterten Bewegungsradius der Schulter unterscheidet man die folgenden vier funktionellen Muskelgruppen (modifiziert nach Rohen/ Schattauer, Funktionelle Anatomie des Menschen):

  • Vom Schulterblatt aus auf den Oberarm wirkende Muskeln, sind die Muskeln der Rotatorenmanschette (M. supraspinatus, M. infraspinatus, M. teres minor, M. teres major und M. subscapularis) sowie der M. deltoideus und der M. coracobrachialis.
  • Muskeln, die vom Rumpf aus auf den Oberarm wirken: M. pectoralis major und M. latissimus dorsi.
  • Vom Rumpf aus auf das Schulterblatt wirken (trunkoscapulare Muskelgruppe) der M. rhomboideus major und minor, der M. levator scapulae, der M. pectoralis minor, der M. serratus anterior und der M. subclavius
  • Muskeln, die von der Halswirbelsäule aus auf das Schulterblatt wirken (kraniozinguläre Muskelgruppe), sind der M. trapezius und der M. sternocleidomastoideus.

Der M. supraspinatus (oberer Schultergrätenmuskel) ist der wohl wichtigste Schultermuskel. Er liegt dem Kopf und der Pfanne am nächsten, ist einer der Hauptstabilisatoren und weist zudem am häufigsten „Ausfallerscheinungen“ auf. So treten Risse, Einklemmungen und Verkalkungen bei diesem Muskel sehr häufig auf (z. B. ein Supraspinatussehnensyndrom). Dieser Schultergrätenmuskel gehört zur Rotatorenmanschette, die das Gelenk durch ihre Struktur (Sehnenplatte der vier Rotatoren und des Ligamentum coracohumerale) muskulär absichert.

Was ist das Engpasssyndrom der Schulter?

Vorweg sei gesagt, dass als Impingement (Einklemmung) eigentlich nur die Verengung des subacromialen Raums angesehen wird. Was daraus resultiert, sind differenziert zu behandelnde Krankheitsbilder, die sich aus dieser „Schulterenge“ ergeben. Die Folgen davon können eine Supraspinatus- oder eine Bizepssehnenentzündung sein. Als subacromialer Raum (Bereich unterhalb des Acromions und des Schultereckgelenks) wird der Platz zwischen dem Schulterdach und dem Oberarmkopf beschrieben. In diesem Raum verlaufen die Muskelstränge der Rotatorenmanschette und der Schleimbeutel (Bursa subacromialis).

Durch wiederkehrende Fehlbelastungen, eine degenerierte Rotatorenmuskulatur oder Strukturverletzungen, also dauerhafte Reizungen, kommt es zu Schwellungen, Entzündungen und/oder Kalkeinlagerungen in der Muskulatur, in den Sehnen und im Schleimbeutel. Auch Knochenspornbildungen im Schultereckgelenk (Acromioclaviculargelenk) oder ein zu straffes Band (Ligamentum coracoacromiale) können Auslöser hierfür sein. Das Resultat ist ein deutlich verkleinerter subacromialer Raum. Die hierdurch entstandene Druckerhöhung wird in der Medizin als Impingementsyndrom oder auch Subacromialsyndrom (SAS) bezeichnet.

Wie behandelt man ein Engpasssyndrom?

Wenn frühzeitig auf Schulterschmerzen reagiert wird, können die Folgekrankheiten verhindert oder nachhaltig therapiert werden. Bei Menschen mit alltäglichen eintönigen Schulterbelastungen (z. B. Überkopfarbeiten bei Handwerkern, häufige Schulterübungen im Fitnessstudio oder Stützbelastungen in der Pflege) sollte ein dauerhaftes Ausgleichstraining stattfinden.

Wenn möglich, sollten diese Impingement-fördernden Tätigkeiten (Überkopfbewegungen) umgangen oder weitgehend vermieden werden. Es hat sich gezeigt, dass die Regenerationsphase der Schulter leider wesentlich länger dauert als z. B. die nach einer Überlastung im Kniebereich.

Die wichtigste Maßnahmen bei einem Engpasssyndrom der Schulter

  • Ruhe: Bei einem entzündlichen Engpasssyndrom/Impingement sollten in jedem Fall die Strukturen durch Ruhe entspannt werden. Häufig hat eine Überlastung zu den Beschwerden geführt.
  • Physiotherapie: Das spezifische Entlasten (Traktion) der Schulter führt zu einer Erweiterung des subacromialen Raums. Eine manuelle Therapie oder die McKenzie-Therapie kann Schmerzen reduzieren und zudem erhalten die Patienten Anleitungen für ein schultergerechtes Bewegungsverhalten. Allerdings stößt die Physiotherapie bei einem knöchernen Impingement an ihre Grenzen – hier ist eine medizinische Behandlung erforderlich.
  • Tabletten/Injektionen: Sie helfen bei einer Schleimbeutelentzündung, die Entzündung einzudämmen und somit die Schwellung abzubauen, den Reizmechanismus zu schwächen und die Druckbelastung im subacromialen Raum zu normalisieren. Es erfolgt eine Einspritzung in den subacromialen Raum mit einem Lokalanästhetikum und einem Steroid und zur weiteren systemischen Unterdrückung der Entzündungsreaktion wird dann in den folgenden sechs bis zwölf Wochen ein nichtsteroidales Rheumatikum (z. B. Ibuprofen) eingesetzt. Zusätzlich ist der Verzehr von entzündungshemmenden Lebensmitteln eine sinnvolle Ergänzung.
  • Akupunktur: Sie eignet sich zur Schmerzlinderung, ist meist jedoch eine Privatleistung.
  • Röntgentiefenbestrahlung: Sie wirkt entzündungshemmend und daher schmerzentlastend auf die entzündeten Strukturen. Ein Nachteil hierbei ist die (geringe) Strahlenbelastung.
  • Kältetherapie/Kryotherapie: Sie wird meist in Kombination mit Physiotherapie zur kurzfristigen Schmerzlinderung genutzt.
  • Stoßwellentherapie: Sie soll bei einer Kalkablagerung schmerzlindernd und lösend wirken. Jedoch ist diese Behandlungsform keine anerkannte Therapiemethode, zudem eine kostspielige private Leistung und nicht immer wirkungsvoll.

Die abgebildeten Übungen fördern die Stärkung der schultergelenkumspannenden Muskulatur, die für eine stabile Schulter sinnvoll sind. Zusätzlich helfen sie, Schulterproblemen vorzubeugen und die Schulter so weit zu stabilisieren, dass es zu keinen Problemen und Einschränkungen kommt.

Diese drei Übungen helfen bei einem Engpasssyndrom der Schulter

1. Schultermobilisation

Durchführung:

  • Rückenlage einnehmen
  • Oberes Bein im 100°-Winkel auf einen Redondoball legen
  • Arm in der Innenrotation unter der Lendenwirbelsäule positionieren und von dort über die Seite hinter den Kopf in eine Außenrotation bringen (sofern machbar)
  • Ellenbogen der Spielhand bleibt am Boden

Das Impingement ist ein weit verbreitetes und schmerzhaftes Problem unter Trainierenden. Ratgeber zu Maßnahmen und Übungen.

Das Impingement ist ein weit verbreitetes und schmerzhaftes Problem unter Trainierenden. Ratgeber zu Maßnahmen und Übungen.

2. Retroversion am Kabelzug

Durchführung:

  • Freie Hand an die Lendenwirbelsäule legen (zur Kontrolle der Lendenlordose)
  • Gestreckten Arm nach hinten führen
  • Maximale Range of Motion (ROM) ausnutzen
  • Handgelenk stabil halten
  • Oberkörper bleibt gerade Variation: Die Übung mit vorgebeugtem Oberkörper und einer Kurzhantel durchführen

 

Das Impingement ist ein weit verbreitetes und schmerzhaftes Problem unter Trainierenden. Ratgeber zu Maßnahmen und Übungen.

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3. Innenrotation am Kabelzug

Durchführung:

  • Fixierte Lendenlordose halten
  • Oberarm eng am Körper halten
  • Ellenbogenwinkel beträgt 90°
  • Kabelzug kommt von außen
  • Innenrotation durchführen und dabei die Handgelenke stabil halten
  • „Kurzer Fuß“ nach Janda/Dreipunktbelastung
  • Körper bleibt gerade

Das Impingement ist ein weit verbreitetes und schmerzhaftes Problem unter Trainierenden. Ratgeber zu Maßnahmen und Übungen.

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Autor und Sportexperte: Stephan Müller

Der Vorstand des BPT e.V. arbeitet als PT mit zahlreichen Weltmeistern und Olympiasiegern. Der Inhaber des GluckerKollegs ist mehrfacher Buchautor und regelmäßig als Experte bei ARD und SWR im Einsatz. www.gluckerkolleg.de

 

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